Energiesteuersenkung, Cent

Energiesteuersenkung: 16,7 Cent Entlastung pro Liter ab 1. Oktober

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die dreimonatige Steuerentlastung soll Kraftstoffe um 16,7 Cent je Liter verbilligen; das Kartellamt beobachtet die Preisweitergabe.

Energiesteuersenkung ab 1. Oktober: Kartellamt überwacht Tankstellenpreise
Industrielle Raffinerieanlage mit großen Lagertanks und Rohrleitungssystemen in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Bund und Länder haben eine Senkung der Energiesteuern auf Benzin und Diesel auf den Weg gebracht, die am 1. Oktober in Kraft tritt. Das Entlastungspaket zielt darauf ab, die Kraftstoffpreise für Verbraucher um rund 17 Cent pro Liter zu reduzieren. In diesem Zusammenhang fordert das Bundeskartellamt eine vollständige Weitergabe der steuerlichen Vorteile an die Endkunden.

Details und Umfang der Steuerentlastung

Die Maßnahme stellt die zweite Energiesteuersenkung im Jahr 2026 dar. Sie ist auf einen Zeitraum von drei Monaten befristet und gilt bis zum 31. Dezember. Konkret sinkt die Steuerlast für Benzin, Diesel und den paraffinischen Kraftstoff HVO; Heizöl bleibt von der Regelung ausgeschlossen. Die Senkung beläuft sich auf 14,04 Cent pro Liter netto, was unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer einer Bruttoentlastung von 16,7 Cent entspricht.

Die steuerliche Anpassung greift zum Zeitpunkt der Lieferung aus den Tanklagern oder Raffinerien. Dies bedeutet, dass Kraftstoff, der ab Mitternacht diese Standorte verlässt, geringer besteuert wird. An den Zapfsäulen kann es daher zu zeitlichen Verzögerungen kommen, da dort zunächst noch höher versteuerte Bestände verkauft werden könnten.

Die Bundesregierung rechnet durch die Maßnahme mit Steuermindereinnahmen in Höhe von 2,485 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu einer vorangegangenen Senkung im Mai, die der Bund allein finanzierte, tragen die Länder diesmal die Hälfte der Kosten.

Überwachung durch das Bundeskartellamt

Das Bundeskartellamt in Bonn hat angekündigt, die Preisgestaltung an den Tankstellen engmaschig zu überwachen. Behördenpräsident Andreas Mundt unterstrich, dass die Entlastung den Autofahrern zugutekommen müsse und nicht zur Margenausweitung der Mineralölunternehmen dienen dürfe. Die Markttransparenzstelle werde die Entwicklung der Preise genau begleiten.

Erfahrungen aus den Monaten Mai und Juni zeigen ein gemischtes Bild bei der Weitergabe steuerlicher Vorteile. Laut Daten des Bundeskartellamts wurden beim Diesel damals 82 Prozent der Entlastung weitergegeben, während der Wert bei Benzin bei 78 Prozent lag. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Preissenkung besteht für die Konzerne nicht.

Zudem führt das Kartellamt derzeit Verfahren gegen zwölf Raffinerie-Unternehmen durch, um Informationen über Einkaufspreise, Margen und Produktionskosten einzuholen. Zwei Unternehmen hatten versucht, diese Auskunftserteilung gerichtlich zu umgehen, unterlagen jedoch vor Gericht.

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Ab 1. Oktober sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 16,7 Cent pro Liter — doch eine gesetzliche Pflicht zur Weitergabe gibt es nicht, und beim letzten Rabatt kamen zunächst nur 12 Cent bei Benzin an. Wer weiß, wann und wo er tankt, holt mehr aus der Entlastung heraus. Jetzt kostenlosen Tank-Ratgeber anfordern

Positionen der Wirtschaft und Verbände

Der Wirtschaftsverband en2x rechnet damit, dass die Senkung aufgrund des intensiven Wettbewerbs zwischen den rund 14.000 Tankstellen in Deutschland unmittelbar an die Kunden weitergegeben wird.

Hauptgeschäftsführer Christian Küchen wies darauf hin, dass die Nettopreise für Kraftstoffe in Deutschland bereits jetzt im Schnitt niedriger seien als in fast allen EU-Nachbarländern. Er betonte zudem, dass die Energiesteuer nur einen Teil des Preises ausmache, während die internationalen Börsennotierungen für Benzin und Diesel die entscheidenden Faktoren darstellten.

Demgegenüber äußerten sich das Ifo-Institut und die Monopolkommission skeptisch hinsichtlich einer hundertprozentigen Weitergabe. Das Ifo-Institut stellte fest, dass im Mai der Benzinpreis in den ersten Tagen nach Einführung des Tankrabatts lediglich um 12 Cent und Diesel um 4 Cent gesunken war. Erst gegen Ende Juni erreichten die Senkungen Werte von bis zu 17 Cent bei Super E5.

Marktentwicklung und Rahmenbedingungen

Die Preissituation an den Tankstellen bleibt angespannt. Laut ADAC war der September der bislang teuerste Tankmonat. Während Super E10 vor dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar im Bundesschnitt 1,78 Euro kostete, lag der Preis am vergangenen Sonntag bei 2,28 Euro.

Diesel verteuerte sich im selben Zeitraum von 1,75 Euro auf 2,43 Euro. Als Hauptursachen für das hohe Preisniveau gelten die Verknappung durch Kriegshandlungen, fehlende Raffineriekapazitäten und lokales Niedrigwasser.

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Die Preise an der Zapfsäule bleiben trotz Entlastung angespannt: Super E10 kostete zuletzt 2,28 Euro, Diesel 2,43 Euro — der September war der teuerste Tankmonat. Statt auf die volle Weitergabe zu hoffen, hilft nur ein klarer Plan für den günstigsten Tankzeitpunkt und den richtigen Preisvergleich. Tank-Strategie jetzt kostenlos sichern

Verbraucherschützer vom vzbv sehen Anzeichen für eine unvollständige Weitergabe früherer Entlastungen und verweisen auf Rekordgewinne der Ölkonzerne. Ökonomen kritisieren das aktuelle Paket zudem als Entlastung nach dem „Gießkannenprinzip“.

Trotz der Steuersenkung raten Experten dazu, Preisvergleiche zu nutzen. Daten von Tankerkönig zeigen beispielsweise, dass Kraftstoffe am späten Vormittag oft am günstigsten sind, während die Preise nach 12 Uhr häufig um bis zu 20 Cent pro Liter ansteigen können.

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