EPGenAI, Hub

EPGenAI Hub: Europäisches Parlament testet sichere KI-Plattform

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das EU-Parlament führt mit dem EPGenAI Hub eine sichere KI-Plattform ein, die Datenschutz und Effizienz vereint.

EU-Parlament startet EPGenAI Hub: KI-Plattform für Abgeordnete
Ein futuristisches Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks und Netzwerkkabeln, überlagert mit dem Europäischen Parlament. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der EPGenAI Hub soll die Arbeit der Abgeordneten und Mitarbeiter modernisieren – und gleichzeitig Datenschutzrisiken minimieren.

Rund 2100 Mitarbeiter nutzen bereits täglich KI-Tools. Das sind etwa 20 Prozent der Belegschaft. Bisher geschah das weitgehend unkontrolliert. Die neue Plattform bringt diese Nutzung in einen sicheren Rahmen.

Hybrid-Modell aus lokalen und externen Systemen

Der EPGenAI Hub setzt auf einen zweigleisigen Ansatz. Für sensible Aufgaben kommen lokal gehostete Modelle zum Einsatz: Meta Llama, Mistral Small und eine Open-Source-Variante von GPT. Sie laufen in einer Private-Cloud-Instanz. So können die eingegebenen Daten nicht von den Anbietern zum Training ihrer Modelle verwendet werden.

Gleichzeitig bietet die Plattform kontrollierten Zugang zu externen Systemen wie ChatGPT von OpenAI und Claude Sonnet von Anthropic. Die Strategie: Die Leistungsfähigkeit der US-Technologien nutzen, ohne die digitale Souveränität aus den Augen zu verlieren.

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Kampf gegen KI-Halluzinationen

Der Vorstoß hat einen konkreten Hintergrund. Im Parlament gab es bereits dokumentierte Vorfälle von sogenannten Halluzinationen – KI-Systeme erzeugten plausibel klingende, aber faktisch falsche Informationen. In Gesetzesentwürfen und parlamentischen Unterlagen ist das ein erhebliches Risiko.

Der EPGenAI Hub soll gegensteuern. Eine kuratierte Modellauswahl und spezifische Leitlinien sollen die Genauigkeit der Ergebnisse erhöhen.

Kennzeichnungspflicht ab August

Mit dem Start der Plattform verschärft das Parlament seine internen Regeln. Ab August 2026 müssen alle mit KI-Unterstützung erstellten Dokumente gekennzeichnet werden. Das soll Transparenz und Nachvollziehbarkeit sichern.

Allerdings gibt es Diskussionen über die Reichweite. Während Mitarbeiter ihre KI-Nutzung offenlegen müssen, gilt für Abgeordnete keine entsprechende Pflicht. Mehrere Ausschussvorsitzende fordern strengere Richtlinien. Die bestehenden Mitarbeiter-Leitfäden – teilweise noch aus dem Frühjahr 2024 – werden derzeit überarbeitet.

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Der lange Weg zur digitalen Souveränität

Langfristig will das Parlament unabhängiger von US-Technologien werden. Die Entwicklung von EuroLLM und einem sogenannten Frontier-Modell mit rund 400 Milliarden Parametern wird genau beobachtet. Sobald europäische Alternativen Marktreife erreichen, sollen sie in den EPGenAI Hub integriert werden.

Bis dahin bleibt die Abhängigkeit bestehen. Auch der neue Hub setzt im Kern auf Modelle amerikanischer Marktführer. Die Testphase ab September wird zeigen, ob die interne Plattform den Spagat zwischen Innovation und Kontrolle schafft.

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