Exoskelett, Pflege

Exoskelett in der Pflege: Salzburger Spital entlastet Pflegekräfte

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leichtes Exoskelett mit KI erleichtert Alltag bei Gehbehinderung. Salzburger Klinik testet Kraftanzüge zur Entlastung des Pflegepersonals.

Exoskelett im Alltag: Salzburgerin trotzt Gehbehinderung mit KI-Unterstützung
Eine Frau in einem hellen Wohnzimmer trägt ein leichtes, motorisiertes Exoskelett zur Unterstützung ihrer Mobilität. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die 59-jährige Salzburgerin Edith Hanel nutzt seit einigen Monaten ein motorisiertes Exoskelett, um die Folgen einer Gehbehinderung zu bewältigen. Nach einer Fasziitis und einem Treppensturz war die Mobilität der Betroffenen stark eingeschränkt. Das eingesetzte Gerät, welches lediglich 1,8 Kilogramm wiegt, unterstützt die Trägerin durch eine Kombination aus Sensortechnik und künstlicher Intelligenz, die Bewegungsabsichten frühzeitig erkennt und motorisch verstärkt.

Medizinische Voraussetzungen und technologische Funktionsweise

Der Einsatz von Exoskeletten im Alltag erfordert eine genaue medizinische Abwägung. Ein Facharzt namens Oberthaler ordnete die Technologie als ein Hilfsmittel und ausdrücklich nicht als ein Heilmittel ein. Das bedeutet, dass die Geräte zwar die Lebensqualität und Mobilität im Alltag massiv steigern können, die zugrunde liegenden medizinischen Ursachen einer Gehbehinderung jedoch nicht therapieren.

Für eine erfolgreiche Nutzung müssen zudem bestimmte körperliche Voraussetzungen erfüllt sein. Laut medizinischer Einschätzung sind eine ausreichende Knochendichte sowie ein stabiler Gleichgewichtssinn der Anwender unerlässlich, um die mechanische Unterstützung sicher koordinieren zu können. Auch die Körpergröße spielt eine Rolle bei der Anpassung der Systeme. Die technologische Basis der modernen Geräte, wie sie Hanel verwendet, beruht auf Sensoren, die kleinste Muskelimpulse oder Gewichtsverlagerungen registrieren. Eine integrierte Software wertet diese Daten in Echtzeit aus, um die Motoren des Exoskeletts so zu steuern, dass sie den natürlichen Bewegungsablauf flüssig unterstützen.

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Anwendung in der professionellen Pflege

Die Relevanz dieser Technologie beschränkt sich nicht nur auf die private Nutzung zur individuellen Mobilitätssteigerung. Im Bereich der stationären Gesundheitsversorgung gibt es erste Bestrebungen, die Systeme zur Entlastung des Personals einzusetzen. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg nimmt hierbei eine Vorreiterrolle ein. Es gilt als das erste Spital in Österreich, das sogenannte Kraftanzüge beziehungsweise Exoskelette direkt in der Pflege verwendet.

In diesem Kontext dienen die Apparaturen vor allem der Prävention von Überlastungen. Pflegekräfte sind in ihrem Arbeitsalltag häufig mit schweren körperlichen Hebe- und Haltearbeiten konfrontiert. Der Einsatz der robotergestützten Systeme soll den Bewegungsapparat der Mitarbeiter entlasten und langfristigen gesundheitlichen Schäden durch ergonomisch kritische Belastungen entgegenwirken.

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Wirtschaftliche Aspekte und Preisgestaltung

Trotz der technologischen Fortschritte bleibt die Anschaffung solcher Systeme für Privatpersonen eine Kostenfrage. Die Preisspanne für ein motorisiertes Exoskelett ist derzeit sehr breit gefächert. Je nach Funktionsumfang, Materialqualität und dem Grad der technologischen Unterstützung liegen die Anschaffungskosten zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro.

Während die private Nutzung oft auf die Kompensation individueller körperlicher Defizite abzielt, steht bei der gewerblichen Nutzung in Kliniken die Kosten-Nutzen-Rechnung im Hinblick auf den Arbeitsschutz und die Reduzierung von Krankenständen im Vordergrund. Die Entwicklung zeigt, dass die Integration von KI und Leichtbauweise die Geräte zunehmend alltagstauglich macht, wobei die fachärztliche Begleitung für den sicheren Einsatz weiterhin als zwingend notwendig erachtet wird.

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