ESG-Kooperation: Südkorea wandelt Bergbauregionen zu Tourismuszielen
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der südkoreanischen Stadt Wonju wurde eine wegweisende Vereinbarung zur Neuausrichtung ehemaliger Bergbaustandorte getroffen. Die Gangwon Tourism Organization und die Korea Mine Rehabilitation and Mineral Resources Corporation unterzeichneten eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU), um die wirtschaftliche Entwicklung in Regionen zu fördern, die früher maßgeblich durch den Kohleabbau geprägt waren.
Im Mittelpunkt der Kooperation stehen die Entwicklung innovativer Tourismusangebote sowie die Integration von Nachhaltigkeitsprinzipien in die regionale Infrastruktur.
Die Partner beabsichtigen, die spezifische Identität der betroffenen Gebiete in der Provinz Gangwon zu nutzen, um neue Besucherströme zu erschließen. Dabei soll insbesondere die Industriekultur der ehemaligen Minenstandorte in touristische Konzepte überführt werden.
Durch die Erhaltung und Aufbereitung historischer Anlagen wird angestrebt, das industrielle Erbe als kulturelles Gut zu positionieren und für Bildungs- und Erlebnisangebote zugänglich zu machen.
Erschließung ökologischer Ressourcen und MICE-Tourismus
Ein weiterer zentraler Pfeiler der Kooperation ist die Nutzung von Öko-Ressourcen. Hierbei geht es darum, die durch Renaturierung und Sanierung wiedergewonnenen Naturräume der ehemaligen Abbaugebiete als Basis für nachhaltige Tourismusmodelle zu verwenden. Die Partner sehen hierin ein erhebliches Potenzial, um die ökologische Aufwertung der Region mit ökonomischem Mehrwert zu verknüpfen.
Zusätzlich zur Förderung des Freizeittourismus sieht das Abkommen eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich MICE vor. Die Abkürzung steht für Meetings, Incentives, Conventions und Exhibitions und beschreibt den Sektor des Geschäfts- und Kongressreisetourismus.
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Die Organisationen planen eine gemeinsame Akquise von Veranstaltungen, um die regionale Auslastung zu erhöhen und Gangwon als attraktiven Standort für nationale und internationale Fachtagungen zu etablieren. Durch die Verknüpfung der industriellen Kulisse mit moderner Tagungsinfrastruktur sollen Alleinstellungsmerkmale im Wettbewerb der Regionen geschaffen werden.
Fokus auf ESG-Kooperation zur regionalen Revitalisierung
Die strategische Partnerschaft legt zudem einen besonderen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit im Bereich ESG (Environmental, Social, Governance). Dies umfasst ökologische Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und eine transparente Unternehmensführung.
Die Kooperationspartner erklärten, dass Projekte künftig unter strengen Nachhaltigkeitskriterien umgesetzt werden sollen, um eine langfristige Akzeptanz in der Bevölkerung zu gewährleisten und die Umweltauswirkungen des Tourismus zu minimieren.
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Die Zusammenarbeit markiert einen wichtigen Schritt für die Transformation der Provinz Gangwon. Während die Region über Jahrzehnte von der Rohstoffextraktion abhängig war, soll durch das nun geschlossene Abkommen der Übergang zu einer dienstleistungsorientierten Erlebnisökonomie beschleunigt werden.
Die Bündelung der Expertise in der Bergbausanierung einerseits und der Tourismusvermarktung andererseits gilt als entscheidender Faktor, um die strukturellen Herausforderungen des Post-Bergbau-Zeitalters zu bewältigen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort zu schaffen.
