Everllence-Verkauf: EU genehmigt 7,4-Milliarden-Deal trotz Jobabbau
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 08:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Europäische Kommission hat den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an dem Maschinenbauunternehmen Everllence durch den Volkswagen-Konzern freigegeben. Der Finanzinvestor Bain Capital übernimmt demnach 51 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, das früher unter dem Namen MAN Energy Solutions firmierte. Volkswagen erwartet aus dieser Transaktion einen Erlös in Höhe von 7,4 Milliarden Euro.
Everllence beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro. Im Rahmen der Übernahme wurden Zusagen für die Belegschaft getroffen: Die deutschen Standorte des Unternehmens sind bis zum Jahr 2030 gesichert, zudem wurden betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.
Massiver Umbau des Volkswagen-Konzerns
Die Veräußerung der Everllence-Mehrheit erfolgt vor dem Hintergrund einer tiefgreifenden Umstrukturierung bei Volkswagen. Der Konzern steht unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Konzernchef Oliver Blume begründete die angespannte Lage unter anderem mit dem intensiven Wettbewerb auf dem chinesischen Markt, neuen US-Zöllen sowie den globalen Auswirkungen des Nahost-Krieges.
Um die Profitabilität zu steigern, plant die Konzernführung ein weitreichendes Sparpaket. Dieses sieht einen massiven Personalabbau vor. Während bereits die Reduzierung von 50.000 Stellen – davon 35.000 bei der Kernmarke – vereinbart wurde, stehen laut internen Planungen bis zu 50.000 weitere Stellen zur Disposition. Insgesamt könnte der weltweite Stellenabbau damit ein Volumen von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen erreichen.
Die EU hat den Verkauf von Everllence an Bain Capital freigegeben – Volkswagen erlöst 7,4 Milliarden Euro. Doch während der Konzern Kasse macht, stehen bis zu 100.000 Stellen auf der Kippe. Für Zulieferer und Geschäftspartner stellt sich die Frage: Wie sicher ist meine Lieferkette? Dieser kostenlose Report liefert eine Checkliste zur Bewertung von Konzernverkäufen und zeigt, wie Sie sich als Zulieferer positionieren. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Werkschließungen in Deutschland geprüft
Zusätzlich zum Personalabbau prüft Volkswagen die Schließung von vier Produktionsstandorten in Deutschland. Davon betroffen sein könnten die Werke in Emden, Zwickau und Hannover sowie der Audi-Standort in Neckarsulm. Entsprechende Pläne wurden dem Aufsichtsrat bereits im Juli präsentiert. Während in Deutschland Kapazitäten abgebaut werden, sollen die brasilianischen Werke in São Paulo und Paraná nach aktuellem Stand aktiv bleiben.
Der Verkauf von Everllence ist Teil einer Strategie zur Kapitalfreisetzung, in deren Rahmen bereits Anteile am Entwicklungsdienstleister IAV veräußert wurden.
Als nächster Schritt wird in Wolfsburg eine weitere Kapitalfreisetzung durch die Lkw-Holding Traton geprüft, zu der Marken wie Scania, MAN, International sowie VW Truck & Bus gehören. Zu einem möglichen Umfang oder einem konkreten Zeitplan für Veräußerungen bei Traton liegen derzeit jedoch noch keine detaillierten Informationen vor.
