Entsiegelung, NRW

Entsiegelung: NRW fördert Bodenrückbau mit 40 Millionen Euro pro Jahr

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 23:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nordrhein-Westfalen fördert die Rückgewinnung unversiegelter Flächen mit 40 Millionen Euro pro Jahr und setzt auf kommunale Praxisprojekte.

NRW startet Entsiegelungsinitiative mit 40 Millionen Euro jährlich
Aufgebrochener grauer Betonboden, der dunkle Erde freilegt, in der frisches grünes Gras zu wachsen beginnt. Illustration mit AI erstellt.

In Euskirchen hat Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer den offiziellen Startschuss für die neue Entsiegelungsinitiative des Landes gegeben. Das Programm soll Kommunen und private Akteure dabei unterstützen, befestigte Flächen wieder für die Versickerung von Regenwasser und die natürliche Bodenfunktion zugänglich zu machen. Hintergrund der Initiative ist die voranschreitende Flächeninanspruchnahme in der Region.

Wie der Minister im Rahmen des Termins erläuterte, sind derzeit 12,4 % der gesamten Landesfläche von Nordrhein-Westfalen versiegelt. Die Notwendigkeit zum Handeln verdeutlichten zudem Daten zu den Siedlungs- und Verkehrsflächen, die insgesamt 23,8 % der Landesfläche ausmachen. Laut Berechnungen des Landesamtes für Umwelt und Klima NRW sind von diesen Flächen im Durchschnitt 46 % versiegelt.

Ambitionierte Ziele für den Bodenschutz

Die neue Initiative verfolgt das Ziel, die Bodenversiegelung bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Referenzjahr 2024 spürbar zu verringern. Ein zentrales Element der Landesstrategie ist es, die tägliche Flächeninanspruchnahme auf einen Wert von 5 Hektar pro Tag zu begrenzen. Damit reagiert die Landesregierung auf die Herausforderungen des Klimawandels, da unversiegelte Böden eine wichtige Rolle beim Hochwasserschutz und der Kühlung städtischer Räume spielen.

Um diese Ziele zu erreichen, stellt das Land erhebliche finanzielle Mittel bereit. Die NRW-Landesregierung fördert entsprechende Entsiegelungsmaßnahmen mit einem Budget von rund 40 Millionen Euro pro Jahr.

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Für konkrete Projekte können Kommunen und Träger mit einer hohen Förderquote rechnen: Bund und Land tragen laut Minister Krischer bis zu 90 % der anfallenden Kosten. Um den Austausch über Best Practices und Fördermöglichkeiten zu fördern, ist für den 17.09.2026 bereits ein erstes Online-Event der Initiative angekündigt worden.

Praxisbeispiele und regionale Erfolge

Am Standort Euskirchen wurden bereits konkrete Maßnahmen umgesetzt, die als Vorbild für weitere Kommunen dienen sollen. Im Quartier City Süd wurde eine Fläche von 6.000 Quadratmetern entsiegelt. Insgesamt beläuft sich das Volumen der Entsiegelungen in Euskirchen auf 7.950 Quadratmeter. Im Zuge dieser Arbeiten wurden 26.500 Kubikmeter Bodenaushub bewegt, um den Boden wieder in einen natürlichen Zustand zu versetzen.

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Neben staatlichen Maßnahmen sind spezialisierte Organisationen und lokale Behörden in den Prozess eingebunden. Der Verband AAV betreut in diesem Zusammenhang aktuell 67 Projekte in ganz Nordrhein-Westfalen. Auch auf Kreisebene zeigen sich Fortschritte bei der Rückgewinnung unversiegelter Flächen.

Landrat Ramers verwies auf die seit 2024 bestehenden Entsiegelungspatenschaften. In den Jahren 2025 und 2026 konnten dadurch bereits 45 Projekte erfolgreich unterstützt werden. Die Initiative soll nun dazu beitragen, solche lokalen Erfolge in die Fläche zu tragen und die Dynamik beim Bodenschutz landesweit zu erhöhen.

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