Inc, Unternehmensregistrierung

EU Inc.: Unternehmensregistrierung in nur 48 Stunden

05.06.2026 - 05:26:01 | boerse-global.de

EU-Kommission will mit „EU Inc.“ die digitale Unternehmensregistrierung auf zwei Tage verkürzen und Bürokratie abbauen.

EU-Initiative „Inc.“: Firmengründung in 48 Stunden geplant
Inc - Geschäftsleute betrachten ein Tablet mit vereinfachten Formularen zur Unternehmensregistrierung, symbolisiert die EU-Initiative „EU Inc.“ 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

“ soll die Unternehmensregistrierung radikal beschleunigen und digitalisieren. Während Gründer heute oft Monate auf Steuernummer und Handelsregistereintrag warten, soll das künftig innerhalb von 48 Stunden klappen.

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Digitaler Gründungsprozess in 48 Stunden

Das Modell der „EU Inc.“ ist die Antwort auf jahrelange Kritik von Wirtschaftsverbänden. Sie beklagten immer wieder die schleppenden, oft noch analogen Gründungsprozesse in Europa. Die Initiative sieht eine rein digitale Gründung vor – und das innerhalb von zwei Tagen.

Wirtschaftsvertreter begrüßen den Schritt als wesentlichen Beitrag zum Bürokratieabbau. Bisher galten Verzögerungen bei Steuernummern und behördlichen Registrierungen als größtes Hindernis für die europäische Digitalwirtschaft.

Parallel entstehen private Lösungen für die grenzüberschreitende Infrastruktur. Anfang Juni wurde bekannt, dass ein norwegisches Unternehmen eine Plattform entwickelt hat. Sie nutzt europäische Unternehmensregister und automatisierte Prüfverfahren, um Gründungen in Norwegen für EU-Firmen zu vereinfachen.

Mittelstand unter Druck: 32 Stunden Bürokratie pro Monat

Trotz der geplanten Erleichterungen bei der Gründung steigen die Anforderungen für bestehende Unternehmen. Laut aktuellen Berichten verbringen kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland durchschnittlich 32 Stunden pro Monat mit regulatorischen Vorgaben. Die Kosten für die Volkswirtschaft: rund 61 Milliarden Euro jährlich.

Seit Anfang 2026 gilt zudem die NIS-2-Richtlinie. Sie verpflichtet Unternehmen ab 50 Mitarbeitern oder 10 Millionen Euro Jahresumsatz zur Registrierung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

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Auch die E-Rechnungspflicht schreitet voran. Der Empfang digitaler Rechnungen ist seit Januar 2025 Pflicht. Ab 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit B2B-Umsätzen über 800.000 Euro auch digitale Rechnungen ausstellen. Ab 2028 gilt das für alle Firmen.

Paket für technologische Souveränität

Am 3. Juni stellte die EU-Kommission das „Europäische Paket zur technologischen Souveränität“ vor. Es umfasst den Chips Act 2.0 und den Cloud and AI Development Act (CADA). Ziel: Die Abhängigkeit von Anbietern aus Drittstaaten reduzieren – besonders bei Cloud-Infrastruktur und Halbleitern.

Die Kapazität europäischer Rechenzentren soll sich in fünf bis sieben Jahren verdreifachen. Der Hintergrund: US-amerikanische Cloud-Anbieter halten in der EU einen Marktanteil von über 70 Prozent.

Die neuen Regeln sehen vier Vertrauensstufen für Cloud-Dienste vor. Ab Stufe zwei müssen Anbieter einen Sitz in der EU nachweisen und frei von Einflussnahmen aus Drittstaaten sein. Nur dann kommen sie für sensible öffentliche Aufträge infrage.

Der Bitkom begrüßte die Initiative grundsätzlich. Andere Marktteilnehmer warnten vor einer möglichen digitalen Abschottung.

Deutschland bei akademischen Gründungen nur Mittelmaß

Eine Studie der Technischen Universität München zeigt: Deutschland liegt bei Startups aus dem universitären Umfeld international nur im unteren Mittelfeld. Pro 100 Millionen Euro Budget entstehen hierzulande lediglich 9,7 Startups. Spitzenreiter Andorra kommt auf 52,2, Estland auf 29,3 Gründungen.

Die Autoren sehen enormes Potenzial für die europäische Wirtschaft. Würde Deutschland das Niveau der Spitzenreiter erreichen, könnten über ein Jahrzehnt Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen. Die Wirtschaftsleistung läge im Billionenbereich.

Brandenburg setzt derweil auf regionale Anreize. Die Bewerbungsfrist für den landeseigenen Gründungspreis 2026 wurde bis zum 14. Juni verlängert. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten und honoriert Leistungen in Kategorien wie Unternehmensnachfolge und Gründungen durch Frauen. Die Verleihung ist für den 2. September in Potsdam geplant.

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