Künstliche Intelligenz, Unternehmensberatung

Executive Search im Wandel: Warum Technik- und Digitalkompetenz bei der Suche nach Führungskräften zum Wettbewerbsvorteil werden

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 15:19 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Ettlingen/Karlsruhe - Die Besetzung von Führungspositionen gehört zu den strategisch wichtigsten Entscheidungen eines Unternehmens. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Top-Manager spürbar. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, technologische Transformation und neue Geschäftsmodelle sorgen dafür, dass klassische Managementerfahrung allein in vielen Positionen nicht mehr ausreicht. Gesucht werden Persönlichkeiten, die Unternehmen führen und zugleich die Veränderungen verstehen, die Märkte, Technologien und Organisationen derzeit prägen.
Executive Search im Wandel: Warum Technik- und Digitalkompetenz bei der Suche nach Führungskräften zum Wettbewerbsvorteil werden - Bild: presseportal.de

Damit verändert sich auch der Executive Search. Unternehmen müssen heute genauer beurteilen, welche Kompetenzen sie für die kommenden Jahre benötigen und welche Führungspersönlichkeiten in der Lage sind, komplexe Transformationsprozesse zu gestalten.

Eine, die diesen Wandel aus einer besonderen Perspektive beobachtet, ist Dr. Katharina Knaisch, promovierte Maschinenbauingenieurin und geschäftsführende Gesellschafterin der KNAISCH CONSULTING GMBH. Ihr Ansatz verbindet Executive Search mit Technologie- und Digitalisierungskompetenz. Ein Hintergrund, der gerade dann relevant wird, wenn Führungspositionen nicht nur Managementerfahrung, sondern ein tiefes Verständnis für Geschäftsmodelle, Technologien und Veränderungsprozesse erfordern.

Warum sich die Anforderungen an Führungskräfte verändern

Die Aufgaben von Vorständen, Geschäftsführern und Führungskräften sind in den vergangenen Jahren komplexer geworden. Technologische Entwicklungen beeinflussen längst nicht mehr nur IT- oder Entwicklungsabteilungen. Sie verändern Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsketten, Produktionsprozesse, Kundenbeziehungen und teilweise ganze Märkte.

Damit steigt auch der Anspruch an Führung. Unternehmen suchen nicht mehr ausschließlich Manager, die eine vergleichbare Position bereits erfolgreich ausgeübt haben. Zunehmend geht es um die Frage, ob eine Führungspersönlichkeit technologische Veränderungen einordnen, neue Geschäftsmodelle verstehen und daraus strategische Entscheidungen ableiten kann.

Besonders sichtbar wird das in technologiegeprägten Bereichen wie Maschinenbau, Energie, Automatisierung, Digitalisierung oder Halbleitertechnologie. Die Entwicklung reicht jedoch weit darüber hinaus. Auch große Unternehmensgruppen und international aufgestellte Organisationen beschäftigen sich mit der Frage, welche Führungskompetenzen sie benötigen, wenn Digitalisierung und technologische Transformation immer stärker in strategische Entscheidungen hineinwirken.

Für den Executive Search bedeutet das: Ein Lebenslauf allein erzählt immer weniger darüber, ob ein Kandidat tatsächlich zu den zukünftigen Herausforderungen eines Unternehmens passt.

Eine Maschinenbauingenieurin im Executive Search

Katharina Knaisch bringt dafür einen in der Personalberatungsbranche eher ungewöhnlichen Hintergrund mit. Sie studierte Maschinenbau und promovierte über induktives Laden von Elektrofahrzeugen, bevor ihr beruflicher Weg sie in den Executive Search führte.

"Ich komme ursprünglich aus der Technik. Das hilft enorm, wenn man mit Unternehmen über ihre strategischen Herausforderungen spricht", sagt Katharina Knaisch.

In Gesprächen mit Vorständen, Geschäftsführern und Entscheidungsträgern geht es deshalb nicht ausschließlich um Organisationsstrukturen, Führungserfahrung oder bisherige Positionen eines Kandidaten. Ebenso relevant können Technologien, Produktionsprozesse, Digitalisierung oder die zukünftige strategische Ausrichtung eines Geschäftsmodells sein.

