Energieverbrauch Deutschland, AGEB

Energieverbrauch in Deutschland sinkt 2026 um knapp drei Prozent

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 11:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die AGEB erwartet für 2026 einen Rückgang des Energieverbrauchs um knapp drei Prozent. Besonders stark sank der Mineralölverbrauch, während Steinkohle und erneuerbare Energien zulegten.

Verbrauchsdaten der ersten drei Quartale

  • Die AGEB beziffert den Primärenergieverbrauch bis Ende September auf 10.356 Petajoule.
  • Der Stromsaldo lag bei 1,9 Terawattstunden zugunsten der Ausfuhren.
  • Der Anteil erneuerbarer Energien stieg gegenüber dem Vorjahr von 20,5 auf 22,5 Prozent.
In Deutschland wurde in den ersten neun Monaten etwas mehr Erdgas verbraucht als im Vorjahreszeitraum. Angeliefert wurde es auch über deutsche LNG-Terminals. (Symbolbild) - Bild: Izabela Mittwollen/dpa

Deutschland verbraucht 2026 voraussichtlich weniger Energie

Der Gesamtverbrauch an Energie in Deutschland wird 2026 laut einer Hochrechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) um knapp drei Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Als Gründe nennt die AGEB die verhaltene Wirtschaftsentwicklung und den kräftigen Anstieg der Energiepreise.

Die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen dürften im Gesamtjahr um knapp vier Prozent zurückgehen.

Mineralölverbrauch geht deutlich zurück

Die Jahresprognose basiert auf den Daten der ersten neun Monate. In diesem Zeitraum sank der Energieverbrauch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent.

Der Mineralölverbrauch ging insgesamt um mehr als zwölf Prozent zurück. Der Absatz von Ottokraftstoff verringerte sich um vier Prozent, der Dieselverbrauch um mehr als neun Prozent. Flugkraftstoff wurde drei Prozent weniger abgesetzt, die Lieferungen von Rohbenzin an die chemische Industrie sanken um rund fünf Prozent.

Heizöl und Kohle entwickeln sich gegenläufig

Besonders stark fiel der Rückgang beim leichten Heizöl aus, dessen Verbrauch um mehr als 38 Prozent sank. Nach Einschätzung der AGEB bauten Verbraucher wegen der hohen Preise ihre Bestände ab und kauften nur geringe Mengen nach.

Der Erdgasverbrauch nahm dagegen leicht um 0,8 Prozent zu. Der Steinkohleverbrauch stieg um mehr als acht Prozent; in Kraftwerken zur Stromerzeugung erhöhte er sich um 7,2 Prozent. Auch die Eisen- und Stahlindustrie verbrauchte etwas mehr Steinkohle.

Erneuerbare Energien gewinnen an Anteil

Die erneuerbaren Energien legten in den ersten neun Monaten um 5,7 Prozent zu. Ihr Anteil am gesamten Energieverbrauch stieg auf 22,5 Prozent, nach 20,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Öl, Erdgas und Kohle stellten zusammen weiterhin 75,5 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie. In den ersten drei Quartalen wurden zudem 1,9 Terawattstunden mehr Strom ins Ausland geliefert als aus dem Ausland bezogen.

AGEB bündelt Energieforschung und Verbände

Der inländische Primärenergieverbrauch lag in den ersten drei Quartalen bei 10.356 Petajoule beziehungsweise 2.877 Terawattstunden. Eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden.

Der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen gehören drei Wirtschaftsverbände und fünf Institute mit energiewirtschaftlichem Forschungsschwerpunkt an.

Die Hochrechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen zeigt einen Rückgang des gesamten Energieverbrauchs, der vor allem mit der schwachen Wirtschaftsentwicklung und hohen Preisen zusammenhängt. Der Effekt ist damit nicht allein als Fortschritt der Energiewende zu verstehen: Während erneuerbare Energien zulegen, bleibt Deutschland insgesamt stark von fossilen Energieträgern abhängig.

Besonders deutlich fällt der Rückgang beim Mineralöl aus. Weniger Kraftstoffabsatz und der Abbau von Heizölbeständen sprechen dafür, dass Haushalte und Unternehmen auf die Preisbelastung reagieren. Beim Erdgas ist der Verbrauch dagegen leicht gestiegen, ebenso bei Steinkohle. Der höhere Steinkohleeinsatz zur Stromerzeugung zeigt, dass sinkender Gesamtverbrauch und ein klimafreundlicherer Energiemix nicht automatisch zusammenfallen.

Struktur des Verbrauchs bleibt entscheidend

Der Anteil der erneuerbaren Energien steigt auf 22,5 Prozent, während Öl, Erdgas und Kohle zusammen weiterhin 75,5 Prozent des Verbrauchs stellen. Für die Klimabilanz ist deshalb neben der Verbrauchsmenge vor allem die Zusammensetzung relevant. Der erwartete Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen um knapp vier Prozent fällt zwar stärker aus als der Verbrauchsrückgang, beseitigt die fossile Dominanz aber nicht.

Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung, dass Preise, Konjunktur und Witterung den Energiebedarf kurzfristig stark beeinflussen können. Politisch bleibt die zentrale Aufgabe, Einsparungen dauerhaft zu machen und den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien auch bei Wärme, Verkehr und Industrie zu erhöhen.

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