EU-Entgelttransparenz, Deutschland

EU-Entgelttransparenz: Deutschland verstößt seit Juni gegen EU-Recht

07.06.2026 - 15:11:40 | boerse-global.de

Die Bundesregierung hat die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie verzögert. Ab Juni 2026 droht ein Vertragsverletzungsverfahren.

Deutschland verpasst EU-Frist: Entgelttransparenz erst 2027
EU-Entgelttransparenz - Eine Gruppe von Fachleuten nimmt an einem Seminar teil, das sich mit Arbeitsrecht und Sozialwirtschaft befasst. Sie schauen auf eine Präsentation. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit dem 7. Juni 2026 verstößt Deutschland damit gegen geltendes EU-Recht. Die EU-Kommission könnte nun ein Strafverfahren einleiten.

Nationale Umsetzung erst 2027

Die Richtlinie soll den Gender-Pay-Gap senken – er lag 2024 bei 15,6 Prozent. Familienministerin Karin Prien plant die nationale Umsetzung für Anfang 2027. Ihr Ziel: den administrativen Aufwand für Unternehmen gering halten.

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Erste Berichtspflichten und konkrete Auskunftsansprüche für Beschäftigte sollen nach aktuellem Stand erst im Juni 2028 wirksam werden.

Streit um Arbeitszeitmodelle

Parallel zur Entgelttransparenz tobt eine Debatte um die tägliche Arbeitszeit. Michaela Engelmeier vom Sozialverband Deutschland sprach sich Anfang Juni gegen eine Aufweichung des Acht-Stunden-Tags aus. Ein potenzieller 13-Stunden-Tag sei mit der Lebensrealität der Beschäftigten nicht vereinbar.

Das Thema findet sich im Koalitionsvertrag von Union und SPD wieder: eine flexiblere Wochenarbeitszeit.

Gerichte setzen klare Grenzen

Für Personalabteilungen liefern aktuelle Urteile wichtige Leitplanken. Das Arbeitsgericht Nordhausen bestätigte im Mai 2026 die Kündigung eines Außendienstmitarbeiters nach einjährigem Führerscheinentzug. Das Führen eines Fahrzeugs war wesentliche Vertragspflicht – und eine Versetzung nicht möglich.

Anders entschied das Arbeitsgericht Bochum im März 2026: Kündigungen wegen mutmaßlichen Arbeitszeitbetrugs im Homeoffice waren unwirksam. Der Arbeitgeber hatte den Betriebsrat nicht informiert und Fristen für eine Verdachtskündigung missachtet.

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Neue Wege gegen Fachkräftemangel

Der Wetteraukreis und das Jobcenter informieren im Juni über geförderte Teilzeitausbildungen. Sie richten sich an Menschen mit familiären Verpflichtungen und anerkannte Flüchtlinge – mit rund 30 Stunden Wochenarbeitszeit.

Die Info-Termine: 27. Juni in Friedberg, 30. Juni in Büdingen. Die Arbeitsagentur Gießen bietet am 5. August eine Online-Beratung für Unternehmen an.

Die SRH Höhere Berufsfachschule in Frankfurt lädt am 11. und 25. Juni zu Infoabenden über die Ausbildung zur Sozialassistenz ein. Die zweijährige Vollzeitausbildung ermöglicht den staatlich geprüften Abschluss und die Fachhochschulreife. Voraussetzung: Sprachkenntnisse auf Niveau B2 oder C1.

Seminare für die Arbeitswelt von morgen

Die Volkshochschulen haben ihr Programm für die zweite Jahreshälfte angepasst:

Digitale Kompetenz: Die vhs wetterau startet ab 15. Juli Kurse zum Lernen mit Künstlicher Intelligenz. Die KVHS Groß-Gerau bietet KI-Themen und Kurse zum digitalen Nachlass.

Kommunikation und Führung: Neue Rhetorik-Angebote beginnen in der Wetterau ab 12. Oktober. Formate wie „Tanz dich in Führung“ (ab 3. August) und Seminare zu Gehaltsverhandlungen ergänzen das Portfolio.

Recht und Soziales: Die Caritas in Regensburg informiert am 17. Juni über Kontopfändungen – gezielt für Multiplikatoren in sozialen Einrichtungen und Behörden.

Digitaler Produktpass wird konkret

Am 16. Juni findet an der Hochschule Ruhr West eine Veranstaltung zum Digitalen Produktpass statt. Ab 2026 führt er technische Standards für Batterien, Elektrogeräte und Textilien ein. Die ökologische Transformation der Wirtschaft nimmt damit Fahrt auf.

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