EY-Analyse: Gehaltslücke in DAX, MDAX und SDAX schrumpft auf 26.000 Euro
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Einkommensschere zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften in den Chefetagen der deutschen Börsenunternehmen schließt sich zunehmend. Nach der Analyse „Mixed Compensation Barometer“ des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY verdienten Vorständinnen ohne Einrechnung der Vorstandsvorsitzenden in den Indizes DAX, MDAX und SDAX im Jahr 2025 durchschnittlich 2,20 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 2,4 Prozent entspricht.
Ihre männlichen Vorstandskollegen erhielten im Schnitt 2,23 Mio. Euro und damit knapp zwei Prozent weniger als zuvor. Durch diese gegenläufige Entwicklung verringerte sich der Gehaltsabstand im Gesamtdurchschnitt deutlich von zuvor 121.000 auf noch 26.000 Euro.
Deutlicher Zuwachs bei Vorstandsmandaten für Frauen
Parallel zur Annäherung der Gehälter stieg auch die Repräsentanz in den Leitungsgremien. Wie aus der EY-Untersuchung hervorgeht, waren im Jahr 2025 insgesamt 101 Frauen ganzjährig in den Vorständen der Unternehmen aus DAX, MDAX und SDAX im Amt.
Im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 88 Vorständinnen, während im Jahr 2013 lediglich 33 Frauen verzeichnet worden waren. Damit war im Jahr 2025 gut jedes vierte Vorstandsmitglied in den drei führenden Börsenindizes eine Frau.
Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Marktsegmenten: Im DAX erreichte der Frauenanteil in den Vorständen rund 30 Prozent mit 50 Frauen, verglichen mit 13 Frauen im Jahr 2013. Im MDAX lag der Anteil bei 28 Prozent nach zuvor 23 Prozent, was 30 Vorständinnen entspricht. Im SDAX betrug der Frauenanteil 18 Prozent bei 21 Vorständinnen.
Gegensätzliche Entwicklung bei DAX, MDAX und SDAX
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Die Entwicklung der Vergütungsunterschiede verläuft in den einzelnen Börsenindizes uneinheitlich. Im DAX verzeichneten weibliche Vorstandsmitglieder im Schnitt ein Vergütungsplus von gut vier Prozent auf 3,04 Mio. Euro, während die Gehälter der männlichen Vorstände um 1,4 Prozent auf 3,33 Mio. Euro sanken. Der dortige Gehaltsabstand reduzierte sich folglich von 455.000 auf 284.000 Euro.
In den Nebenwerte-Indizes ging die Schere hingegen wieder auseinander. Im MDAX legte das Einkommen der Männer um acht Prozent auf 1,89 Mio. Euro zu, während Frauen ein Plus von vier Prozent auf 1,59 Mio. Euro verbuchten; die Differenz wuchs damit von 211.000 auf 295.000 Euro.
Im SDAX stieg das Salär der Vorstände um zwölf Prozent auf 1,22 Mio. Euro und das der Vorständinnen um elf Prozent auf 1,07 Mio. Euro, wodurch sich der Abstand von 134.000 auf 155.000 Euro vergrößerte.
Jens Massmann von EY erläuterte in einem Bericht vom 8.11.2026, dass Frauen in Vorstandsgremien längst keine Ausnahme mehr seien. In MDAX und SDAX rückten viele Frauen derzeit erst neu in die Führungsgremien auf.
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Da Neueinsteiger typischerweise zunächst eine geringere Vergütung erhielten, wirke sich dies statistisch auf die Indizes aus. Massmann wies zudem darauf hin, dass die Höhe der Vorstandsbezüge wesentlich stärker vom jeweiligen Ressort, der Berufserfahrung sowie der Größe des Unternehmens abhänge als vom Geschlecht.
Geringe Frauenquote an der Vorstandsspitze
An der obersten Spitze der Konzerne bleiben Frauen weiterhin selten. Laut der Auswertung führten im Jahr 2025 nur zwei der 40 DAX-Konzerne eine Frau als Vorstandsvorsitzende: die Commerzbank mit Bettina Orlopp sowie Daimler Truck unter der Leitung von Karin Rådström.
Begleitend zur Debatte um weibliche Führungskräfte in der Wirtschaft forderte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär bei der Verleihung des „she succeeds award“ eine stärkere Sichtbarkeit von Frauen als Innovationskräfte.
