EU-KI-Gesetz, Schulungspflicht

EU-KI-Gesetz ab August: Neue Schulungspflicht für 43% der Betriebe

13.06.2026 - 12:39:08 | boerse-global.de

Berufsgenossenschaften setzen auf KI-Assistenten für Gefährdungsbeurteilungen, betonen aber die Notwendigkeit menschlicher Fachkenntnis.

KI in der Arbeitssicherheit: BG ETEM treibt Digitalisierung voran
EU-KI-Gesetz - Eine Gruppe von Fachkräften in einem modernen Büro nimmt an einer Online-Schulung zu DGUV V3 teil, mit digitalen Geräten und KI-Elementen. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

KI-Assistenten sollen künftig Gefährdungsbeurteilungen schneller und effizienter machen. Doch ohne Praxiswissen bleibt selbst die beste Technik wirkungslos.

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KI soll Bürokratie abbauen

Die Berufsgenossenschaft BG ETEM setzt auf künstliche Intelligenz. Mit dem Portal „Meine BG ETEM“ und digitalen Assistenten will sie den Verwaltungsaufwand in den Betrieben senken. Das erklärte die Organisation am 12. Juni.

Doch KI ist kein Allheilmittel. „Menschliches Urteilsvermögen bleibt unverzichtbar“, betont Dorothee Hübner von der BG ETEM. Die Technologie könne fehlerhaft sein und diene lediglich als Unterstützung – nicht als Ersatz für Fachkräfte. Auch auf der GVZ-Tagung Brandschutz einen Tag zuvor war der KI-Einsatz ein Thema.

Milliarden fürs Lernen – kaum Wirkung

Parallel zur Technik-Offensive zeigt eine Studie vom 11. Juni ein grundlegendes Problem: Unternehmen investieren Milliarden in Weiterbildung, der Effekt bleibt aber oft aus. Der Grund: Sie messen nur die Teilnahme, nicht den Kompetenzaufbau.

„Echte Kompetenz entsteht erst durch Anwendung“, kritisieren die Autoren Lea Wurm und Tobias Hombach. Das gilt besonders für sicherheitsrelevante Bereiche wie die Prüfung elektrischer Anlagen nach DGUV V3. Ohne praktischen Bezug ändere reine Wissensvermittlung kein Verhalten.

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Simulatoren schließen die Theorie-Lücke

Immer mehr Organisationen setzen deshalb auf digitale Lernformate. JUMO kündigte am 11. Juni an, allen Auszubildenden die Lernplattform „simpleclub“ zur Verfügung zu stellen. Ein Pilotprojekt mit angehenden Elektronikern lief erfolgreich.

International gehen Bahnbetreiber noch weiter. Die polnische PKP PLK trainiert Fahrdienstleiter seit Jahren mit Simulatoren. In diesem Jahr sollen rund 1.500 Mitarbeiter geschult werden – über 1.100 haben das Training bereits absolviert. Entgleisungen oder technische Defekte lassen sich so ohne reales Risiko proben.

Neuer Druck durch EU-Regulierung

Ab dem 2. August erhalten Aufsichtsbehörden volle Durchsetzungsbefugnisse nach dem EU-KI-Gesetz. Doch laut Bitkom bieten 43 Prozent der Unternehmen keine KI-Schulungen an. Das kollidiert mit neuen Vorschriften wie NIS2 und DORA, die Cybersicherheits-Schulungen zur Pflicht machen.

In technischen Nischen bleibt die Präsenzschulung unverzichtbar. Die Handwerkskammer Mannheim bietet am 20. und 22. Oktober Sachkundeschulungen für Airbag- und Gurtstraffersysteme an. Für die Prüfung von Wallboxen und Ladekabeln ist am 29. September ein Tagesseminar geplant – inklusive Umgang mit Messgeräten.

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