EUDR-System: 16 Verbände warnen vor IT-Ausfallrisiko bis Dezember
01.06.2026 - 14:01:33 | boerse-global.de16 europäische Wirtschaftsverbände schlagen Alarm: Das zentrale IT-System für die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) ist mangelhaft und gefährdet die Umsetzung der neuen Handelsauflagen. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern sie die EU-Kommission zum sofortigen Handeln auf.
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System hat gravierende technische Schwächen
Die Kritik der Verbände ist deutlich: Die aktuelle Plattform weist erhebliche Defizite auf, die europäischen Unternehmen die Einhaltung der Vorschriften erschweren. Besonders problematisch sind die unnötigen Einschränkungen beim Bündeln von Sorgfaltserklärungen. Für Firmen, die große Datenmengen verarbeiten müssen, wird dies zum bürokratischen Engpass.
Hinzu kommt: Das System verfügt nicht über die notwendigen Funktionen, um komplexe internationale Lieferketten abzubilden und zu überprüfen. Die Verbände kritisieren zudem, dass die Plattform kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unzureichend unterstützt. Gerade diesen Firmen fehlen oft die Ressourcen, um die „praxisfernen" Anforderungen der IT-Infrastruktur zu bewältigen.
Countdown läuft: Deadline rückt näher
Der Zeitdruck ist enorm. Ab dem 30. Dezember 2026 müssen Unternehmen nachweisen, dass ihre Produkte entwaldungsfrei sind. Die Verordnung (EU 2023/1115 und 2025/2650) betrifft zahlreiche Branchen – von biobasierten Rohstoffen bis hin zu chemischen Zwischenprodukten.
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Die regulatorischen Anforderungen treffen auf einen sich wandelnden Markt. Während die Preise für einige petrochemische Zwischenprodukte in den letzten Jahren drastisch gestiegen sind, verteuerten sich europäische Pflanzenöle – oft als nachhaltige Alternativen genutzt – um etwa fünf bis zehn Prozent.
Digitale Infrastruktur als Achillesferse
Der Erfolg der Umstellung auf entwaldungsfreie Lieferketten hängt maßgeblich von einer funktionierenden digitalen Infrastruktur ab. Die Industrieallianz macht klar: Ohne eine praxistauglichere und robustere IT-Plattform bleibt die Fähigkeit der Unternehmen, die Dezember-Frist einzuhalten, ernsthaft gefährdet. Die EU-Kommission ist nun gefordert, die technischen Hürden schnellstmöglich aus dem Weg zu räumen.
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