E-Mobilität: Neue Daten zeigen regionale Unterschiede beim Laden in Deutschland
12.03.2026 - 10:04:45 | presseportal.de
Deutschland lädt unterschiedlich: Ein Blick in die Regionen
Freistaat unter Strom: Bayern zählt zu den größten Lademärkten
Bayern zählt weiterhin zu den größten Märkten für öffentliches Laden in Deutschland. Im zweiten Halbjahr wurden rund 6,8 Millionen Ladevorgänge registriert. Gleichzeitig wächst die Infrastruktur deutlich: Die Zahl der aktiven Schnellladepunkte mit hoher Leistung stieg innerhalb von sechs Monaten um 19,7 Prozent. Bayern liegt mit 0,51 Ladevorgängen pro Kopf deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Autoland im Lade-Check: Baden-Württemberg baut Infrastruktur weiter aus
Auch Baden-Württemberg gehört zu den wichtigsten Regionen für öffentliches Laden. Im zweiten Halbjahr wurden rund 5,6 Millionen Ladevorgänge registriert. Die Ladeinfrastruktur wächst ebenfalls weiter: Der Bestand an aktiven Schnellladepunkten nahm innerhalb von sechs Monaten um 15,7 Prozent zu. Mit 0,49 Ladevorgängen pro Einwohner liegt Baden-Württemberg nur knapp hinter Spitzenreiter Bayern.
Deutschlands größter Lademarkt: Nordrhein-Westfalen bleibt vorne
Nordrhein-Westfalen verzeichnet bundesweit die meisten öffentlichen Ladevorgänge. Im zweiten Halbjahr 2025 wurden hier rund 7,14 Millionen Ladevorgänge registriert - mehr als in jedem anderen Bundesland. Pro Einwohner entspricht das 0,40 Ladevorgängen und liegt damit leicht über dem Bundesdurchschnitt.
Urbanes Laden in Stadtstaaten: Hamburg zeigt besonders hohe Nutzung
Berlin liegt im Bundesdurchschnitt, wenn es um Ladevorgänge pro Einwohner geht, obwohl die Stadt besonders dicht besiedelt ist. Allerdings gehört Berlin zu den Regionen mit besonders starkem Ausbau beim Schnellladen: Innerhalb von sechs Monaten wuchs der Bestand an aktiven HPC-Ladepunkten um rund 28,7 Prozent und damit deutlich schneller als in vielen anderen Bundesländern.
Hamburg dagegen weist mit 0,67 Ladevorgängen pro Einwohner die höchste Nutzung in Deutschland auf und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 0,39. Ein Grund für die überdurchschnittlich hohe Nutzung öffentlicher Ladepunkte in Hamburg dürfte auch die zunehmende Elektrifizierung von Taxi- und Carsharing-Flotten sein, so eine Experteneinschätzung im elvah Lademarktreport. Regulatorische Maßnahmen wie das seit dem 1. Januar 2025 geltende Verbot neuer Taxis mit Verbrennungsmotor, sind dabei unterstützende Faktoren für die Nutzung der öffentlichen Infrastruktur.
Ostdeutschland holt beim Ausbau auf
Zwar liegt die Nutzung öffentlicher Ladepunkte in vielen ostdeutschen Bundesländern noch unter dem Niveau der westdeutschen Bundesländer, jedoch wächst die Ladeinfrastruktur dort derzeit besonders dynamisch.
In Mecklenburg-Vorpommern etwa nahm der Bestand an aktiven Ladepunkten innerhalb von sechs Monaten sowohl in AC und HPC um rund 27 Prozent zu. Auch Sachsen-Anhalt verzeichnet beim Schnellladen ein überdurchschnittliches Wachstum, dort stieg die Zahl der aktiven HPC-Ladepunkte innerhalb eines halben Jahres um 24 Prozent.
