Act, Kennzeichnungspflicht

EU AI Act: Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte ab 2. August

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 19:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab August 2026 müssen Unternehmen KI-Inhalte kennzeichnen. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder und Haftungsrisiken.

EU AI Act: Neue Transparenzpflichten ab August 2026
Abstrakte Darstellung von Datenströmen und vernetzten Knotenpunkten, die Datensicherheit und digitale Provenienz symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Ab dem 2. August 2026 greifen zentrale Transparenzpflichten des EU AI Act. Unternehmen müssen dann KI-generierte Inhalte klar kennzeichnen – oder riskieren hohe Bußgelder.

Was ab August Pflicht wird

Die neuen Regelungen betreffen vor allem Chatbots, Deepfakes und KI-Texte zu öffentlichen Themen ohne redaktionelle Prüfung. Betreiber müssen diese Inhalte als KI-generiert erkennbar machen. Für maschinenlesbare Markierungen haben Anbieter noch bis zum 2. Dezember 2026 Zeit.

Die EU-Kommission hat bereits im Juni 2026 einen Code of Practice verabschiedet. Er sieht drei offizielle Icons zur Kennzeichnung vor.

Warum die Eile? Das Oberlandesgericht Hamm entschied im Mai 2026: Unternehmen haften für Falschaussagen ihrer KI-Chatbots. Bei Verstößen gegen die Kennzeichnungspflicht drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Neue Prüfstandards für KI-Systeme

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat einen Entwurf für die „AI Audit and Assurance Assessment Architecture“ (A5) vorgelegt. Diese Prüfarchitektur ermöglicht eine standardisierte Bewertung von KI-Systemen – angelehnt an den etablierten C5-Standard. Fachkreise können bis zum 31. August 2026 Rückmeldungen einreichen.

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Parallel entwickelt die Organisation Codema neue technische Komitees. Sie sollen Standards für die kontinuierliche Bewertung von KI-Systemen über deren gesamten Lebenszyklus schaffen.

Das ist dringend nötig: Laut einer McKinsey-Studie von 2026 verfügen nur 30 Prozent der Unternehmen über eine fortgeschrittene KI-Governance.

Datenherkunft wird zum Branchenthema

Der Nachweis der Datenherkunft – digitale Provenienz – gewinnt weit über die KI-Regulierung hinaus an Bedeutung:

  • Lebensmittelwirtschaft: Bayern startete eine Herkunftsdatenbank für Eier mit dem Siegel „Geprüfte Qualität – Bayern“. Per Eiercode lässt sich die Herkunft bis zum Erzeuger zurückverfolgen.
  • Wissenschaft: Ein neuer Leitfaden für Gendatenbanken unterstützt die Umsetzung von UN-Mechanismen zum Vorteilsausgleich bei digitalen Sequenzinformationen.
  • Industrie: Durch die Übernahme von IPOINT durch Assent sollen digitale Produktpässe und die EU-Batterieverordnung effizienter umgesetzt werden.
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Souveräne Infrastrukturen als Antwort

Cloud-Dienstleister wie Plusserver und TÜV Trust IT kooperieren, um BSI-C5-zertifizierte Umgebungen anzubieten. Diese erfüllen die Anforderungen von NIS-2, DORA und dem EU AI Act. Besonderer Fokus: souveräne KI-Modelle nach ISO 42001.

Analysten von Gartner prognostizieren einen Trend zu „Datenbotschaften“: Bis 2029 könnten 15 Prozent der Staaten in instabilen Regionen ihre kritischen Daten verschlüsselt im Ausland hosten – bei rechtlicher Hoheit des Heimatstaates. Technisch abgesichert durch Zero-Trust-Architekturen und Post-Quanten-Kryptografie.

Auch im Steuerwesen steigen die Anforderungen: Unter den GoBD-Richtlinien müssen Unternehmen Kassendaten jederzeit vollständig und maschinell auswertbar vorhalten. Besonders bei Cloud-Lösungen fordern Finanzbehörden bei Betriebsprüfungen eine unverzüliche Bereitstellung der exportierten Daten.

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