Act, Betriebsräte

EU AI Act ab August: Betriebsräte müssen Risikoanalysen etablieren

23.06.2026 - 20:49:59 | boerse-global.de

Auszeichnungen für innovative Betriebsräte bei Brose und MAN, während Konflikte bei Audi, VW und Zalando eskalieren.

Betriebsräte: KI-Regeln, Standortkämpfe und Sozialpläne
Act - Eine Gruppe von Arbeitnehmern in einer modernen Fabrik, die zusammenarbeiten, um neue Technologie zu integrieren, einschließlich Satellitentechnik und KI. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während innovative Betriebsräte für KI-Vereinbarungen und Standortsicherung ausgezeichnet werden, eskalieren die Konflikte bei Audi, VW und Zalando.

Brose: Satellitentechnik sichert Arbeitsplätze

Der Betriebsrat des Automobilzulieferers Brose in Würzburg steht auf der Shortlist für zwei nationale Auszeichnungen. Das Gremium wurde am 23. Juni 2026 für den Deutschen Betriebsrätepreis und den Deutschen Mitbestimmungspreis nominiert.

Anzeige

Viele Betriebsräte verschenken täglich ihre Rechte – ohne es zu wissen. § 87 BetrVG gibt Ihnen mehr Macht als Sie denken – ein kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie diese durchsetzen. Das Herzstück der Mitbestimmung jetzt entdecken

Hintergrund: Die Arbeitnehmervertretung sicherte den Standort mit rund 1.400 Beschäftigten durch den Aufbau von Kompetenzen in der Satellitentechnik. Statt den Wandel nur zu begleiten, erschloss das Gremium aktiv neue Geschäftsfelder.

MAN: Maßstäbe für Künstliche Intelligenz

Bereits am 21. Juni zeichnete der DGB Bayern den Konzernbetriebsrat von MAN Truck & Bus aus. Grund war eine Konzernbetriebsvereinbarung zum Einsatz Künstlicher Intelligenz. Das Regelwerk stellt klar: KI-Systeme sollen Beschäftigte unterstützen, nicht ersetzen.

Die Relevanz solcher Vereinbarungen ist enorm. Laut Bitkom-Studie nutzen bereits 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen KI. Und ab dem 2. August 2026 gelten durch den EU AI Act strengere Compliance-Pflichten. Betriebsräte müssen dann Risikoanalysen für Hochrisiko-Anwendungen etablieren.

Audi: 5.000 Beschäftigte fordern Investitionen

Bei einer Betriebsversammlung in Ingolstadt forderten Gesamtbetriebsratschef Jörg Schlagbauer und rund 5.000 Mitarbeiter klare Zusagen. Der geplante Abbau von 6.000 Stellen bis 2027 ist bereits zu 4.500 Stellen umgesetzt. Der Standort Neckarsulm dürfe nicht zur Disposition stehen, betonte der Betriebsrat.

Ähnlich die Lage im VW-Werk Baunatal. Betriebsratschef Carsten Büchling kritisierte vor 6.000 Teilnehmern ein Kommunikationsdefizit des Vorstands beim Sparkurs. Der Nebenstandort in der Lilienthalstraße schließt im Sommer 2027, die 100 betroffenen Mitarbeiter wechseln nach Baunatal.

Anzeige

Wenn betriebsbedingte Kündigungen im Raum stehen, müssen Betriebsräte ihre Mitbestimmungsrechte beim Sozialplan optimal nutzen. Dieser kostenlose Ratgeber bietet Musterpunktsysteme und Verhandlungshilfen, um faire Lösungen für die Belegschaft zu erzielen. Kostenlosen Ratgeber für Sozialpläne herunterladen

Zalando: Sozialplan gescheitert

Deutlich verschärft hat sich die Situation beim Online-Händler Zalando in Erfurt. Die Verhandlungen über einen Sozialplan für das Logistikzentrum mit rund 2.000 Beschäftigten scheiterten am 22. Juni. Eine Einigungsstelle unter neutralem Vorsitz wurde eingesetzt. Die Schließung ist weiterhin für den 30. September 2026 vorgesehen.

Prävention und Nachhaltigkeit

Neben Technologie und Struktur rückt die soziale Verantwortung in den Fokus. Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Glücksspielstörung. Betriebsräte sollen das Thema Wettsucht enttabuisieren und präventive Maßnahmen verankern.

Der 19. Deutsche Nachhaltigkeitspreis startet 2026 mit neuen Regeln. Unternehmen werden in drei Größenklassen bewertet. Die Sieger ziehen als nationale Vertreter in den European Sustainability Award ein. Die Verleihung ist für den 3. Dezember in Düsseldorf geplant.

de | wirtschaft | 69613184 |