EU-Lieferkettengesetz: Lobbyisten von ExxonMobil bis Koch aufgedeckt
29.05.2026 - 05:03:13 | boerse-global.deNach neuen Enthüllungen soll sie sich von großen US-Unternehmen beeinflussen lassen haben – und zwar beim EU-Lieferkettengesetz, das seit März 2026 in Kraft ist.
Die Nichtregierungsorganisation „Initiative pour un devoir de vigilance“ wirft mehreren amerikanischen Konzernen vor, die Regeln gezielt aufgeweicht zu haben. Im Zentrum steht die sogenannte „Competitiveness Roundtable“ – ein Treffen, bei dem Regierungsvertreter und Top-Manager hinter verschlossenen Türen zusammensaßen.
Geheime Runden mit ExxonMobil, Koch und Guardian
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Bereits im Dezember 2025 hatte die niederländische Forschungsorganisation SOMO einen Bericht veröffentlicht, der die Existenz dieses Runden Tisches enthüllte. Nun zeigen parlamentarische Anfragen: Unternehmen wie ExxonMobil, Koch Inc. und Guardian sollen versucht haben, Luxemburgs Haltung zur Lieferketten-Richtlinie zu beeinflussen.
Wirtschaftsminister Lex Delles bestätigte auf Anfrage von Abgeordneten, dass es mehrere hochrangige Treffen gab:
- 11. Juli 2024 – Treffen mit Guardian
- Februar 2025 – Gespräch mit ExxonMobil
- 2. Dezember 2025 – Sitzung mit der Koch-Gruppe
Die genauen Inhalte dieser Treffen blieben jedoch vage. Genau das stößt den Oppositionspolitikern sauer auf.
Opposition fordert lückenlose Aufklärung
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Sam Tanson (Déi Gréng) und Franz Fayot (LSAP) kritisieren die Antworten der Regierung als ausweichend. Sie wollen wissen: Haben private Interessen ausländischer Konzerne die nationale Politik zu Menschenrechten und Unternehmensverantwortung beeinflusst?
Die NGO „Initiative pour un devoir de vigilance“ ist überzeugt: Die Lobbyarbeit zielte gezielt darauf ab, die Pflichten der Unternehmen im Rahmen des EU-Gesetzes abzuschwächen. Zwar ist die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) seit diesem Frühjahr in Kraft – doch wie stark einzelne Mitgliedsstaaten bestimmte Regeln unterstützten oder blockierten, bleibt im Großherzogtum umstritten.
Die Regierung schweigt bislang zu konkreten Ergebnissen der Runden Tische. Für die Opposition ist das ein Unding. Sie fordert eine umfassende Offenlegung – und will wissen, wo die Grenze zwischen wirtschaftlichem Austausch und unzulässiger Einflussnahme verläuft.
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