Euro-Stablecoin EURR: Revolut startet digitale Währung ab August
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 22:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Finanzdienstleister Revolut hat am 26. August 2026 den Start seines neuen Euro-Stablecoins EURR bekannt gegeben. Die digitale Währung wird zunächst in Dänemark, Polen und Portugal eingeführt. Als Emittent fungiert Bridge Building S.A., eine Tochtergesellschaft des Zahlungsdienstleisters Stripe, die im Februar 2025 für eine Summe von 1,1 Milliarden US-Dollar übernommen worden war.
Technische Details und regulatorischer Rahmen
Der neue Stablecoin EURR ist im Verhältnis 1:1 an den Euro gekoppelt und entspricht den Anforderungen der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA). Technisch basiert die digitale Währung zunächst auf der Ethereum-Blockchain. Während die offizielle Ankündigung Ende August erfolgte, deuteten Regulierungsunterlagen darauf hin, dass der operative Start des EURR bereits am 20. August 2026 vollzogen wurde.
Revolut greift bei der Einführung auf eine breite Nutzerbasis zurück. Das Unternehmen zählt weltweit über 80 Millionen Kunden, wovon 40 Millionen in Europa ansässig sind. Rund 16 Millionen Nutzer der Plattform nutzen bereits Krypto-Dienstleistungen. Für die Zukunft plant das Unternehmen die Einführung weiterer Stablecoins. In Großbritannien nimmt Revolut derzeit an einer Testrunde der Finanzaufsichtsbehörde FCA für einen Pfund-Stablecoin teil.
Dynamik am Markt für Euro-Stablecoins
Der Markt für Euro-basierte Stablecoins verzeichnete zuletzt ein deutliches Wachstum. In dem am 28. Juni 2026 endenden Jahr stieg die Marktkapitalisierung in diesem Segment von 295,6 Millionen auf 673,9 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 128 Prozent entspricht.
Führend ist dabei der EURC von Circle mit einem Volumen von 430,4 Millionen US-Dollar, gefolgt vom EURCV der SG-Forge mit 137,8 Millionen US-Dollar und dem EURI von Banking Circle mit 51,1 Millionen US-Dollar.
Trotz dieser Wachstumsraten nehmen Euro-Stablecoins im Vergleich zum Gesamtweltmarkt eine untergeordnete Rolle ein und machen weniger als ein Prozent des Marktes aus. Die US-Dollar-basierten Varianten USDT und USDC dominieren weiterhin mit einem gemeinsamen Marktanteil von rund 85 Prozent.
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Für die zweite Jahreshälfte 2026 plant zudem ein Bankenkonsortium unter dem Namen Qivalis den Markteintritt, sofern die Genehmigung der niederländischen Finanzaufsicht erfolgt.
Positionierung der Notenbanken und Institutionen
Die Europäische Zentralbank (EZB) begleitet die Entwicklung privater Stablecoins kritisch und setzt verstärkt auf tokenisiertes Zentralbankgeld. EZB-Direktorin Isabel Schnabel betonte im Rahmen des Jackson-Hole-Symposiums, dass Stablecoins Zentralbankgeld nicht ersetzen könnten. Dennoch biete die Programmierbarkeit Chancen für die Modernisierung der Geldpolitik und das Liquiditätsmanagement.
Das EZB-Projekt „Pontes“, das im September 2026 startet, soll das Zahlungssystem TARGET2 mit Distributed-Ledger-Technologie-Plattformen (DLT) verbinden. Laut EZB-Direktor Piero Cipollone ist das Ziel, die Betriebszeiten bis Mitte 2028 auf einen 24/7-Betrieb auszuweiten, um tokenisierte Vermögenswerte effizient abzuwickeln.
Skepsis gegenüber Stablecoins im großen Maßstab äußerte auch Pablo Hernández de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Er halte Stablecoins für Zahlungen in großem Umfang nicht für glaubwürdig und sehe in tokenisierten Bankeinlagen die bessere Alternative.
Eine Studie des Financial Stability Institute (FSI) verdeutlicht zudem die unterschiedlichen regulatorischen Ansätze in Regionen wie der EU, den USA, Großbritannien, Hongkong und Singapur.
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Parallel dazu forciert die Bundesbank die Integration digitaler Lösungen in bestehende Systeme. Vorstandsmitglied Lutz Lienenkämper plädierte dafür, den digitalen Euro in die Wero-Wallet einzubinden, die bereits über 57 Millionen Nutzer in Deutschland, Frankreich und Belgien verfügt.
Während Wero laut Bundesbank-Angaben bereits 44 Prozent der Befragten bekannt ist, befindet sich der digitale Euro noch in der Planung: Ein Pilotprojekt soll im September 2027 starten, während die frühestmögliche Einführung für das Jahr 2029 prognostiziert wird.
