EZB lässt Bürger über neue Euro-Banknoten abstimmen
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 15:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Europäische Zentralbank hat Entwürfe für neue Euro-Banknoten vorgelegt und lässt Bürgerinnen und Bürger über das künftige Design mitreden.
Abstimmung über zwei Themenwelten
Noch bis einschließlich Montag, 21. September, läuft eine Online-Umfrage der Notenbank. Mehr als neun Millionen Menschen haben sich bereits beteiligt, wie die EZB mitteilt.
Zur Wahl stehen zwei Themen: „Europäische Kultur“ mit Motiven rund um bekannte Persönlichkeiten und Alltagsszenen sowie „Flüsse und Vögel“ mit Naturmotiven und Institutionen auf den Rückseiten.
Entscheidung erst Ende 2026
Das Votum soll in die endgültige Entscheidung des EZB-Rates einfließen, die Ende 2026 fallen soll. Bis neue Scheine tatsächlich im Umlauf sind, dürfte es noch deutlich länger dauern.
Die Notenbank verbindet das Vorhaben zudem mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen, einer längeren Haltbarkeit und besserer Erkennbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Warum die EZB jetzt Bürger beteiligt
Die Europäische Zentralbank verbindet die Gestaltung der neuen Euro-Banknoten mit einer breiten Bürgerbeteiligung. Das ist mehr als ein ästhetischer Schritt: Geldscheine sind täglich im Umlauf und prägen das Bild der gemeinsamen Währung im Alltag von Millionen Menschen.
Mit der Vorauswahl auf zwei Themenfelder – europäische Kultur sowie Flüsse und Vögel – versucht die Notenbank, ein Motiv zu finden, das in verschiedenen Ländern anschlussfähig ist. Gerade bei Euro-Banknoten ist Symbolik besonders sensibel, weil die Scheine zugleich nationale Identität, europäische Verständigung und praktische Wiedererkennbarkeit transportieren müssen.
Zwischen Sicherheit, Haltbarkeit und Barrierefreiheit
Für Verbraucher zählt nicht nur das Design. Die neuen Scheine sollen nach Angaben der EZB auch besser gegen Fälschung geschützt werden, länger halten und für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen leichter zu erkennen sein. Damit folgt das Vorhaben einem Muster früherer Euro-Generationen: Jede Überarbeitung verbindet Gestaltung mit technischen und funktionalen Verbesserungen.
Für den Alltag bedeutet das, dass der Wechsel nicht überstürzt erfolgt. Selbst nach der Entscheidung des EZB-Rates Ende 2026 wird es voraussichtlich noch dauern, bis die neuen Banknoten tatsächlich in Umlauf kommen. Für Bargeldnutzer bleibt der Euro damit zunächst unverändert, während die Notenbank schon jetzt die Grundlage für die nächste Generation der Scheine schafft.
Europäische Symbolik mit langem Vorlauf
Die Debatte zeigt auch, wie stark der Euro als gemeinsames Projekt über den reinen Zahlungsverkehr hinausgeht. Ob berühmte Persönlichkeiten oder Naturmotive den Zuschlag erhalten, ist deshalb nicht nur eine Designfrage, sondern auch eine politische Botschaft über das Selbstverständnis der Währungsunion.
