Exportkontrolle: Sanktionsrisiken kosten Unternehmen 4,5 Mio. Euro
03.06.2026 - 00:25:33 | boerse-global.deNeue Schulungsinitiativen sollen Zollbeauftragte auf wachsende digitale Anforderungen und internationale Sanktionsrisiken vorbereiten.
Fachkräfte für den Außenhandel
Die IHK Rhein-Neckar hat ein spezialisiertes Webinar zur Organisation betrieblicher Zollstrukturen angekündigt. Unter der Leitung des Handelsexperten Stefan Schuchardt erhalten Zollbeauftragte praxisnahes Wissen über interne Abläufe. Das Angebot reicht von kurzen Einführungssessions bis zu umfassenden Acht-Stunden-Modulen, die rechtliche und administrative Pflichten im grenzüberschreitenden Handel abdecken.
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Parallel dazu verstärkt die IHK Heilbronn-Franken ihre Bemühungen: Vom 22. bis 26. Juni findet eine Exportkontrollwoche statt. Im Fokus stehen die extraterritorialen Wirkungen des US-Rechts und die Tücken des Chinahandels. Die finanziellen Risiken sind enorm – die durchschnittliche Strafe für Verstöße gegen US-Sanktionen liegt bei umgerechnet rund 4,5 Millionen Euro.
Digitaler Wandel bei der Zollabwicklung
Haupttreiber der neuen Schulungsoffensive ist die Umstellung auf das ATLAS 10.2-System. Die neue IT-Version löste am 28. Februar 2026 die Vorgängerversion ab und brachte grundlegende Änderungen für die zentralisierte Zollabwicklung bei der Einfuhr (CCI).
Das Prinzip: Unternehmen können eine zentrale Zollanmeldung bei einem Hauptzollamt einreichen – selbst wenn die Waren an verschiedenen Standorten in der EU lagern. Das soll Prozesse verschlanken, erfordert aber angepasste interne Arbeitsabläufe. Ähnliche Zentralisierungstendenzen zeigen sich weltweit: In Vietnam startete am 1. Juni 2026 ein neues System, das am ersten Morgen fast 400 Anmeldungen verarbeitete.
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Rekordeinnahmen und wachsende Regulierung
Die Bedeutung leistungsfähiger Zollabteilungen unterstreichen auch die jüngsten Zahlen aus Bielefeld. Das dortige Hauptzollamt meldete für das Jahr 2025 Rekordeinnahmen von 19,28 Milliarden Euro – ein deutlicher Anstieg gegenüber 17,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Rund 17,6 Milliarden Euro stammen allein aus der Tabaksteuer.
Doch nicht nur Zölle stehen im Fokus: Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) leitete im Bezirk fast 3.500 Strafverfahren ein und stellte Schäden von rund 34 Millionen Euro fest.
Neue Compliance-Risiken für Manager
Die Anforderungen an Führungskräfte wachsen weiter. Zwar sehen viele deutsche Manager den Datenschutz inzwischen als strategischen Vorteil, doch ein erheblicher Teil räumt hohen Handlungsbedarf im eigenen Unternehmen ein.
Besonders die NIS-2-Richtlinie bereitet Sorgen. Obwohl die Registrierung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits bis März 2026 erforderlich war, haben nur 38,5 Prozent der 29.000 betroffenen Unternehmen den Prozess abgeschlossen. Die Folgen bei Verstößen sind gravierend: Persönliche Haftung für das Management und Bußgelder von bis zu zwei Prozent des Jahresumsatzes drohen.
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