EZB: Lagarde tritt am 7. Februar 2027 vorzeitig zurück
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 13:38 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSMehrere EZB-Posten werden neu besetzt
- Christine Lagarde kündigte ihren Rücktritt als EZB-Präsidentin für den 7. Februar 2027 an.
- Friedrich Merz und Lars Klingbeil wollen die Nachfolge im Kreis der Eurozonen-Staats- und Regierungschefs beraten.
- Neben der EZB-Spitze werden auch ein Chefökonom und ein deutsches Direktoriumsmitglied gesucht.
Christine Lagarde verlässt die EZB vorzeitig
Bundeskanzler Friedrich Merz hat der scheidenden EZB-Präsidentin Christine Lagarde für ihre Amtsführung gedankt. Lagarde kündigte am Donnerstag an, am 7. Februar 2027 und damit vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 zurückzutreten.
Merz würdigt Lagardes Amtsführung
„Christine Lagarde hat die Europäische Zentralbank in herausfordernden Zeiten souverän geführt“, sagte Merz am Donnerstag. Die „Stabilität des Euro“ und die „Unabhängigkeit der Zentralbank“ seien bei ihr „in guten Händen“ gewesen.
Nun beginne der im EU-Vertrag vorgesehene Besetzungsprozess, den die Staats- und Regierungschefs der Eurozone bis zum Jahresende abschließen sollen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte, die künftige Spitze der EZB werde im Euroraum beraten und zeitnah entschieden.
Deutschland will Gewicht einbringen
Klingbeil erklärte, er stehe mit Merz und den europäischen Amtskollegen im engen Austausch. Deutschland werde sein Gewicht als größter Staat der Währungsunion einbringen, um eine breit getragene und verantwortungsvolle neue Führung zu bilden.
Mehrere zentrale Positionen der EZB müssen neu besetzt werden. Neben der Präsidentenstelle geht es um einen neuen Chefökonomen und um die Nachfolge der deutschen EZB-Direktorin Isabel Schnabel, die Anfang Januar 2027 zum Internationalen Währungsfonds wechselt.
Mehrere Kandidaten im Gespräch
Als mögliche Nachfolger Lagardes werden der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Pablo Hernandez de Cos, genannt. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte sich für die Position ins Spiel gebracht.
Zuletzt hatte es Gerüchte über einen vorzeitigen Abtritt Lagardes gegeben. Berichten zufolge spielte bei ihrer Entscheidung auch die französische Präsidentschaftswahl im April 2027 eine Rolle, weil ein Sieg der eurokritischen Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.
Christine Lagardes angekündigter Rücktritt zum 7. Februar 2027 eröffnet den Staats- und Regierungschefs der Eurozone ein vorgezogenes Auswahlverfahren für die EZB-Spitze. Regulär hätte ihre achtjährige Amtszeit erst Ende Oktober 2027 geendet. Damit gewinnt die Besetzung zeitlich an Bedeutung, weil die Entscheidung in eine Phase fällt, in der die europäische Geldpolitik und die politische Entwicklung in Frankreich eng beobachtet werden.
Für die Eurozone steht dabei nicht nur die persönliche Nachfolge Lagardes auf der Tagesordnung. Nach der dts-Meldung müssen auch ein neuer Chefökonom und eine Nachfolge für die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel gefunden werden. Die Auswahl mehrerer zentraler Positionen kann die künftige Zusammensetzung und öffentliche Wahrnehmung der EZB-Führung prägen.
Auswahlverfahren mit politischer Bedeutung
Der EU-Vertrag sieht ein Verfahren vor, an dem die Staats- und Regierungschefs der Eurozone beteiligt sind. Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil signalisieren, dass Deutschland seine Rolle als größter Staat der Währungsunion in den Prozess einbringen will. Zugleich betonen beide die Bedeutung der Unabhängigkeit der Zentralbank.
Als mögliche Nachfolger werden Klaas Knot, Pablo Hernandez de Cos und Joachim Nagel gehandelt. Eine Entscheidung bis zum Jahresende würde die Nachfolge noch vor Lagardes tatsächlichem Ausscheiden festlegen und der EZB frühzeitig Planungssicherheit geben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „EZB-Präsidentin Lagarde tritt im Februar vorzeitig zurück“ (29.10.2026)
Der Beitrag bestätigt den angekündigten Rücktritt zum 7. Februar 2027 und stellt den vorgezogenen Wechsel an der EZB-Spitze in den Mittelpunkt. Der Schwerpunkt liegt auf der offiziellen Mitteilung und dem Zeitpunkt des Ausscheidens.
tagesschau: „EZB-Chefin Lagarde tritt im Februar vorzeitig zurück“ (29.10.2026)
Die Meldung bestätigt ebenfalls den Rücktrittstermin und ordnet ihn in die anstehende Nachfolgesuche ein. Anders als die knappe Erstmeldung rückt sie die Frage nach einer starken künftigen Führung der Notenbank stärker in den Vordergrund.
Bayerischer Rundfunk: „EZB-Präsidentin Lagarde tritt vorzeitig zurück“ (29.10.2026)
Der Beitrag hebt hervor, dass der vorzeitige Rückzug den europäischen Staats- und Regierungschefs eine Nachfolgeregelung noch vor den französischen Präsidentschaftswahlen ermöglicht. Gemeinsam ist den Berichten die Bestätigung des Rücktritts; Unterschiede bestehen vor allem beim Schwerpunkt zwischen Termin, Auswahlverfahren und politischem Umfeld.
