EU-China-Handel: Neue Zollgebühr von 3 Euro ab 1. Juli
30.06.2026 - 01:04:21 | boerse-global.de
EU-Handelskommissar Šef?ovi? und Chinas Handelsminister Wang Wentao einigten sich bei einem Treffen in Brüssel am Montag darauf, bis Oktober konkrete Ergebnisse in zentralen Streitfragen vorzulegen. Es ist die erste gemeinsame Erklärung der beiden Partner in diesem Format seit 2019.
Vier Arbeitsgruppen für strukturelle Handelsfragen
Für die Verhandlungen wurden vier spezialisierte Arbeitsgruppen eingerichtet. Sie befassen sich mit der Handelsbilanz, Exportkontrollen bei kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden, dem Schutz geistigen Eigentums und Reformen der Welthandelsorganisation (WTO).
Ein neuer Ampel-Mechanismus soll die Handelsströme überwachen und für mehr Transparenz sorgen. Die EU will damit die Marktbedingungen angleichen und faire Wettbewerbsvoraussetzungen für europäische Unternehmen in China schaffen.
Massives Handelsdefizit unter Druck
Hintergrund der Gespräche ist das enorme Handelsdefizit mit China. 2025 belief es sich auf rund 360 Milliarden Euro – rechnerisch eine Milliarde Euro pro Tag. Die EU-Kommission bereitet parallel Schutzinstrumente vor, um die europäische Wirtschaft unabhängiger zu machen. Diskutiert werden Diversifizierungs- und Solidaritätsmechanismen für kritische Lieferketten.
Die neue EU-Zollgebühr von 3 Euro pro Niedrigwertpaket trifft ab Juli 2026 alle Importeure von Temu, Shein & Co. Unser Report liefert eine konkrete Checkliste zur Vorbereitung und zeigt, wie Sie Ihre Kalkulation anpassen. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Auch Deutschland erhöht den Druck. Wirtschaftsministerin Reiche traf sich ebenfalls mit Minister Wang und forderte gleiche Wettbewerbsbedingungen. Das deutsche Handelsdefizit mit China erreichte zuletzt mit 87 Milliarden Euro einen Rekord. Branchenberichte zeigen: Die deutsche Automobilindustrie hat den Abbau von über 100.000 Stellen angekündigt.
Neue Zollregelungen für den Onlinehandel
Unabhängig von den Verhandlungen verschärft die EU bereits den Zugriff auf chinesische Importe. Ab dem 1. Juli 2026 gilt eine neue Zollgebühr von 3 Euro pro Niedrigwertpaket. Die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro entfällt. Die Maßnahme zielt auf E-Commerce-Plattformen wie Temu und Shein ab.
Mit dem Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze steigen die Kosten für jeden China-Import. Händler, die jetzt ihre Lieferketten umstellen, sichern sich Wettbewerbsvorteile. Der Report zeigt, welche Strategien wirklich funktionieren. Strategie-Report jetzt sichern
Die Zahl der Paketsendungen stieg von 1,3 Milliarden (2022) auf geschätzt 5,9 Milliarden (2025). Rund 90 Prozent dieser Importe stammen aus China. Frankreich hat zudem Ende Juni ein Werbeverbot für Ultra-Fast-Fashion verabschiedet, das ab 2027 in Kraft tritt.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den Herbst geplant. Šef?ovi? reist im Oktober nach Peking, um die Fortschritte zu prüfen. Die Frist korrespondiert mit dem EU-Gipfel am 15. Oktober, bei dem die Handelsbeziehungen zu China voraussichtlich ein zentrales Thema sein werden.
