ESG-Umsetzung: 43% der Unternehmen scheitern an Datenverwaltung
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 21:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien stellt Unternehmen weltweit vor massive operative Herausforderungen. Wie aus der aktuellen BDO Sustainability Studie 2026 hervorgeht, klafft eine deutliche Lücke zwischen den strategischen Ambitionen und der praktischen Anwendung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG).
Im Fokus steht dabei vor allem die Frage nach der methodischen Umsetzung, da viele Organisationen Schwierigkeiten haben, die theoretischen Ziele in den Geschäftsalltag zu integrieren.
Governance als Priorität, Daten als Barriere
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung, über die am 10.09.2026 berichtet wurde, ist der hohe Stellenwert der Unternehmensführung. Weltweit geben 96 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Governance für sie die wichtigste Nachhaltigkeitspriorität darstellt. Damit genießt die Strukturierung von Verantwortlichkeiten und Aufsichtsprozessen oberste Relevanz in der strategischen Ausrichtung.
Demgegenüber stehen jedoch erhebliche Defizite in der praktischen Umsetzung. Besonders die technische Basis der Nachhaltigkeitsbemühungen erweist sich als problematisch: 43 Prozent der Befragten identifizierten die Erfassung, Steuerung und Bewertung von Nachhaltigkeitsdaten als die größte Hürde für ihre ESG-Bemühungen. Ohne eine valide Datenbasis bleibt die Steuerung der Nachhaltigkeitsziele für fast die Hälfte der Unternehmen eine ungelöste Aufgabe.
Umfassender Unterstützungsbedarf in allen Kernbereichen
43 Prozent der Unternehmen nennen die Erfassung, Steuerung und Bewertung von Nachhaltigkeitsdaten als größte Hürde — und 79 Prozent brauchen ausgerechnet bei Datenerhebung und Reporting externe Unterstützung. Wer diese Basis nicht ordnet, kann seine Governance-Priorität nicht in operative Steuerung übersetzen. Unser kostenloser Report zeigt Ihnen die konkreten Hebel. Jetzt kostenlosen ESG-Strategie-Report anfordern
Die Komplexität der Anforderungen führt dazu, dass Unternehmen in fast allen Phasen der ESG-Transformation auf externe Hilfe angewiesen sind. Der Unterstützungsbedarf ist laut den Studienergebnissen breit gefächert:
- Datenerhebung und Reporting: Mit 79 Prozent ist der Bedarf hier am größten. Die Komplexität der Berichterstattung bindet erhebliche Ressourcen.
- Stakeholder-Management: 78 Prozent der Unternehmen benötigen Hilfe bei der Einbindung von Mitarbeitenden und anderen Interessengruppen.
- Regulatorik: 77 Prozent sehen sich durch die zunehmenden gesetzlichen Anforderungen gefordert.
- Finanzierung: 76 Prozent der Befragten benötigen Unterstützung bei nachhaltigen Investitionen und Finanzierungsfragen.
- Strategieentwicklung: 75 Prozent suchen Hilfe bei der grundlegenden Ausgestaltung ihres Nachhaltigkeitskurses.
Speziell in Europa zeigt sich ein differenziertes Bild hinsichtlich der strategischen Planung. Hier gaben 53,8 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie benötigen.
Schwachstellen in der Führungsebene
Governance ist für 96 Prozent der Unternehmen die wichtigste Nachhaltigkeitspriorität — doch die Studie identifiziert ausgerechnet die Führungsebene als schwächste Kategorie im gesamten Prozess. Ohne ESG-Steuerungskompetenz im Entscheidungsgremium bleibt die Transformation langsam. Der Leitfaden liefert einen Governance-Board-Kompetenz-Fahrplan für Ihr Management. Governance-Fahrplan jetzt sichern
Trotz der hohen Bedeutung, die der Governance beigemessen wird, identifiziert die Studie ausgerechnet die Führungsebene als die schwächste Kategorie im gesamten Nachhaltigkeitsprozess. Dies deutet darauf hin, dass ESG-Themen zwar als wichtig erkannt, aber in den Entscheidungsgremien noch nicht ausreichend operativ verankert sind.
Die Umsetzungslücke lässt sich somit teilweise auf ein Defizit in der Steuerungskompetenz auf Managementebene zurückführen, was die Transformation zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen verlangsamt.
