Erfahrungsaustausch, PSAgA

Erfahrungsaustausch PSAgA: Branchentreffen am 30. Juni in Schmallenberg

30.05.2026 - 18:39:13 | boerse-global.de

Neue Schulungsinitiativen und Branchentreffen unterstreichen die Bedeutung der PSAgA-Vorschriften für den Arbeitsschutz in Deutschland.

Erfahrungsaustausch PSAgA: Branchentreffen am 30. Juni in Schmallenberg - Foto: über boerse-global.de
Erfahrungsaustausch PSAgA: Branchentreffen am 30. Juni in Schmallenberg - Foto: über boerse-global.de

Die Sicherheitsvorschriften für Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) bleiben ein zentrales Thema in der deutschen Industrie und auf Baustellen. Aktuelle Schulungsinitiativen und geplante Branchentreffen unterstreichen die hohe Priorität des Arbeitsschutzes.

Das TOP-Prinzip als Grundlage

Das TOP-Prinzip – technisch, organisatorisch, persönlich – gibt die Reihenfolge vor, in der Arbeitgeber Gefahren am Arbeitsplatz beseitigen müssen. Nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) haben technische Schutzmaßnahmen Vorrang. Erst wenn diese nicht umsetzbar sind, kommen organisatorische oder persönliche Maßnahmen zum Zug.

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PSAgA gilt dabei als letzte Verteidigungslinie. Diese Hierarchie wird durch die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS), die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) und die Unfallverhütungsvorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) konkretisiert.

Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung

Eine zentrale Anforderung auf Baustellen und in Industrieanlagen ist die Gefährdungsbeurteilung. Nach ArbSchG und Baustellenverordnung (BaustellV) sind Arbeitgeber dafür verantwortlich. Diese Beurteilungen müssen dynamisch sein und sich an verschiedene Projektphasen anpassen. Typische Gefahren sind Abstürze, Maschinenbetrieb, elektrische Risiken und Umwelteinflüsse. Immer häufiger kommen digitale Softwarelösungen zum Einsatz, um diese Bewertungen zu erfassen und zu verwalten.

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Auch die Wartung der Ausrüstung ist streng reguliert. Nach DGUV-Regeln und BetrSichV sind Prüfungen von Hebezeugen und Anschlagmitteln vorgeschrieben. Häufige Mängel: beschädigte Ketten oder Gurte, verbogene Haken, defekte Sicherungsklappen und Korrosion. Unternehmen wie die Seilfabrik Ullmann AG in der Schweiz suchen weiterhin spezialisiertes Personal für die Revision und Kontrolle von PSAgA-Materialien.

Aktuelle Schulungen und Wissensaustausch

Regelmäßige Schulungen und Auffrischungskurse sind unverzichtbar. Im Frühjahr 2026 fanden mehrere spezialisierte Trainings statt:

  • Regionale Schulung: Am 28. Mai 2026 besuchten Teilnehmer in Bad Neustadt an der Saale ein PSAgA-Training zu Rechtsgrundlagen, Ausrüstungsgrundlagen und Auffangsystemen.
  • Betriebliche Sicherheit: Am 29. Mai 2026 führte die firma Müller Martini interne Schulungen für Wartungs- und Revisionsmitarbeiter durch. Das Training, durchgeführt von der ARAG Bau AG, befasste sich mit sicherem Arbeiten in bis zu 22 Metern Höhe in Hochregallagern und Pulverbeschichtungsanlagen.
  • Auffrischungskurse: Ebenfalls am 28. Mai 2026 fanden spezielle Auffrischungskurse statt, um Mitarbeiter über aktuelle Sicherheitsmethoden und Werkstoffkunde auf dem Laufenden zu halten.

Um Best Practices weiter zu fördern, haben die VDSI Region Westfalen und das Bauamt einen Erfahrungsaustausch zur PSAgA für den 30. Juni 2026 angesetzt. Die Veranstaltung findet an einem stillgelegten Portalkran in Schmallenberg statt und behandelt Anschlagpunkte in bestehenden Bauwerken sowie den praktischen Einsatz von Rettungsgeräten.

Prävention als Wirtschaftsfaktor

Der Fokus auf PSAgA ist Teil eines größeren Trends: Prävention wird zunehmend als bedeutender Wirtschaftsfaktor verstanden. Bei einer IHK-Veranstaltung in Osnabrück am 29. Mai 2026 betonten Branchenvertreter, dass proaktives Gesundheits- und Sicherheitsmanagement eine tragende Säule der Unternehmensgesundheit sei.

Während die Ausrüstungssicherheit oberste Priorität hat, rücken auch andere Bereiche des Arbeitsschutzes in den Fokus. Die DGUV wies kürzlich auf den Bedarf besserer Präventionsmaßnahmen bei E-Scooter-Unfällen auf Schulwegen hin – über 2.100 solcher Vorfälle gab es 2024. Gleichzeitig berichtete der DGB am 29. Mai 2026, dass die Mehrheit der Beschäftigten kürzere Arbeitszeiten wünscht. Verlässlichkeit und Mitsprache bei Arbeitszeit und Sicherheit bleiben zentrale Anliegen der deutschen Belegschaft.

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