EU-Maschinenverordnung, Cybersecurity-Pflichten

EU-Maschinenverordnung: Neue Cybersecurity-Pflichten ab Januar 2027

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 21:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Nachfrage nach Elektroingenieuren steigt rasant, während die Abbruchquote im Studium hoch bleibt. Das Handwerk profitiert von KI-sicheren Jobs und verzeichnet mehr Lehrverträge.

Elektroingenieure stark gefragt: IW Köln misst deutlichen Anstieg der Engpassrelation
Elektriker bei der Arbeit an einem modernen Schaltschrank in einer professionellen industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Nachfrage nach Elektroingenieuren ist im ersten Halbjahr 2026 massiv gestiegen. Die Engpassrelation kletterte um rund ein Drittel nach oben, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln ermittelte. Gleichzeitig steigt die Zahl der offenen Stellen in der Branche deutlich an.

Doch der akademische Nachwuchs bleibt aus. Knapp 60 Prozent der Bachelor-Studierenden in Elektrotechnik brechen ihr Studium ab. Der VDE warnt: Die Personalnot könnte langfristig die Innovationskraft am Standort Deutschland gefährden.

Handwerk lockt mit Sicherheit vor KI

Ganz anders sieht es im Handwerk aus. Rund 67.800 neue Lehrverträge wurden in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen – ein Plus von 4,9 Prozent. Das ist der höchste Juni-Wert seit 2018. In Mecklenburg-Vorpommern legten die Neuverträge sogar um 11,2 Prozent zu.

Besonders Abiturienten entdecken das Handwerk für sich. Zu den beliebtesten Berufen zählen der Elektroniker, der Kfz-Mechatroniker und der Anlagenmechaniker. Ein entscheidender Grund: Handwerkliche Tätigkeiten sind schwer durch Künstliche Intelligenz ersetzbar. Wer auf dem Dach steht oder Leitungen verlegt, hat einen Job mit Zukunft.

Trotzdem bleibt die Lücke riesig. In Nordrhein-Westfalen waren im Juni noch knapp 39.000 von 85.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. In Brandenburg fehlten im Juli über 2.000 Azubis. Viele Betriebe locken deshalb mit Praktikumsprämien von rund 120 Euro pro Woche.

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Neue EU-Verordnung treibt Personalbedarf

Ab dem 20. Januar 2027 wird die neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 verpflichtend. Sie verankert erstmals Cybersecurity-Anforderungen für Maschinen und Anlagen rechtlich. Unternehmen müssen künftig Cyber-Gefährdungsbeurteilungen durchführen – das bindet zusätzliche Fachkräfte.

Auch die Arbeitssicherheit wird komplexer. Ein Experte für Arbeitsstättenrecht veröffentlichte dazu einen Leitfaden für Elektrofachkräfte. In der Wehrtechnik erschweren zudem Sicherheitsüberprüfungen die Personalgewinnung. Die dauern oft drei bis sechs Monate – trotz eines Modernisierungsgesetzes, das seit Januar 2026 in Kraft ist.

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Demografische Zeitbombe tickt

Die Branche blickt mit Sorge auf 2027. Dann gehen voraussichtlich mehr als doppelt so viele Elektroingenieure in Rente, wie Absolventen von den Hochschulen kommen. Gleichzeitig wächst die Gruppe der Beschäftigten ohne Berufsabschluss. Laut Bertelsmann-Stiftung stieg ihre Zahl bis 2025 auf 4,57 Millionen. Die Arbeitslosenquote liegt hier bei über 20 Prozent – bei Fachkräften mit Ausbildung bei nur 3,5 Prozent.

Großkonzerne investieren trotzdem weiter in den Standort. Siemens plant in Offenbach eine 300-Millionen-Euro-Investition für gasisolierte Schaltanlagen. Bis 2030 sollen dort bis zu 700 neue Jobs entstehen. Die Produktion startet bereits im Frühjahr 2027 im Drei-Schicht-Betrieb.

Der Handwerkspräsident fordert angesichts dieser Entwicklungen eine gesetzliche Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung. Nur so lasse sich die Attraktivität technischer Berufe weiter steigern.

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