Euba, Logistic

Euba Logistic: Traditions-Spedition aus Angermünde in Insolvenz

06.05.2026 - 17:36:48 | boerse-global.de

Die Spedition Euba Logistic stellt einen Insolvenzantrag. Steigende Kraftstoff- und Personalkosten setzen dem Familienunternehmen aus Brandenburg zu.

Euba Logistic: Traditions-Spedition aus Angermünde in Insolvenz - Foto: über boerse-global.de
Euba Logistic: Traditions-Spedition aus Angermünde in Insolvenz - Foto: über boerse-global.de

Steigende Kosten setzen dem 76 Jahre alten Familienunternehmen massiv zu.**

Das Amtsgericht Neuruppin ordnete am 28. April 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Euba Logistic GmbH an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Christian Graf Brockdorff von der Sanierungskanzlei BBL Brockdorff. Seit Ende April analysiert sein Team vor Ort die Liquidität und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.

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Der Betrieb läuft trotz des Verfahrens uneingeschränkt weiter. Das Management betont: Alle Kundenaufträge werden erfüllt, neue Aufträge nimmt man weiter an. Die Geschäftsführung hat bereits Gespräche mit wichtigen Kunden aufgenommen, um die Zusammenarbeit für die kommenden Monate zu sichern.

Warum die Krise das Traditionsunternehmen erwischt hat

Euba Logistic blickt auf eine lange Geschichte zurück – gegründet 1949, erwirtschaftete die Spedition zuletzt rund 18 Millionen Euro Jahresumsatz. Mit 145 Mitarbeitern zählt sie zu den bedeutendsten Arbeitgebern in der Region Angermünde.

Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich fundamental verschlechtert. Das Unternehmen nennt zwei Hauptgründe für den Gang zum Gericht: die explodierenden Kraftstoffkosten und die gestiegenen Personalkosten. Beide Faktoren haben die Margen in der Speditionsbranche massiv unter Druck gesetzt.

Für die Belegschaft greift nun ein Schutzmechanismus: Die 145 Mitarbeiter erhalten Insolvenzgeld für die Monate April bis Juni 2026. Diese staatliche Unterstützung verschafft dem Unternehmen eine finanzielle Atempause, um sich auf die Sanierung zu konzentrieren.

Die Branche steckt in der Krise

Der Fall Euba Logistic ist kein Einzelfall. Der Transport- und Logistiksektor gehört zu den verwundbarsten Bereichen der deutschen Wirtschaft. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2025 verzeichnete Deutschland insgesamt 24.064 Insolvenzverfahren – ein Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Stand seit 2014.

Besonders mittelständische Spediteure stehen vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen in die Modernisierung ihrer Flotten investieren und gleichzeitig die steigenden Betriebskosten stemmen. Euba Logistic hatte zuletzt selbst auf Innovationen gesetzt – etwa die Integration von Elektrofahrzeugen. Doch diese kapitalintensiven Investitionen kamen zu einem Zeitpunkt, als die traditionellen Margen durch externe Marktkräfte immer weiter schrumpften.

Was die Sanierung bringen soll

Das vorläufige Insolvenzverfahren wird in Deutschland zunehmend als strategisches Sanierungsinstrument genutzt – nicht als Vorbote einer Abwicklung. Euba Logistic liegt genau diesen Weg gehen: Die Zeit bis zum Auslaufen des Insolvenzgeldes im Juni 2026 nutzen, um einen tragfähigen Sanierungsplan vorzulegen oder einen strategischen Investor zu finden.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff hält sich mit Prognosen noch zurück. Klar ist: Ziel ist eine nachhaltige Lösung, die den Großteil der 145 Arbeitsplätze erhält und die Marke Euba am Markt hält.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Bis Juni müssen ein detailliertes Bestandsverzeichnis der Vermögenswerte erstellt und Verhandlungen mit den Hauptgläubigern abgeschlossen sein. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen seinen Kundenstamm in dieser unsicheren Phase halten kann.

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Ein Signal für den deutschen Mittelstand

Der Insolvenzantrag eines Unternehmens mit über sieben Jahrzehnten Geschichte ist ein deutliches Warnsignal für den deutschen Mittelstand im Transportsektor. Analysten sehen die Ursachen im Auslaufen finanzieller Polster aus der Vor-Corona-Zeit und den gestiegenen Zinsen. Hinzu kommen regulatorische Änderungen und der anhaltende Mangel an Berufskraftfahrern, der die Personalkosten weiter in die Höhe treibt.

Gelingt die Sanierung, könnte Euba Logistic zum Vorbild für andere mittelständische Spediteure werden, die unter ähnlichen Liquiditätsproblemen leiden. Der Ausgang des Verfahrens wird in der Region Brandenburg genau beobachtet – schließlich geht es um einen der letzten großen regionalen Logistik-Hubs.

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