EUDR-System: Massive Mängel gefährden Lieferketten bis Jahresende
03.06.2026 - 19:03:29 | boerse-global.deDie europäische Wirtschaft schlägt Alarm: Das IT-System zur Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) ist nach Ansicht von Branchenverbänden völlig unzureichend. Kurz vor dem Start der neuen Regeln zum Jahresende drohen massive Lieferkettenprobleme.
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Systemmängel gefährden den Mittelstand
Am 3. Juni wandte sich ein breites Bündnis europäischer Industrieverbände an die EU-Kommission. Ihre Botschaft: Die digitale Plattform zur EUDR weist erhebliche technische Schwächen auf. Das System sei nicht auf die etablierten Geschäftsprozesse der Unternehmen abgestimmt.
Konkert bemängeln die Verbände Schwierigkeiten beim Hochladen von Daten und Sorgfaltserklärungen. Hinzu kommen anhaltende Probleme mit der API-Anbindung und der Verarbeitungsgeschwindigkeit des Systems.
Besonders hart trifft es den Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sehen sich mit höheren Betriebskosten, erheblichen Verzögerungen in ihren Lieferketten und möglichen Marktzugangsbarrieren konfrontiert. Ein funktionierendes System sei für sie überlebenswichtig.
Zeitdruck und wachsende Kritik
Die Verordnung tritt am 30. Dezember 2026 in Kraft – der Countdown läuft. Doch die Stimmung in der Branche ist gereizt. Bereits Anfang des Jahres hatte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) die Reformbemühungen der Kommission als unzureichend kritisiert. Das Gremium verfehle seine eigenen Ziele, hieß es damals.
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Der Unmut zieht sich durch das gesamte Frühjahr. Ende Mai kritisierte der Holzverband CEI Bois die jüngsten Entwürfe scharf und monierte fehlende substanzielle Verbesserungen. Zeitgleich mehrten sich Berichte aus breiten Wirtschaftskreisen, die bereits frühzeitig auf die Systemschwächen hinwiesen. Die aktuellen Proteste sind also nur der vorläufige Höhepunkt einer anhaltenden Unzufriedenheit.
Appell an die Politik
Die Verbände fordern ein System, das im täglichen Geschäft auch praktikabel ist. Andernfalls drohten Handelsstörungen, die am Ende niemandem nutzen. Die EU-Kommission sieht die EUDR als zentrales Instrument für den Umweltschutz. Doch die Wirtschaft warnt: Mit dem aktuellen technischen Zustand des Informationssystems werde dieses Ziel durch administrative Engpässe konterkariert. Ob Brüssel noch rechtzeitig nachbessert, bleibt abzuwarten.
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