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ESG-Ratings: 80% der Firmen erfassen Lieferketten-Risiken nicht

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EcoVadis-Index zeigt: Direkte Zulieferer verbessern sich, doch tiefere Lieferketten-Ebenen bleiben bei Nachhaltigkeit weit zurück.

EcoVadis-Index: Nachhaltigkeitslücken in tieferen Lieferketten-Ebenen
Moderne Industrieanlage mit digitaler Lieferketten-Visualisierung zur Darstellung von ESG-Nachhaltigkeitskriterien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Ratingagentur EcoVadis sieht Fortschritte bei Unternehmen, warnt aber vor großen Lücken in tieferen Lieferketten-Ebenen. Der neue Sustainability Ratings Index zeigt: Während direkte Zulieferer aufholen, bleibt die zweite und dritte Reihe weitgehend außen vor.

Große Kluft zwischen Lieferanten-Ebenen

Rund 80 Prozent der bewerteten Firmen haben keinen dokumentierten Prozess, um Nachhaltigkeitsrisiken in der eigenen Lieferkette systematisch zu erfassen. Besonders düster sieht es beim Klima-Tracking aus: 73 Prozent der Unternehmen erheben keine Daten zu ihren vorgelagerten Scope-3-Emissionen, bei den nachgelagerten sind es sogar 77 Prozent.

Der Index basiert auf fast 200.000 Scorecards von mehr als 100.000 Unternehmen. Immerhin: Im Umweltschutz stiegen die durchschnittlichen Punktzahlen zwischen 2021 und 2025 um 9,6 Punkte auf der EcoVadis-Skala von 0 bis 100. Doch die positiven Entwicklungen erreichen offenbar kaum die unteren Lieferstufen.

Neue EU-Regeln erhöhen den Druck

Die Veröffentlichung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt: Die EU-Verordnung 2024/3005 führt ab Juli schrittweise strengere Regeln für ESG-Ratings ein. Ab November brauchen Anbieter von Nachhaltigkeitsbewertungen dann eine Zulassung der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Ziel: mehr Transparenz und Integrität bei den Ratings.

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80 Prozent der Firmen erfassen Lieferketten-Risiken nicht – und 73 Prozent erheben keine Scope-3-Daten. Die neue EU-Verordnung 2024/3005 erhöht den Druck. Dieser Report liefert Ihnen die wichtigsten Strategie-Hebel, um Ihre Compliance-Lücken zu schließen. Jetzt kostenlosen ESG-Compliance-Report anfordern

Ein Vorreiter macht vor, wie es gehen kann: Der US-Hersteller Hoffer Plastics wurde als regionaler Nachhaltigkeits-Champion ausgezeichnet. Durch ein geschlossenes Filtersystem senkte das Unternehmen seinen Wasserverbrauch um die Hälfte, die Kohlenstoffemissionen gingen um 35 Prozent zurück.

Auszeichnungen als Anreiz

Auch die Preis-Saison läuft: Bei den Global Sustainability Awards 2026 stehen Schneider Electric, Merck KGaA und die University of Texas at Arlington auf der Shortlist. Bewertet werden skalierbare Dekarbonisierung und der Einsatz von Technologie in der Nachhaltigkeitsstrategie.

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Die EU-Verordnung 2024/3005 führt ab Juli strengere Regeln für ESG-Ratings ein – und ab November brauchen Anbieter eine ESMA-Zulassung. Wer als Compliance-Verantwortlicher jetzt nicht handelt, riskiert Nachteile beim Kapitalzugang. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die neuen Anforderungen Schritt für Schritt umsetzen. ESG-Rating-Compliance-Fahrplan jetzt sichern

Wer sich bewerben will, muss sich beeilen: Für die Sustainability Innovation Awards in Dubai endet die Nominierungsfrist Anfang nächster Woche. Beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 sind Bewerbungen noch bis Ende August möglich.

Nachhaltigkeitsleistung ist längst mehr als Compliance – sie entscheidet zunehmend über Kapitalzugang und operative Exzellenz. Großkonzerne fordern von ihren Zulieferern immer detailliertere Daten für die eigene Bilanzierung. Wer die Lücken in der Lieferkette nicht schließt, dürfte es künftig schwer haben.

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