Gerade bei anspruchsvollen Führungspositionen kann dieses Verständnis entscheidend sein. Denn je komplexer das Unternehmensumfeld, desto schwieriger wird es, Kompetenz anhand von Jobtiteln und Stationen im Lebenslauf zu beurteilen.

Executive Search beginnt damit nicht erst bei der Suche nach geeigneten Kandidaten. Er beginnt bei der Frage, welches Problem ein Unternehmen mit einer neuen Führungspersönlichkeit eigentlich lösen möchte.

Wie künstliche Intelligenz den Executive Search verändert

Parallel zu den Anforderungen an Führungskräfte verändert Technologie auch die Arbeit der Personalberatungen selbst. Digitale Recherchewerkzeuge und künstliche Intelligenz können große Informationsmengen schneller strukturieren, Kandidatenprofile analysieren und Suchprozesse effizienter gestalten.

Was früher einen erheblichen Teil der Recherchearbeit ausmachte, lässt sich zunehmend technologisch unterstützen. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt der Beratung.

"KI macht Executive Search deutlich effizienter. Aber das persönliche Gespräch wird dadurch eher noch wichtiger", beobachtet Katharina Knaisch.

Denn die entscheidenden Fragen lassen sich nur begrenzt automatisieren. Wie führt ein Mensch in einer schwierigen Transformationsphase? Wie geht er mit Widerständen um? Kann eine Führungskraft unterschiedliche Interessen innerhalb einer komplexen Organisation zusammenbringen? Und passt ihr Führungsverständnis zur Kultur und zur strategischen Entwicklung eines Unternehmens?

Algorithmen können Informationen analysieren und Muster erkennen. Die qualitative Beurteilung einer Führungspersönlichkeit bleibt jedoch eine andere Aufgabe.

Je leistungsfähiger die technologischen Werkzeuge im Executive Search werden, desto stärker dürfte sich deshalb auch die Rolle des Personalberaters verändern: weg von der reinen Identifikation potenzieller Kandidaten, hin zur fundierten Einschätzung von Führung, Persönlichkeit, strategischer Passung und Entwicklungspotenzial.

Der blinde Fleck bei technischen und operativen Führungspositionen

Eine weitere Herausforderung sieht Knaisch bei der Zusammensetzung zukünftiger Führungsteams. Frauen sind zwar zunehmend in Führungsfunktionen vertreten, in technischen und operativen Rollen sind sie jedoch weiterhin deutlich seltener zu finden.

"Wenn es um den Maschinenraum der Unternehmen geht, wird die Luft für Frauen oft dünn", so Katharina Knaisch.

Das hat Konsequenzen für spätere Besetzungen auf Geschäftsführungs- und Vorstandsebene. Denn wer für eine Spitzenposition infrage kommen soll, benötigt häufig zuvor operative Verantwortung, Ergebnisverantwortung oder Erfahrung in zentralen Geschäftsbereichen.

Wenn Frauen in diesen Karrierestufen fehlen, bleibt zwangsläufig auch der Kandidatenpool für spätere Top-Management-Positionen kleiner.

Für Knaisch ist das deshalb nicht ausschließlich eine gesellschaftliche Frage, sondern eine wirtschaftliche.

"Deutschland kann es sich in Zeiten von Fachkräftemangel schlicht nicht leisten, auf die Hälfte seines Talentpools zu verzichten."

Für Unternehmen bedeutet das, früher anzusetzen. Entscheidend ist nicht nur, bei einer konkreten Vorstands- oder Geschäftsführungsposition nach mehr Kandidatinnen zu suchen. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Karrierewege Unternehmen schaffen, damit Frauen frühzeitig technische, operative und unternehmerische Verantwortung übernehmen können.

Was eine neue Generation von Führungskräften von Unternehmen erwartet

Nicht nur die Unternehmen verändern ihre Anforderungen. Auch Führungskräfte stellen andere Fragen an potenzielle Arbeitgeber.

Knaisch beobachtet insbesondere bei jüngeren Führungspersönlichkeiten eine stärkere Auseinandersetzung mit der Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit, der Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen und der Führungskultur eines Unternehmens. Flexible Arbeitsformen und moderne Karrieremodelle spielen ebenfalls eine größere Rolle.

