Energiewende: Union fordert Kohlekraftwerke bis 2031 im Netz
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts der massiven Verwerfungen auf den Energiemärkten und der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Gaspreise plädiert die Unionsfraktion für eine strategische Neuausrichtung der deutschen Stromerzeugung. Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) forderte in einer aktuellen Stellungnahme, deutsche Kohlekraftwerke dauerhaft im Netz zu belassen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die wirtschaftliche Belastung zu senken.
Wirtschaftliche Entlastung im Fokus
Müller begründete seinen Vorstoß primär mit der prekären Kostensituation für Industrie und Verbraucher. Durch eine stärkere Nutzung der Kohleverstromung ließen sich laut dem CDU-Politiker signifikante Kostenvorteile erzielen. Er bezifferte die potenziellen Einsparungen für die deutsche Wirtschaft auf einen dreistelligen Millionenbereich pro Jahr. Ziel dieser Maßnahme sei es, den Strompreis durch ein erhöhtes Angebot und den Rückgriff auf günstigere Energieträger nachhaltig zu senken.
Ein zentraler Aspekt der Forderung ist die Entlastung des Gasmarktes. Durch den dauerhaften Weiterbetrieb der Kohlemeiler könne wertvolles Erdgas eingespart werden, das derzeit noch zur Stromerzeugung genutzt wird. Diese Kapazitäten sollten stattdessen dazu verwendet werden, die Gasspeicher konsequenter zu füllen, um für die kommenden Wintermonate und die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten gewappnet zu sein.
Brückentechnologie bis zum Ende des Jahrzehnts
Hinsichtlich der technischen Umsetzung verwies Müller darauf, dass die derzeit in der Reserve befindlichen Kraftwerke schnell aktivierbar seien. Es handele sich somit um eine kurzfristig verfügbare Lösung für die bestehenden Engpässe.
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Der Unionspolitiker betonte jedoch, dass dieser Schritt nicht als Abkehr von langfristigen Energiezielen zu verstehen sei. Vielmehr sollten die Kohlekraftwerke so lange am Netz bleiben, bis die geplanten neuen Gaskraftwerke fertiggestellt und betriebsbereit sind. Als Zeithorizont für diesen Übergang nannte Müller die Jahre 2030 oder 2031.
Berufung auf politische Vereinbarungen
Bei seiner Argumentation stützte sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende auf den geltenden Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD. Dieser bilde die notwendige politische Grundlage, um den Betrieb der Anlagen in der aktuellen Krisensituation rechtlich und politisch abzusichern.
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Die Forderung markiert eine deutliche Positionierung innerhalb der aktuellen Debatte um die Ausgestaltung der Energiewende unter veränderten weltpolitischen Rahmenbedingungen. Experten beobachten bereits seit geraumer Zeit, dass die Volatilität der Gaspreise infolge des Konflikts im Iran den Druck auf die Politik erhöht, alternative Erzeugungskapazitäten flexibler zu nutzen.
Ob der Vorschlag im aktuellen politischen Umfeld konsensfähig ist, bleibt abzuwarten; die wirtschaftlichen Argumente Müllers adressieren jedoch eine Kernsorge der deutschen Industriezweige.