Aber auch im Westen verzeichnen kleinere Bundesländer ein überdurchschnittliches Wachstum: Im Saarland wächst die Ladeinfrastruktur beispielsweise besonders schnell. Innerhalb von sechs Monaten stieg die Zahl der aktiven AC-Ladepunkte um 21,1 Prozent, der Bestand an aktiven HPC-Ladepunkten erhöhte sich sogar um 28,2 Prozent.
Schnellladen wird immer wichtiger, intensiver Wettbewerb und neue Preismodelle
Erstmals geht das Wachstum der Infrastruktur mit einem messbaren Anstieg der Auslastung einher: Insbesondere im Schnellladesegment holen die Nutzungszahlen gegenüber dem Infrastrukturausbau auf - und das bundesweit. Im Wettbewerb der Ladesäulenbetreiber (CPOs) bleibt EnBW im Schnellladesegment über 130 kW auch im zweiten Halbjahr 2025 in 14 von 16 Bundesländern Marktführer - lediglich in Hamburg und Thüringen haben lokale Anbieter in diesem Segment die Nase vorn. Aral Pulse und Ionity halten ihre Positionen in der HPC-Spitzengruppe stabil, ebenso EWE Go auf Rang vier. Zugewinne verzeichnen Shell Recharge und die Pfalzwerke, während ALDI Süd, Fastned und E.ON Drive Infrastructure Marktanteile verlieren.
Der AC-Markt bleibt fragmentiert und regional geprägt. Neben dem Aggregator vaylens zählen weiterhin lokale Versorger wie die Berliner Stadtwerke oder die Stadtwerke Düsseldorf, zu den prägenden Akteuren. Im Vergleich zum ersten Halbjahr verändert sich die Zusammensetzung der Top-10-Betreiber: Stadtwerke München und LichtBlick sind zum Jahresende nicht mehr vertreten, während ChargePoint Germany und eze.network in die Top 10 aufsteigen.
Vom Ausbau zur Nutzung: Der Lademarkt tritt in eine neue Phase ein
Mit der steigenden Nutzung von E-Fahrzeugen verändert sich auch die Dynamik des Marktes. Die Datenanalysen von elvah zeigen, wie bedeutend dabei regionale Gegebenheiten sein können und wie erfolgsentscheidend es für Infrastrukturplaner und -betreiber ist, datenbasiert zu arbeiten. Entscheidend ist künftig nicht nur, wie viele Ladepunkte gebaut werden - sondern auch, wie gut sie im Alltag genutzt werden.
Ceren Ahiska, Chief Product Officer bei elvah, ergänzt: "Ausbau allein reicht nicht mehr. Entscheidend werden Auslastung, Standortqualität und Betreiber-Effizienz. Wir sehen immer mehr Preisaktionen und Promotions in der Branche. In einem reifer werdenden Markt wird gerade Preisgestaltung zum Effizienzhebel: Wer Auslastung und Wirtschaftlichkeit steigern will, muss Preise und Kampagnen gezielt entlang regionaler Nachfrage steuern. In der nächsten Marktphase gewinnt, wer Infrastruktur nicht nur baut, sondern datenbasiert versteht, steuert und aktiviert."
Der vollständige elvah-Report II.2025 steht ab sofort auf LINK zum Download bereit.
Über elvah
elvah bündelt Expertise und Datenkompetenz für den Lademarkt. Das Unternehmen liefert Echtzeit-Marktdaten und praxisrelevante Wettbewerbsanalysen, die fundierte, datenbasierte Entscheidungen in der Branche ermöglichen. Der elvah Hub schafft einen zentralen Überblick über Marktentwicklungen und übersetzt Daten in strategische Handlungsempfehlungen. So erhalten Marktakteure die Grundlage, Ladeinfrastrukturen systematisch zu analysieren, Entwicklungen einzuordnen und Optimierungspotenziale direkt umzusetzen.
Pressekontakt:
PIABO Communications
Britta Holzmann
+49 152 59723521
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