EU AI Act: Neue Compliance-Regeln für KMU ab August
21.06.2026 - 09:41:53 | boerse-global.de
Am 8. Juli 2026 laden die Handwerkskammer (HWK) Münster und die IHK Nord Westfalen zu einem gemeinsamen KI-Sprechtag ein. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen individuelle Lösungsansätze für den Einsatz Künstlicher Intelligenz aufzuzeigen.
Die Veranstaltung läuft von 9 bis 12 Uhr in Münster. In persönlichen Beratungsgesprächen sollen die Betriebe konkrete Anwendungsmöglichkeiten für ihren Alltag identifizieren. Die Kooperation zwischen HWK und IHK will so den Einstieg in KI-gestützte Prozesse erleichtern.
Der Einsatz von KI bietet Handwerksbetrieben enorme Chancen, erfordert aber auch die Einhaltung neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Handwerk setzt auf Forschung und Bildung
Nicht nur in Münster rüstet das Handwerk technologisch auf. Die HWK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim forscht seit Oktober 2024 am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) zum KI-Einsatz im Mittelstand. Im Februar 2026 nahmen dort bereits sieben Unternehmen an Workshops teil. Ein zentrales Projekt ist „RoboCraft“, das unter der Leitung von René Nauber den Einsatz von Cobots und Exoskeletten erprobt.
Andreas Nünemann, Präsident der HWK Osnabrück, sieht in der KI eine große Chance für die Betriebe. Auch die HWK Pfalz investiert massiv: 2,2 Millionen Euro fließen in das Bildungs- und Technologiezentrum Kaiserslautern. Ein Teil davon geht in das Projekt „InnoLernKI“, bei dem gemeinsam mit dem DFKI interaktive KI-Schulungswände für Photovoltaik und Wärmepumpen entstehen. Die Maßnahmen sollen auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken – im Elektrobereich bleiben etwa Stellen für Ausbildungsmeister unbesetzt.
EU AI Act setzt Unternehmen unter Druck
Parallel zur technischen Einführung wächst der regulatorische Druck. Ein Webinar am 24. Juni 2026 befasst sich mit den Governance-Auflagen des EU AI Acts, besonders für Hochrisiko-KI-Systeme. Referent Thomas Maxeiner weist auf den Stichtag 2. August 2026 hin. Dann gelten striktere Auflagen – bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Auch Sicherheitsaspekte rücken in den Fokus. Am 23. Juni 2026 veranstalten die Wirtschaftsförderungen in Ostwestfalen-Lippe eine Online-Veranstaltung zu KI und Cybersicherheit. Tobias Diemer von der Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand informiert über Gefahren durch KI-gestützte Phishing-Angriffe und Deepfakes sowie über Schutzmaßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen.
Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen auch die Gefahren durch KI-gestützte Angriffe auf mittelständische Betriebe. Wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen und gleichzeitig die neuen gesetzlichen Anforderungen erfüllen, erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen: So schützen clevere Unternehmer ihre Firma vor Cyberangriffen
Strategische Neuausrichtung auf breiter Front
Die strategische Bedeutung des Themas zeigt sich auch in personellen Veränderungen. Die Vollversammlung der HWK des Saarlandes wählte am 17. Juni 2026 Hans-Ulrich Thalhofer zum neuen Hauptgeschäftsführer. Er soll die Kammer durch die digitale Transformation führen.
Auf dem ISG AI Impact Summit am 22. und 23. Juni 2026 in Frankfurt diskutieren Vertreter von Siemens, Merck KGaA und der Deutschen Bank über die wirtschaftliche Rentabilität von KI und die notwendige Talententwicklung. Auch kommunale Akteure suchen nach Einsatzmöglichkeiten: Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen informiert am 23. Juni 2026 über KI-Anwendungen zur Verbesserung des Klimaschutzes in Kommunen.
