Exilby: Cannabis-Medikament gegen Rückenschmerzen ab September
12.06.2026 - 17:49:58 | boerse-global.de
Es könnte chronischen Kreuzschmerz-Patienten eine Alternative zu Opioiden bieten.
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Das bayerische Pharmaunternehmen Vertanical aus Gräfelfing bringt den Wirkstoff VER-01 unter dem Markennamen Exilby auf den Markt. Zugelassen ist das Medikament speziell für chronische Schmerzen im unteren Rücken mit neuropathischer Komponente – also mit Beteiligung der Nerven. Der Marktstart ist für September 2026 geplant.
Was die klinischen Daten zeigen
In Studien mit über 1.200 Patienten erzielte das Präparat eine Schmerzreduktion von 2,7 Punkten auf der NRS-Skala. Gegenüber einem Placebo betrug der Vorteil 1,5 Punkte.
Gründer Clemens Fischer betont: Das Ziel sei eine echte Alternative zu starken Opioiden. Die Vorteile: weniger Verdauungsbeschwerden und keine Anzeichen für Abhängigkeit. Als Nebenwirkungen traten Schwindel, Schläfrigkeit und Übelkeit auf.
Internationale Perspektive
Auch die US-Gesundheitsbehörde FDA hat den Wirkstoff bereits als „Breakthrough Therapy“ eingestuft. Eine Zulassung in den USA wird für 2028/2029 erwartet. Nächster europäischer Zielmarkt ist Großbritannien.
Fachmediziner bleiben vorsichtig. Schmerzexperte Jansen nannte die Entwicklung zwar vielversprechend, warnte aber vor überzogenen Erwartungen. Ein grundlegender Paradigmenwechsel sei nicht zu erwarten.
Politische Schattenseite: Kürzungen bei der Prävention
Während neue Therapien auf den Markt kommen, gerät die Gesundheitsvorsorge unter Druck. Der Bundestag beriet heute über ein Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will Präventions- und Früherkennungsleistungen budgetieren.
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Ärzteverbände protestieren. Sie befürchten längere Wartezeiten und eingeschränkte ambulante Versorgung. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach kritisierte die Pläne scharf. Der Bund kürze Zuschüsse für versicherungsfremde Leistungen um zwei Milliarden Euro jährlich – während die Unterfinanzierung bei Bürgergeld-Beziehern noch höher liege. Sie warnt vor einem „finanziellen Flächenbrand“ in den Krankenhäusern.
Ernährungsmythen und Herzgesundheit
Neue Forschungsergebnisse stellen gängige Annahmen infrage. Eine norwegische Studie mit 284 Teilnehmern untersuchte den Jo-Jo-Effekt. Ergebnis: Schneller Gewichtsverlust (unter 1.000 kcal täglich) kann langfristig erfolgreicher sein als langsame Reduktion. Nach zwölf Monaten lag die schnelle Gruppe bei minus 14,4 Prozent, die Vergleichsgruppe bei 10,5 Prozent. Ein verstärkter Jo-Jo-Effekt trat nicht auf.
Zum Tag des Cholesterins am heutigen Freitag erinnerten Experten an die Bedeutung strenger LDL-Werte. Die EU-Leitlinien von 2025 setzen Zielwerte unter 55 mg/dl beziehungsweise 70 mg/dl für Risikopatienten. Doch über 80 Prozent der Hochrisikopatienten in Deutschland sind therapeutisch nicht optimal eingestellt – ein alarmierender Wert.
