ESG-Zertifizierung: PORR und Industriedruck erreichen EcoVadis-Gold
17.06.2026 - 09:14:39 | boerse-global.de
Besonders die Lebensmittel- und Baubranche zeigt Dynamik.
Lindt & Sprüngli stellt auf zertifizierten Kakao um
Der Schweizer Schokoladenhersteller bezieht ab 2026 das gesamte Kakaovolumen mit Rainforest-Alliance-Siegel. Das Unternehmen führt die Zertifizierung schrittweise auf den Verpackungen ein. Gleichzeitig investiert der Konzern weiter in sein eigenes Farming Program mit Fokus auf Agroforstwirtschaft und Waldschutz.
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Parallel dazu senkt Lindt die Preise. Das schwächere Ostergeschäft und fallende Rohkakaopreise machen den Schritt nötig. Eine 100-Gramm-Tafel der Classic-Linie kostet künftig 2,19 Euro statt 2,69 Euro. Auch Saisonartikel werden im Schnitt zehn Prozent günstiger. Die abgesetzte Menge Schweizer Schokolade sank im Vorjahr um 7,9 Prozent.
EcoVadis-Rekorde bei PORR und Industriedruck Brandenburg
Der Baukonzern PORR erreicht einen neuen Höchstwert bei der Nachhaltigkeitsbewertung. Mit 81 von 100 Punkten erhält das Unternehmen erneut Gold-Status von EcoVadis. Damit gehört PORR zu den besten fünf Prozent aller weltweit bewerteten Firmen. In der Kategorie Gebäudeerrichtung liegt der Konzern sogar unter den obersten drei Prozent.
Der Dekarbonisierungsplan sieht ehrgeizige Ziele vor: Bis 2030 sollen die Emissionen in Scope 1 und 2 um 43 Prozent sinken, in Scope 3 um 25 Prozent. Verbesserungen gab es besonders in den Bereichen Umwelt, Ethik und nachhaltige Beschaffung.
Auch der Mittelstand zieht nach. Industriedruck Brandenburg erzielt 84 von 100 Punkten und liegt damit im 98. Perzentil aller bewerteten Betriebe. Besonders punkten konnte das Unternehmen im Umweltbereich sowie bei flexiblen Arbeitszeitmodellen und erneuerbaren Energien.
Ricola und Julius Meinl mit Nachhaltigkeitserfolgen
Der Kräuterbonbonhersteller Ricola hat die Rezertifizierung als B Corporation erfolgreich abgeschlossen. Dabei kamen die neuen Standards des B Lab (Version 2) zur Anwendung. Das Unternehmen betont Fortschritte beim Mitarbeitendenwohl, der Governance und der Zusammenarbeit mit lokalen Bergbauern.
Im Kaffeesektor legte Julius Meinl seinen Nachhaltigkeitsbericht für 2025 vor. Die Röstereien in Wien und Vicenza beziehen seit Ende 2025 ausschließlich verantwortungsvoll ausgewählten Kaffee. Neue Katalysatoren senkten die Emissionen pro Röstvorgang um bis zu 50 Prozent. Zudem weitete das Unternehmen die Unterstützung für Kaffeeproduzenten in Kolumbien, Uganda, Indien und Honduras aus.
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Positive Effekte in der Kakaolieferkette
Ergebnisse des Nestlé Income Accelerator zeigen messbare Erfolge in Westafrika. Ein Bericht des KIT-Instituts für den Zeitraum 2022 bis 2025 belegt: Teilnehmende Haushalte in Côte d'Ivoire steigerten ihre Kakaoerträge um vier Prozent. Eine Vergleichsgruppe verzeichnete dagegen Rückgänge. Das Kakaoeinkommen der Teilnehmer stieg signifikant.
Das Programm kombiniert Geldtransfers mit landwirtschaftlichen Schulungen und Maßnahmen zur Stärkung von Frauen in der Lieferkette. Die Entwicklung zeigt: Gezielte Unterstützung kann die Nachhaltigkeit in der Kakaoproduktion spürbar verbessern.
