Erneuerbare Energien, Energieimporte

Erneuerbare Energien: Europas Unternehmen fordern mehr Investitionen

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 03:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eine europaweite Befragung zeigt breite Zustimmung zu höheren Investitionen in erneuerbare Energien. Besonders deutsche Führungskräfte verbinden den Ausbau mit mehr Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Schutz vor Energiepreisschocks.

Die Energiewende wird nach einer Studie von der breiten Öffentlichkeit sowie von Managern unterstützt. (Symbolbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
Die Energiewende wird nach einer Studie von der breiten Öffentlichkeit sowie von Managern unterstützt. (Symbolbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa

Bürger und Unternehmenschefs in Deutschland und neun weiteren EU-Ländern befürworten höhere Investitionen in erneuerbare Energien und eine geringere Abhängigkeit Europas von Energieimporten.

Ähnliche Prioritäten bei Bürgern und Führungskräften

Das ergab eine Befragung für das Climate Opinion Research Exchange, eine Initiative einer internationalen Stiftung mit Sitz in Belgien. Bei den energiepolitischen Zielen nannten Führungskräfte und Bevölkerung vor allem niedrigere Energiekosten, weniger Abhängigkeit von Energieimporten und mehr Sicherheit.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zustimmung zu Themen der Energiewende unter den befragten Führungskräften etwas höher ausfällt als in der Bevölkerung.

Wirtschaftlicher Nutzen im Mittelpunkt

Besonders positiv bewerten die Unternehmensvertreter den wirtschaftlichen Nutzen erneuerbarer Energien. Sie stimmten der Aussage zu, dass Investitionen in diesen Bereich die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas stärken könnten.

Zudem könnten erneuerbare Energien nach Einschätzung der Befragten helfen, Energiepreisschocks zu verringern. In Deutschland stimmten etwa 74 Prozent der Führungskräfte dieser Einschätzung zu.

EU-Minister beraten über Energiesicherheit

Die Ergebnisse treffen auf eine angespannte energiepolitische Lage in Europa. Die Energieminister der EU kommen an diesem Montag und Dienstag in Dublin zusammen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Energiesicherheit der Staatengemeinschaft.

Zwischen Zustimmung und Umsetzungsdruck

Die Befragung ordnet die Energiewende in einen breiteren europäischen Zielkonflikt ein: Erneuerbare Energien gelten nicht nur als Klimaschutzinstrument, sondern auch als Beitrag zu niedrigeren Kosten und größerer Unabhängigkeit. Gerade die Verknüpfung mit Energiesicherheit kann politische Unterstützung verbreitern, weil sie Fragen des Klimas mit wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen verbindet.

Für Deutschland fällt die Zustimmung der Führungskräfte zur These einer höheren Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit durch Investitionen mit etwa 74 Prozent deutlich aus. Zugleich zeigt der Vergleich mit der Bevölkerung, dass Akzeptanz nicht automatisch bedeutet, dass jede konkrete Anlage, Leitung oder Speicherlösung vor Ort konfliktfrei umgesetzt wird. Zwischen grundsätzlicher Zustimmung und lokaler Genehmigungspraxis kann deshalb ein erheblicher Abstand liegen.

Aktueller Druck auf Europas Energiesystem

Die Bedeutung der Ergebnisse wächst vor dem Hintergrund angespannter Energiemärkte. Die EU-Kommission hat vor außergewöhnlich niedrigen Gasvorräten und erhöhtem Preisdruck gewarnt, zugleich aber keine unmittelbare Gefahr für die Versorgungssicherheit gesehen. Ein geringerer Gasverbrauch, mehr heimische Stromerzeugung und ein breiterer Energiemix können die Abhängigkeit von Importen langfristig reduzieren.

Deutschland hat nach Branchenangaben bereits im September mehr Solarstrom erzeugt als im gesamten Vorjahr. Das zeigt den Ausbaufortschritt, macht aber auch den Bedarf an Netzen, Speichern und flexibler Nachfrage sichtbar. Für Haushalte und Unternehmen bleibt entscheidend, ob Investitionen nicht nur die Versorgung stabilisieren, sondern sich auch in verlässlicheren und bezahlbaren Energiepreisen niederschlagen.

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