ESG in Chinas Autoindustrie: Fu Yuwu warnt vor Folgen für die Expansion
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 14:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf dem 14. Automobil- und Umweltinnovationsforum in Shanghai hat der Branchenexperte Fu Yuwu einen dringenden Ausbau der industriellen Soft Power und der Soft Skills in der chinesischen Fahrzeugindustrie angemahnt.
Wie das Fachportal Gasgoo, das die Veranstaltung in Shanghai ausrichtete, in einem Bericht vom 23. Oktober 2026 meldete, forderte der Ehrenvorsitzende der chinesischen Gesellschaft der Automobilingenieure (SAE-China) und Vorsitzende der Beijing Huaqi Automotive Culture Foundation einen grundlegenden Wertewandel, um die globale Wettbewerbsfähigkeit des Sektors langfristig abzusichern.
Kritik an ruinösem Binnenwettbewerb und Defiziten beim Gesetzesvollzug
Fu hob hervor, dass China bei intelligent vernetzten Fahrzeugen sowie Modellen mit alternativen Antrieben derzeit weltweit führe und zudem über die vollständigste automobile Lieferkette verfüge. Allerdings werde das Ansehen der heimischen Industrie massiv durch ungesteuerten und internen Verdrängungswettbewerb beeinträchtigt.
Als Kernproblem der Branche bezeichnete Fu nicht etwa das Fehlen gesetzlicher Vorschriften, sondern die mangelnde Durchsetzung bestehender Regeln. Die Industrie müsse zwingend in eine rechtsbasierte Verwaltung übergehen. Um dem schädlichen Preiskampf und destruktiven Binnenwettbewerb Einhalt zu gebieten, forderte er ein regelbasiertes Management sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen, die echte Basisinnovationen von Grund auf ermöglichen.
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Nachholbedarf bei Nachhaltigkeit und Fokus auf Kernsoftware
Besonderes Augenmerk legte der Branchenvertreter auf die Bereiche Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung (ESG). Nach Fu Yuwus Einschätzung müssen chinesische Hersteller ihre Bemühungen um ESG-Standards beschleunigt nachholen, da andernfalls die weitere internationale Expansion der Unternehmen Schaden nehmen werde.
Zudem gelte es, Fachkräfte konsequent als wichtigste Primärressource zu begreifen und neue Ökosysteme sowie Wertmaßstäbe innerhalb der Branche zu etablieren. Technologisch zeigte sich Fu zuversichtlich und prognostizierte für die kommenden Jahre bedeutende Durchbrüche bei automobiler Kernsoftware.
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Die Forderungen stehen im Kontext ambitionierter industriepolitischer Vorgaben in China. Ein kürzlich von neun Ministerien, darunter das Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT), veröffentlichter 15. Fünfjahresplan für die Entwicklung der Industrie für intelligent vernetzte Fahrzeuge mit neuer Energie formuliert klare Ziele für den Sektor: Bis zum Jahr 2030 soll das Land demnach endgültig zu den weltweit führenden Automobilmächten aufschließen.
Fu mahnte jedoch an, dass dieses Ziel neben technologischer Härte vor allem durch professionelle Governance und nachhaltige Verlässlichkeit flankiert werden müsse.
