Entgelttransparenz, Deutschland

Entgelttransparenz: Deutschland verfehlt EU-Frist am 7. Juni

10.06.2026 - 12:36:50 | boerse-global.de

Trotz schwierigem Umfeld halten 65 Prozent der Betriebe an Diversitätszielen fest. KI-gestützte Tools revolutionieren zudem das Recruiting.

Bitkom-Studie: Deutsche Firmen setzen auf Diversität und KI-Recruiting
Entgelttransparenz - Eine vielfältige Gruppe von Fachleuten arbeitet in einem modernen Büro zusammen, diskutiert Daten auf einem transparenten Bildschirm. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Bitkom-Umfrage.

Diversitätsziele bleiben strategisch verankert

65 Prozent der befragten Betriebe führen ihre D&I-Maßnahmen unverändert fort. 26 Prozent bauen sie sogar aus. 39 Prozent haben Diversitätsziele strategisch im Unternehmen verankert.

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Kein einziger Betrieb hat seine Maßnahmen zurückgefahren. Die Unternehmen sehen D&I primär als Wettbewerbs- und Innovationsfaktor. Politischer Druck aus den USA? Für 82 Prozent der Firmen irrelevant.

KI revolutioniert das Recruiting

LinkedIn hat am 8. Juni einen neuen KI-gestützten Assistenten auf den deutschen Markt gebracht. Die Zeitersparnis pro Stellenausschreibung: rund 1,5 Stunden. Auch die Antwortraten bei der Direktansprache steigen deutlich.

Die HR-Digitalisierung gehört neben Arbeitgebermarke und Führungskultur zu den drei entscheidenden Hebeln für den Mittelstand. Große Konzerne setzen auf komplexe HCM-Systeme. Der Mittelstand greift lieber zu spezialisierten Softwarelösungen – für Urlaubsplanung, Onboarding oder Performance-Management.

Entgelttransparenz: Deutschland säumig

Die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist am 7. Juni verstrichen. Jetzt können sich Beschäftigte direkt auf die Richtlinie berufen. Der Anspruch: Auskunft über Durchschnittsgehälter nach Geschlecht.

Der Gender-Pay-Gap liegt in Deutschland bei 15,6 Prozent. Der EU-Schnitt: 11,1 Prozent. Ein deutliches Signal an die Politik.

Schluss mit kurzen Kündigungsgesprächen

Auch am Ende der Mitarbeiterreise hapert es. Ein Kündigungsreport vom April zeigt: 63 Prozent der Entlassungsgespräche dauern maximal zehn Minuten. Nur jeder dritte Betroffene darf seine Sichtweise darlegen.

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Dabei ist professionelles Offboarding ein zentraler Bestandteil der Employee Experience. Wer hier spart, verspielt Vertrauen – auch bei den verbleibenden Mitarbeitern.

Messbarkeit und weiche Faktoren

Die Employee Experience umfasst physische, digitale und kulturelle Aspekte. Zur Messung nutzen Unternehmen Kennzahlen wie den Employee Net Promoter Score (eNPS) oder Engagement-Raten.

Ein globales Ranking der stärksten Marken 2025/2026 zeigt: Über 40 Prozent der Unternehmen haben ihre Werte verbessert. Neben Technik rücken psychologische Sicherheit und Sinnhaftigkeit in den Fokus.

Ein Pilotprojekt in der Pflegebranche setzt bereits beim Onboarding auf langfristige Gesundheit. Resilienztraining und Diversitätsmanagement sollen Krankenstand und Fluktuation senken. Die Testphase läuft seit Frühjahr 2025.

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