Esporles, Mallorca

Esporles auf Mallorca: Miete für 80 Quadratmeter verschlingt 98 Prozent des Einkommens

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Esporles kostet die Miete fast das gesamte Durchschnittsnettoeinkommen; Kaufpreise stiegen bis 2025 auf 659.195 Euro.
Eine ruhige, gepflasterte Gasse mit traditionellen Steinhäusern vor der Kulisse des Tramuntana-Gebirges auf Mallorca. Illustration mit AI erstellt.

Die Wohnkosten auf Mallorca haben in einzelnen Kommunen ein Niveau erreicht, das die lokale Bevölkerung kaum noch tragen kann. Wie aus einer Untersuchung der Forscherin Sonia Vives von der Universität der Balearen (UIB) zur Gemeinde Esporles hervorgeht, beansprucht die Miete für eine 80-m²-Wohnung dort inzwischen rund 98 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens einer einzelnen Person. Die Ergebnisse verdeutlichen den wachsenden Druck auf dem Wohnungsmarkt der im Tramuntana-Gebirge gelegenen Ortschaft.

Kaufpreise haben sich seit 2010 mehr als verdoppelt

Parallel zu den Mietkosten sind auch die Erwerbskosten für Wohneigentum in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Lagen die durchschnittlichen Kaufpreise in Esporles im Jahr 2010 noch bei 313.186 Euro, kletterten sie bis 2025 auf 659.195 Euro. Damit haben sich die Immobilienpreise im Ort innerhalb dieses Zeitraums mehr als verdoppelt.

Für ansässige Familien bedeutet dieser Anstieg eine erhebliche Hürde: Um eine Immobilie zu erwerben, müssten sie mittlerweile das 17-fache des mittleren Jahresnettoeinkommens aufwenden.

Die Struktur der Käuferschaft hat sich dabei merklich gewandelt. Den Erhebungen zufolge stammen 46 Prozent der Immobilienkäufer in Esporles aus dem Ausland, während weitere 11 Prozent auf Unternehmen entfallen.

Diese Entwicklung schlägt sich auch in der tatsächlichen Nutzung der Gebäude nieder. Rund 25 Prozent der Immobilien im Ort befinden sich im Mehrfachbesitz, und bei 28 Prozent handelt es sich nicht um Hauptwohnsitze.

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In Esporles verschlingt die Miete einer 80-Quadratmeter-Wohnung rechnerisch 98 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens, während die Kaufpreise seit 2010 auf rund 659.000 Euro gestiegen sind und 46 Prozent der Käufer aus dem Ausland stammen. Wer auf Mallorca investiert, braucht belastbare Zahlen statt Bauchgefühl — unsere Marktanalyse ordnet Kommunen, Renditen und Regulierung ein. Kostenlose Marktanalyse jetzt anfordern

Zudem werden 3 Prozent als Ferienwohnungen genutzt, während 11 Prozent der Einheiten leer stehen. Auf der Einnahmenseite weisen 21,3 Prozent der eingereichten Steuererklärungen in Esporles Mieteinkünfte aus, die sich auf ein Gesamtvolumen von 10,35 Millionen Euro belaufen.

Kommunale Gegenmaßnahmen und politischer Konflikt

Angesichts dieser Entwicklung warnte der Bürgermeister von Esporles, Josep Ferrà, dass sich reguläre Arbeitnehmer mit einem festen Gehalt das Leben in der Gemeinde kaum noch leisten könnten.

Um regulierend einzugreifen, beantragte die Kommune die offizielle Einstufung als angespannter Wohnungsmarkt. Der Inselrat Consell forderte die Regionalregierung der Balearen auf, diese Selbstdeklaration der Gemeinde anzuerkennen, stieß dabei jedoch auf Widerstand.

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Die Kommune Esporles hat die Einstufung als angespannter Wohnungsmarkt beantragt — bislang ohne Zusage der Regionalregierung. Solche Entscheidungen treffen Kapitalanleger unmittelbar, denn sie können Mietentwicklung und Vermietbarkeit verändern. Unsere Checkliste zeigt, welche Regeln auf den Balearen gelten und wie Sie Ihr Engagement vorab absichern. Regulierungs-Checkliste jetzt sichern

Auch der geförderte Wohnungsbau bleibt hinter dem bestehenden Bedarf zurück. Das balearische Wohnungsbauinstitut IBAVI plant in Esporles derzeit die Errichtung von 18 Sozialwohnungen. Diese Zahl gilt vor Ort als unzureichend, da im kommunalen Register bereits 110 Anträge verzeichnet sind, die 258 Personen repräsentieren.

Die Situation in Esporles steht exemplarisch für einen inselweiten Trend auf Mallorca, bei dem Wohnraum zunehmend als Investitionsobjekt dient. Der hohe Anteil an ausländischen Käufern und gewerblichen Investoren verknappt das Angebot für Einheimische und treibt das allgemeine Preisniveau weiter an. Dies spiegelt sich auch in regionalen Branchendaten wider: Auf den gesamten Balearen lag der durchschnittliche Angebotsmietpreis laut Zahlen des Immobilienportals Idealista im September 2026 bei 20,2 Euro pro Quadratmeter und Monat, wobei dieser Wert die aufgerufenen Angebotspreise und nicht die tatsächlich abgeschlossenen Vertragsmieten abbildet.

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