ESRS 2.0: EU senkt Reportingpflichten um 60 Prozent
05.06.2026 - 02:41:49 | boerse-global.de
0 vor. Die Zahl der Pflichtangaben für Unternehmen soll um rund 60 Prozent sinken. Bei einzelnen Datenpunkten sind sogar Reduktionen von über 70 Prozent vorgesehen.
Die geplanten Erleichterungen kommen nicht von ungefähr. Die Kritik an der Komplexität der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) war zuletzt immer lauter geworden. Nun reagiert Brüssel mit einem Gegenvorschlag.
Die Kommission rechnet mit Kosteneinsparungen von mehr als 30 Prozent für die betroffenen Firmen. Trotz der Entlastung bleibt der Druck hoch: Die BaFin priorisiert weiterhin die ESG-Compliance, die EZB verhängte bereits im Frühjahr empfindliche Bußgelder wegen Mängeln beim Klimarisikomanagement.
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Nachhaltige Anleihen boomen trotz Erleichterungen
Die Emission grüner Finanzinstrumente läuft ungeachtet der regulatorischen Änderungen auf Hochtouren. Die Immobiliengesellschaft Trianon platzierte diese Woche vorrangige unbesicherte Nachhaltigkeitsanleihen über 600 Millionen Schwedische Kronen. Die Papiere haben drei Jahre Laufzeit und sollen im Segment für nachhaltige Unternehmensanleihen an der Nasdaq Stockholm gehandelt werden.
Auch die EverYield AG ist aktiv: Sie legte eine sechsjährige Unternehmensanleihe mit einem festen Kupon von 9,0 Prozent auf. Das Zielvolumen liegt bei 30 Millionen Euro. Das Geld fließt in Energieprojekte in Deutschland und Österreich.
Im Fondssektor wirbt VanEck verstärkt für ETFs nach Artikel 9 der Offenlegungsverordnung. Diese besonders nachhaltigen Produkte konzentrieren sich auf Kreislaufwirtschaft und Wasserstofftechnologien. Die UmweltBank kritisiert derweil das weit verbreitete Best-in-Class-Prinzip. Es führe zu einer Verwässerung strenger Nachhaltigkeitskriterien.
Liquiditätsprobleme bei Evergreen-Fonds
Das Wachstum bei nachhaltigen Anlagen bringt operative Hürden mit sich. Die Partners Group sah sich bei bestimmten Evergreen-Fonds mit Rücknahmeanträgen konfrontiert, die über der Liquiditätsgrenze von 5 Prozent pro Quartal lagen.
Beim „Global Value Sicav"-Fonds erreichten die Rückgabewünsche im zweiten Quartal 9,8 Prozent des Fondswertes. Das Unternehmen aktivierte daraufhin Liquiditätsbeschränkungen zum Schutz langfristiger Anleger. Die Prognose für Neugelder im Jahr 2026 bestätigte die Partners Group dennoch – zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar.
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Unternehmen setzen auf Umweltzertifikate
Auf betrieblicher Ebene gewinnt die Validierung der Umweltleistung an Bedeutung. Der Projektentwickler Energiekontor schloss kürzlich zum dritten Mal in Folge sein EMAS-Audit erfolgreich ab. Die Zertifizierung für betriebliches Umweltmanagement unterstreicht den Trend zu unabhängigen Prüfverfahren.
Flankiert wird dies durch politische Initiativen: Das Bundeskabinett verabschiedete Anfang Juni ein Aktionsprogramm für die Kreislaufwirtschaft. Bis 2029 sollen dafür 260 Millionen Euro bereitgestellt werden.
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