EU AI Act: Bis zu 15 Millionen Euro Bußgelder ab August
11.06.2026 - 15:42:28 | boerse-global.de
Im Fokus stehen schlankere Dokumentation, strengere KI-Regeln und eine Reform der Arbeitszeit.
EU AI Act bringt neue Pflichten für Personalabteilungen
Ab August 2026 greifen die Transparenzpflichten des EU AI Act für Künstliche Intelligenz im Personalwesen. Unternehmen müssen dann nachweisen, dass ihre KI-Systeme bei Bewerbungen oder Leistungsbewertungen fair und nachvollziehbar arbeiten. Die Einstufung als Hochrisiko-Anwendung zieht weitreichende Compliance-Anforderungen nach sich.
Angesichts der neuen EU-Vorgaben stehen viele IT- und Rechtsabteilungen vor komplexen Dokumentationspflichten für ihre KI-Systeme. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihr Unternehmen jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Die Strafen sind happig: Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat sich am heutigen Donnerstag kritisch zu den Plänen geäußert.
Parallel dazu stellt die Bundesregierung die Verwaltungsprozesse um. Ab 2027 wird die Führung digitaler Entgeltunterlagen zur Pflicht. Softwareanbieter sind bereits in den Startlöchern – auf Fachkonferenzen im Juni präsentierten erste Firmen Systeme für ein autonomes Human Capital Management.
Arbeitszeitreform: Weg von der Acht-Stunden-Grenze?
Ein heißes Eisen ist die angekündigte Reform des Arbeitszeitgesetzes. Arbeitsministerin Bärbel Bas will noch im Juni einen Gesetzentwurf vorlegen, der die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine flexible Wochenbetrachtung ersetzt. Wirtschaftsverbände drängen auf schnelle Umsetzung noch vor der Sommerpause.
Doch Arbeitsschutzexperten und Gewerkschaften warnen. Studien der Hans-Böckler-Stiftung zeigen: Theoretisch wären dann Arbeitstage von über 12 Stunden möglich. Dabei steigt das Unfallrisiko nach der achten Stunde signifikant an. Rund 75 Prozent der Beschäftigten fürchten zudem negative Folgen für ihre Work-Life-Balance.
Unabhängig von kommenden Reformen bleibt die rechtssichere Dokumentation der geleisteten Stunden für Betriebe bereits heute zwingend erforderlich. Mit diesem gratis E-Book und der fertigen Mustervorlage sind Sie ohne teure Software sofort auf der sicheren Seite. In 10 Minuten zur gesetzeskonformen Arbeitszeiterfassung
Neue Berufskrankheit und digitales Meldewesen
Ende Mai beschloss das Bundeskabinett die Aufnahme von Pestizid-bedingten Parkinson-Erkrankungen in die Liste der Berufskrankheiten. Betroffen sind vor allem Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau. Die Erweiterung macht präzise Meldeverfahren an die Berufsgenossenschaften nötig.
Die Komplexität solcher Verfahren zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2024 gingen über 90.000 Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten ein – weniger als ein Drittel wurde anerkannt. Die geplante Digitalisierung der Meldekette soll hier Abhilfe schaffen.
Gender Pay Gap: Deutschland hinkt hinterher
Unterdessen steht Deutschland unter Druck, EU-Vorgaben zur Entgelttransparenz umzusetzen. Der Gender Pay Gap liegt hierzulande bei 15,6 Prozent – der EU-Schnitt bei 11,1 Prozent. Eine für Juni erwartete nationale Regelung verzögert sich voraussichtlich bis Anfang 2027.
