Euro-Office startet 9. Juni: Europäische Bürosuite gegen US-Dominanz
29.05.2026 - 13:00:38 | boerse-global.deDie Suite startet am 9. Juni 2026 und soll die Abhängigkeit von US-Anbietern reduzieren.
Gemeinsam für digitale Souveränität
Hinter Euro-Office steht ein Bündnis europäischer Technologieunternehmen: IONOS, Nextcloud, OpenXchange und Eurostack treiben das Projekt voran. Auch Proton, OpenProject, Abilian, BTactic, Soverin und Office.eu sind mit an Bord. Das Ziel: eine vollwertige, lokale Alternative zu den etablierten Bürosoftware-Giganten.
Die Suite wird ab dem Starttermin in Nextcloud Hub 26 Spring und die IONOS Managed Nextcloud-Plattform integriert. Im Spätsommer folgt die Einbindung in den IONOS Workspace, im vierten Quartal 2026 dann die Integration mit XWiki. Mobile Apps, Desktop-Software und eine erweiterte Unterstützung des OpenDocument-Formats (ODF) sind ebenfalls geplant.
Während europäische Unternehmen an neuen Office-Lösungen arbeiten, nutzen Millionen Anwender bereits heute leistungsstarke Open-Source-Software, um sich von teuren Abos zu befreien. Das kostenlose OpenOffice Startpaket zeigt Ihnen, wie Sie eine vollwertige Office-Alternative ohne Lizenzkosten sofort einsetzen können. Gratis statt 150 Euro: Jetzt OpenOffice Startpaket sichern
Nextcloud und IONOS haben ein eigenes Entwicklungsteam aufgestellt. Frank Karlitschek, CEO von Nextcloud, betont: „Der Fokus liegt jetzt auf einer stabilen Version – durch Code-Bereinigung und die Beseitigung von Sicherheitslücken."
Technische Basis und Hintergründe
Euro-Office ist als webbasierte Komponente für Drittplattformen konzipiert. Es entstand als Fork von ONLYOFFICE unter der AGPLv3-Lizenz. Bereits Anfang 2026 gab es Berichte, dass der Fork nötig wurde – wegen mangelnder Transparenz im Original-Code und der zunehmenden Kommerzialisierung ehemals offener Funktionen.
Auch geopolitische Faktoren spielten eine Rolle: Die Entwicklung des Ursprungsprodukts war mit Russland verbunden. Das Konsortium positioniert Euro-Office daher als Lösung für europäische digitale Souveränität – transparent und unabhängig.
Öffentliche Hand als Treiber
Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr. Europäische Verwaltungen überprüfen zunehmend ihre Abhängigkeit von internationalen Anbietern. Allein die deutsche Bundesregierung gab 2025 rund 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen aus. SAP erhielt im selben Zeitraum etwa 110 Millionen Euro für Lizenzen und 71 Millionen Euro für Produkte.
Auf Länderebene gibt es konkrete Ausstiegspläne. In Bayern will Digitalminister Fabian Mehring einen souveränen Basis-Arbeitsplatz ohne Microsoft-Produkte etablieren – ein erster operativer Einsatz ist für Ende März 2027 geplant. Schleswig-Holstein macht ähnliche Schritte.
Der Trend zur digitalen Souveränität beschränkt sich nicht nur auf Software, sondern umfasst das gesamte Betriebssystem für mehr Stabilität und Sicherheit. Mit dem kostenlosen Linux-Startpaket gelingt der risikofreie Umstieg auf Ubuntu parallel zu Windows – ideal, um sich von Zwangs-Updates und Lizenzgebühren zu lösen. Kostenloses Linux-Startpaket inkl. Ubuntu-Vollversion hier herunterladen
Parallel investiert die Bundesregierung 250 Millionen Euro in eine spezialisierte KI-Cloud für die öffentliche Verwaltung. T-Systems und SAP erhalten 70 Prozent dieser Mittel, ein Konsortium unter Führung von SVA die restlichen 30 Prozent. Digitalminister Karsten Wildberger spricht von einem strategischen Souveränitätsgewinn – auch wenn Kritiker neue Abhängigkeiten befürchten.
Konkurrenz und Ökosystem im Wandel
Der Start von Euro-Office fällt in eine phase des Umbruchs. Microsoft hat das Support-Ende für Office 2019 auf Mac, iPad und iPhone auf den 13. Juli 2026 terminiert. Danach wechseln diese Anwendungen in den Nur-Lese-Modus – Neuerstellungen oder Bearbeitungen sind dann nicht mehr möglich.
Auch auf der Hardware-Seite tut sich etwas: Am 13. Mai 2026 wurde der erste Rhea1-Prozessor der European Processor Initiative (EPI) im Laboratory erfolgreich aktiviert. Der Chip mit 80 ARM Neoverse V1-Kernen ist für den Jupiter-Supercomputer am Jülicher Supercomputing Centre vorgesehen. Auslieferungen sollen bis Ende 2026 beginnen.
Doch die etablierten Anbieter schlafen nicht. Microsofts Commercial Cloud wuchs zuletzt um 19 Prozent, der KI-gestützte Copilot erreicht über 20 Millionen Plätze. Und Microsoft-Partner wie IREN sicherten sich kürzlich Finanzmittel in Milliardenhöhe für den Ausbau der KI-Rechenkapazitäten.
Ob Euro-Office gegen diese Übermacht bestehen kann? Die Antwort gibt der Markt – ab dem 9. Juni.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
