Data, Act

EU Data Act: AVM verschärft Datenschutz mit FritzOS 8.25

05.07.2026 - 21:22:50 | boerse-global.de

AVM passt mit FritzOS 8.25 die Nutzungsbedingungen an den EU Data Act an. Router erfassen künftig technische Daten und Smart-Home-Informationen.

AVM FritzOS 8.25: Neue Regeln durch EU Data Act
Data - Ein moderner Router mit leuchtenden Anzeigen und stilisierten Datenströmen, die Datenregulierung und Technologie darstellen. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

25 neue Nutzungsbestimmungen veröffentlicht. Grund sind die strengeren Vorgaben des EU Data Act.

Umfassende Datenerfassung unter FritzOS 8.25

Die neue Vereinbarung regelt die Erfassung technischer Informationen wie MAC-Adresse, Providerkennung, Betriebssystemversion sowie Ländereinstellungen und Sprache. Auch Support-Daten, Fehlerberichte, Diagnose-Informationen und Smart-Home-Daten werden an den Hersteller übermittelt.

Eine Besonderheit: Die Diagnosefunktion kann im Bedarfsfall einen geschützten Port am Router öffnen. AVM betont, die Daten weder für Marketingzwecke zu nutzen noch an Dritte weiterzugeben. Nutzer können widersprechen – der Router bleibt dann grundsätzlich funktionsfähig, einzelne Dienste stehen aber möglicherweise nur eingeschränkt zur Verfügung.

DSGVO und EuGH setzen Grenzen

Sony löscht seit April 2026 inaktive PSN-Konten nach 36 Monaten ohne Aktivität. Vor der endgültigen Löschung gibt es eine sechsmonatige Frist nach E-Mail-Benachrichtigung. Als Grund nennt Sony Anforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung.

Der Europäische Gerichtshof präzisierte am 19. März 2026 (Az. C-526/24) die Grenzen der Datenauskunft. Erste DSGVO-Auskunftsanträge können als exzessiv gelten, wenn eine missbräuchliche Vorteilsabsicht vorliegt. Für Schadensersatz müssen Verstoß, konkreter Schaden und Kausalzusammenhang nachgewiesen werden.

Anzeige

AVM zwingt mit FritzOS 8.25 alle Router-Betreiber zu neuen Nutzungsbestimmungen – MAC-Adresse, Providerkennung, Smart-Home-Daten werden erfasst. Die kostenlose Checkliste zeigt Ihnen, welche Daten betroffen sind, wie Sie widersprechen und Ihre DSGVO-Compliance sichern. Compliance-Checkliste anfordern

Verzögerungen bei KI-Regulierung und Cookie-Reformen

Der EU-Rat hat Ende Juni 2026 die Fristen für Hochrisiko-Systeme in der KI-Verordnung verlängert. Eigenständige Systeme müssen die Anforderungen bis zum 2. Dezember 2027 erfüllen, eingebettete Systeme bis zum 2. August 2028. Deepfake-Verbote sollen bereits ab dem 2. Dezember 2026 greifen. Die Bundesnetzagentur wurde im Juni 2026 als zuständige Aufsichtsbehörde benannt.

Stockungen gibt es bei der Cookie-Reform. Die zyprische EU-Ratspräsidentschaft bremste Pläne aus dem Digital Omnibus aus. Die EU-Kommission will die Cookie-Regelungen vollständig in die DSGVO überführen – einige Mitgliedstaaten lehnen das wegen zweigeteilter Zuständigkeiten ab. Im Gespräch ist eine zentrale Einwilligungslösung mit sechsmonatiger Gültigkeit.

Transatlantische Datenströme wackeln

Anzeige

Betrifft Ihr Unternehmen den EU Data Act? Die neue FritzOS-Vereinbarung erfasst weitreichende technische Daten. Mit unserer Checkliste prüfen Sie in 5 Minuten, ob Ihre Router-Konfiguration noch compliant ist. Checkliste per E-Mail sichern

Ein Urteil des US Supreme Court zur Unabhängigkeit der Federal Trade Commission könnte die Grundlage für den EU-US-Datenaustausch schwächen. Experten raten Unternehmen, Datenflüsse präventiv zu dokumentieren. Bei einem Scheitern des Data Privacy Framework wären erneut komplexe Transfer Impact Assessments und Standardvertragsklauseln nötig.

Verbraucherschützer fordern derweil die Aufhebung einer Überwachungsanordnung für die Plattform X. Kritikpunkt: Das KI-Training „Grok“ mit Nutzerdaten ohne explizite Zustimmung bei kaum auffindbarer Opt-out-Möglichkeit.

de | wirtschaft | 69699869 |