EU-Compliance, Start-up

EU-Compliance: Start-up Reguly automatisiert Verpackungsverordnung

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 17:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Meerbuscher Start-up Reguly bündelt EU-Verpackungsrecht, Produktpass und AI Act und automatisiert Konformitätserklärungen für den Mittelstand.

Reguly erhält Förderung für digitale EU-Compliance-Plattform
Ein minimalistischer, moderner Arbeitsbereich in einem renovierten Fabrikgebäude mit hohen Decken und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Das in Meerbusch ansässige Start-up Reguly wurde für die zehnte Runde des Accelerator-Programms „accelerate.rkn“ des Rhein-Kreises Neuss ausgewählt. Mit der Aufnahme in das Förderprogramm treibt das junge Unternehmen die Entwicklung einer digitalen Plattform voran, die darauf abzielt, die komplexen Anforderungen der EU-Regulatorik für den Mittelstand signifikant zu vereinfachen.

Das Unternehmen, das seinen Sitz im Böhler-Areal hat, adressiert damit eine wachsende Herausforderung für Betriebe, die mit einer zunehmenden Dichte an europäischen Richtlinien konfrontiert sind.

Bündelung zentraler EU-Pflichten auf einer Plattform

Der Fokus des Start-ups liegt auf der Bereitstellung einer zentralen Infrastruktur, die verschiedene regulatorische Anforderungen der Europäischen Union zusammenführt. Die Plattform von Reguly bündelt derzeit drei wesentliche Pflichtbereiche, die Unternehmen in der EU vor administrative Herausforderungen stellen.

Ein Kernaspekt ist die EU-Verpackungsverordnung, die bereits seit dem 12. August 2026 gilt. Diese sieht verschärfte Vorgaben für das Inverkehrbringen von Verpackungen und deren Recyclingfähigkeit vor. Daneben integriert die Lösung den digitalen Produktpass. Dieses Instrument soll künftig Informationen über die Nachhaltigkeit, die Herkunft und die Entsorgungswege von Produkten entlang der gesamten Wertschöpfungskette transparent machen.

Als dritte Säule berücksichtigt die Plattform den EU AI Act. Das Gesetz über künstliche Intelligenz regelt den Einsatz und die Entwicklung von KI-Systemen innerhalb der Union und legt dabei verschiedene Risikoklassen fest. Für mittelständische Unternehmen bedeutet dies oft einen erheblichen Prüfaufwand, um sicherzustellen, dass eingesetzte oder entwickelte Softwarelösungen den rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen.

Anzeige

Wer sich mit der rechtssicheren Anwendung künstlicher Intelligenz befasst, benötigt einen klaren Überblick über die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt die Risikoklassen und Pflichten des EU AI Acts kompakt und verständlich. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Automatisierung der Konformitätserklärungen

Die Lösung von Reguly setzt auf die Automatisierung von Prozessen, die bisher oft manuell und zeitintensiv bearbeitet werden mussten. Wie aus den Projektbeschreibungen hervorgeht, ermöglicht die Plattform die automatische Erstellung von Konformitätserklärungen.

Diese Dokumente sind für Unternehmen essenziell, um rechtssicher nachzuweisen, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen alle geltenden europäischen Sicherheits- und Umweltstandards erfüllen.

Durch die Bündelung der verschiedenen regulatorischen Themenfelder in einer einheitlichen Benutzeroberfläche soll insbesondere der Mittelstand entlastet werden. Viele Betriebe dieser Größe verfügen nicht über spezialisierte Rechtsabteilungen, um die stetig neuen Vorgaben aus Brüssel zeitnah umzusetzen.

Anzeige

Die neuen EU-Regeln stellen viele Unternehmen vor große Herausforderungen, insbesondere bei der Identifikation von Hochrisiko-Systemen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche konkreten Dokumentationspflichten jetzt auf Ihre IT- und Rechtsabteilung zukommen. Kostenlosen Report zur KI-Verordnung anfordern

Förderung durch den Rhein-Kreis Neuss

Die Teilnahme am Programm „accelerate.rkn“ stellt für das Start-up einen wichtigen Meilenstein in der weiteren Unternehmensentwicklung dar. Das Accelerator-Programm des Rhein-Kreises Neuss unterstützt ausgewählte Gründerteams dabei, ihre Geschäftsmodelle zur Marktreife zu bringen oder bestehende Lösungen zu skalieren.

Die Förderung im Rahmen dieses Programms ist substanziell und umfasst Sachleistungen in einem Wert von bis zu 25.000 Euro. Neben der finanziellen Unterstützung in Form dieser Sachwerte profitieren die Teilnehmer in der Regel von einem Netzwerk aus Mentoren und dem Zugang zu potenziellen Partnern in der Region.

Reguly nutzt für seine Arbeit die Infrastruktur im Böhler-Areal in Meerbusch, einem Standort, der zunehmend als Anlaufpunkt für technologieorientierte Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss fungiert.

Mit dem Start der zehnten Runde des Programms unterstreicht der Rhein-Kreis Neuss sein Bestreben, innovative Lösungen für die Wirtschaft vor Ort zu fördern. Die Plattform von Reguly wird dabei als ein Instrument gesehen, das die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Mittelständler durch eine effizientere Handhabung der EU-Compliance stärken könnte.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70064374 |