EU-Philippinen-Handel, Freihandelsabkommen

EU-Philippinen-Freihandelsabkommen: Zölle für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch sollen sinken

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die EU und die Philippinen haben sich grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Geplant sind niedrigere Zölle, ein besserer Marktzugang und neue Chancen für europäische Exporteure – der Vertrag muss jedoch noch ausgearbeitet und genehmigt werden.

  • Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gratulierte dem Handelskommissar zum verhandelten Abkommen. (Archivbild) - Bild: Pascal Bastien/AP/dpa
    Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gratulierte dem Handelskommissar zum verhandelten Abkommen. (Archivbild) - Bild: Pascal Bastien/AP/dpa
  • Von der Leyen besuchte den Präsidenten der Philippinen, Ferdinand Marcos Jr., 2023 in Manila. Die Seiten einigten sich, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen. (Archivbild) - Bild: Aaron Favila/Pool AP/AP/dpa
    Von der Leyen besuchte den Präsidenten der Philippinen, Ferdinand Marcos Jr., 2023 in Manila. Die Seiten einigten sich, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen. (Archivbild) - Bild: Aaron Favila/Pool AP/AP/dpa
  • Handelskommissar Maros Sefcovic: Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit sind wichtiger denn je. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa
    Handelskommissar Maros Sefcovic: Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit sind wichtiger denn je. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gratulierte dem Handelskommissar zum verhandelten Abkommen. (Archivbild) - Bild: Pascal Bastien/AP/dpa Von der Leyen besuchte den Präsidenten der Philippinen, Ferdinand Marcos Jr., 2023 in Manila. Die Seiten einigten sich, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen. (Archivbild) - Bild: Aaron Favila/Pool AP/AP/dpa Handelskommissar Maros Sefcovic: Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit sind wichtiger denn je. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa

Die Europäische Union und die Philippinen haben sich grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen verständigt, das Zölle abbauen und den Marktzugang auf beiden Seiten verbessern soll.

Mehr als 94 Prozent der Zollpositionen

Nach Angaben der EU-Kommission sollen mehr als 94 Prozent der Zolltarifpositionen liberalisiert werden. Das soll mehr als 97 Prozent der Waren auf beiden Seiten abdecken. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic verwies auf Chancen für europäische Unternehmen und Landwirte.

Profitieren könnten unter anderem Anbieter von Maschinen, Transportmitteln, Arzneimitteln und medizinischen Geräten. Auch für Schweinefleisch aus der EU sind Zollerleichterungen vorgesehen. Die Philippinen haben rund 113 Millionen Einwohner und gelten für europäische Exporteure als wichtiger Markt.

Öffentliche Aufträge und Lieferketten

Das Abkommen soll erstmals auch den philippinischen Markt für öffentliche Aufträge für ausländische Bieter öffnen. Vorgesehen sind außerdem Regeln zu Nachhaltigkeit, Schutzstandards, Energie und Rohstoffen sowie der Schutz Hunderter europäischer Lebensmittel mit geschützter Herkunftsbezeichnung.

Sefcovic betonte zudem die Bedeutung widerstandsfähigerer und stärker diversifizierter Lieferketten. Als Beispiel nannte er Halbleiter. Zusätzlich könnten sich nach Darstellung der EU-Kommission Investitionsmöglichkeiten im Bereich erneuerbarer Energien ergeben.

Verhandlungen nach Unterbrechung fortgesetzt

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen hatten 2015 begonnen und waren zwischenzeitlich unterbrochen worden. Seit März 2024 wurden sie wieder vorangetrieben. Die EU-Kommission bezeichnete die Einigung als Signal für ein verstärktes Engagement der Union im indopazifischen Raum.

2025 war die EU nach Angaben der Kommission der viertgrößte Handelspartner der Philippinen und stand für 8,3 Prozent des Warenhandels des Landes. Der bilaterale Warenhandel belief sich im vergangenen Jahr auf 17,6 Milliarden Euro; der Handel mit Dienstleistungen erreichte 2024 rund 10,3 Milliarden Euro.

Vertrag noch nicht unterschriftsreif

Wann das Abkommen unterzeichnet werden kann, ist noch offen. Beide Seiten müssen sich zunächst auf die Umsetzung und technische Einzelheiten verständigen. Danach folgen die rechtliche Prüfung, die Übersetzung in die Amtssprachen der EU sowie die Zustimmung der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments.

Teil eines breiteren EU-Kurses

Die Verständigung mit den Philippinen steht für den Versuch der Europäischen Union, ihre Wirtschaftsbeziehungen im indopazifischen Raum auszubauen. Die Region gewinnt für europäische Unternehmen an Bedeutung, weil dort wachsende Absatzmärkte, wichtige Seewege und zentrale Lieferketten zusammenkommen.

Für die Philippinen ist die EU bereits ein bedeutender Handelspartner, zugleich bleibt das bilaterale Handelsvolumen im Vergleich zu den großen Wirtschaftsbeziehungen der Union begrenzt. Der geplante Abbau von Zöllen könnte vor allem exportorientierten Branchen zugutekommen. Maschinen, Fahrzeuge, Arzneimittel und Medizintechnik gehören zu den Bereichen, in denen europäische Anbieter bereits stark vertreten sind. Erleichterungen für Schweinefleisch würden den Zugang für landwirtschaftliche Exporteure verbessern.

Chancen und Bedingungen

Die Einigung geht über reine Zollfragen hinaus. Der Zugang zu öffentlichen Aufträgen, Regeln für Energie und Rohstoffe sowie der Schutz geografischer Herkunftsbezeichnungen können Investitionen und langfristige Geschäftsbeziehungen erleichtern. Zugleich dürften Nachhaltigkeits- und Schutzstandards die Umsetzung anspruchsvoll machen.

Für Verbraucher und Unternehmen treten die möglichen Vorteile erst nach Abschluss der technischen Verhandlungen, der rechtlichen Prüfung und der politischen Zustimmung in Kraft. Die Einigung ist daher ein wichtiger Zwischenschritt, aber noch nicht das Ende des Verfahrens. Strategisch kann sie der EU helfen, Lieferketten stärker zu diversifizieren und ihre Präsenz in Südostasien auszubauen.

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tagesschau: „Freihandelsabkommen zwischen EU und Philippinen“ (22.09.2026)

Der Beitrag bestätige die grundsätzliche Verständigung zwischen der Europäischen Union und den Philippinen und ordne sie als aktuelles handelspolitisches Vorhaben ein. Einen abweichenden Schwerpunkt setze der Audio-Beitrag nicht; offen bleibe weiterhin, wann die technischen und rechtlichen Schritte abgeschlossen seien.

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