"Führung bedeutet heute weniger Verwaltung und mehr Gestaltung", sagt Katharina Knaisch.

Für Unternehmen entsteht daraus eine neue Herausforderung im Wettbewerb um Führungspersönlichkeiten. Position, Status und Vergütung bleiben relevant, reichen aber nicht in jedem Fall aus. Kandidaten prüfen ihrerseits, welche Gestaltungsmöglichkeiten eine Aufgabe bietet, wie ernst ein Unternehmen Transformation nimmt und welche Führungskultur tatsächlich gelebt wird.

Executive Search wird dadurch zunehmend zu einem beidseitigen Auswahlprozess. Nicht nur das Unternehmen beurteilt den Kandidaten. Auch erfahrene Führungskräfte prüfen sehr genau, ob eine Organisation zu ihren Vorstellungen und Ambitionen passt.

Nachfolge bedeutet mehr als einen Wechsel an der Spitze

Wie stark sich Führung im Spannungsfeld zwischen Erfahrung und Veränderung bewegt, kennt Katharina Knaisch auch aus dem eigenen Unternehmen. KNAISCH CONSULTING wurde vor zehn Jahren von ihrem Vater gegründet. Heute arbeitet die nächste Generation im Unternehmen.

Das Thema Nachfolge steht exemplarisch für eine Herausforderung, die Unternehmen unterschiedlicher Größe und Eigentümerstruktur beschäftigt: Wie lässt sich gewachsene Erfahrung bewahren und gleichzeitig Raum für neue Technologien, neue Geschäftsmodelle und ein verändertes Führungsverständnis schaffen?

"Viele Unternehmen denken langfristig und handeln unternehmerisch", sagt Katharina Knaisch. "Wenn sie diese Stärke mit technologischer Offenheit und vielfältigeren Führungsteams verbinden, haben sie beste Voraussetzungen für die nächste erfolgreiche Phase."

Die Frage betrifft dabei nicht nur klassische Familienunternehmen. Führungswechsel, Transformationen und neue strategische Ausrichtungen stellen auch größere Organisationen und Unternehmensgruppen vor die Aufgabe, Kontinuität und Veränderungsfähigkeit miteinander zu verbinden.

Executive Search wird digitaler und gleichzeitig menschlicher

Der Executive Search der kommenden Jahre dürfte stärker von Technologie geprägt sein als je zuvor. Künstliche Intelligenz kann Recherche beschleunigen, Informationen strukturieren und Kandidatenmärkte transparenter machen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die qualitative Beurteilung von Führungspersönlichkeiten.

Darin liegt ein scheinbarer Widerspruch: Je digitaler die Suche nach Führungskräften wird, desto wichtiger wird an den entscheidenden Stellen die menschliche Einschätzung.

Für Unternehmen bedeutet das, bei Schlüsselpositionen stärker über bisherige Jobtitel und klassische Karrierewege hinauszudenken. Technologisches Verständnis, Transformationsfähigkeit, operative Erfahrung, internationale Perspektive und Führungskultur müssen zunehmend gemeinsam betrachtet werden.

Auch für Personalberatungen verändert sich dadurch das Anforderungsprofil. Wer auf Top-Management-Ebene beraten will, muss nicht nur Kandidatenmärkte kennen, sondern die strategischen Herausforderungen eines Unternehmens verstehen und auf Augenhöhe darüber sprechen können.

Katharina Knaisch sieht darin eine zentrale Entwicklung für den Executive Search: Technologie wird die Suche effizienter machen. Die entscheidende Frage bleibt jedoch menschlich: Welche Persönlichkeit kann ein Unternehmen durch die nächste Phase seiner Entwicklung führen?

KNAISCH CONSULTING begleitet Unternehmen und Unternehmensgruppen bei der Besetzung von Schlüsselpositionen im Management sowie bei strategischen Personalfragen. Weitere Informationen zur Arbeitsweise und zu aktuellen Themen im Executive Search finden Interessierte auf der Website von: http://www.knaisch-consulting.de

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