Energiesteuer, Benzin

Energiesteuer auf Benzin und Diesel: 16,7 Cent Entlastung pro Liter

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Tankrabatt senkt die Kraftstoffsteuer um 14,04 Cent je Liter; erste Tankstellenpreise gingen bereits zurück.

Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt bis Jahresende
Industrielle Raffinerie mit großen Destillationstürmen und Rohrleitungen bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Bundesregierung hat eine erneute Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel in Kraft gesetzt. Die Maßnahme gilt ab sofort und ist bis zum Jahresende befristet. Ziel der Regelung, die unmittelbar vor dem letzten September-Wochenende von Bundestag und Bundesrat beschlossen wurde, ist eine spürbare finanzielle Entlastung der Verbraucher angesichts der hohen Energiepreise.

Steuerliche Entlastung und fiskalische Folgen

Durch die Neuregelung sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent pro Liter. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer ergibt sich daraus eine rechnerische Bruttoentlastung von 16,7 Cent pro Liter.

Die Steuersenkung greift technisch bei der Auslieferung der Kraftstoffe aus den Raffinerien oder Tanklagern ab Mitternacht, nicht unmittelbar an der Zapfsäule. Dies bedeutet, dass bereits versteuerte Vorräte an den Tankstellen zunächst noch zum alten Preis abverkauft werden könnten.

Die Bundesregierung kalkuliert durch die Maßnahme mit Mindereinnahmen bei der Steuer von rund 2,485 Mrd. Euro. Die Kosten für diesen Verzicht teilen sich der Bund und die Länder zu gleichen Teilen.

Marktreaktionen und regionale Preisunterschiede

Erste Daten zeigen einen schnellen Rückgang der Preise an den Tankstellen. Laut Erhebungen des ADAC lag der Bundesdurchschnitt für Super E10 gegen 8 Uhr am Morgen bei 2,062 Euro, was einem Rückgang von 14,5 Cent im Vergleich zum Vorzeitraum entspricht.

Diesel wurde im Schnitt für 2,209 Euro angeboten, ein Minus von 15,2 Cent. Der Dienst Tankerkönig meldete, dass die deutschlandweiten Durchschnittspreise in der ersten Stunde nach Mitternacht um rund 10 bis 11 Cent sanken.

Regional zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. In Rheinland-Pfalz lagen die Preise für E10 bei 2,04 Euro und für Diesel bei 2,21 Euro, womit die Steuerersparnis fast vollständig weitergegeben wurde. In Baden-Württemberg war der Rückgang zwar stärker als im Bundesmittel, fiel jedoch geringer aus als im benachbarten Rheinland-Pfalz.

In Städten wie München, Stuttgart und Leipzig wurden am Morgen bereits zahlreiche Angebote unter der 2-Euro-Marke für E10 gesichtet, während in Köln zu diesem Zeitpunkt noch keine vergleichbaren Preise gemeldet wurden.

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Seit Mitternacht ist die Energiesteuer auf Benzin und Diesel gesenkt — rechnerisch 16,7 Cent pro Liter. Doch die Steuer greift erst bei der Auslieferung aus der Raffinerie, nicht an der Zapfsäule: Wer jetzt blind tankt, zahlt womöglich noch den alten Preis. Mit dem richtigen Preisvergleich und dem besten Tankzeitpunkt holen Sie sich die volle Ersparnis. Jetzt kostenlosen Tank-Ratgeber anfordern

Überwachung der Weitergabe durch das Bundeskartellamt

Die vollständige Weitergabe der Steuersenkung an die Endverbraucher steht im Fokus der Öffentlichkeit. Christian Küchen vom Verband Fuels und Energie erklärte, dass der Wettbewerb zwischen den rund 14.000 Tankstellen in Deutschland eine Weitergabe ohne Aufschläge sicherstelle, ähnlich wie es bereits im Frühjahr (Mai/Juni) der Fall gewesen sei. Auch der Marktführer Aral sicherte eine vollumfängliche Weitergabe zu.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, betonte, dass die Behörde die Preisgestaltung über die Markttransparenzstelle genau beobachte. Zwar seien die Konzerne gesetzlich nicht zur Weitergabe verpflichtet, doch achte man auf Hinweise für Preisabsprachen. Mundt wies darauf hin, dass eine Gleichförmigkeit der Preise oft durch Beobachtung der Konkurrenz entstehe.

Beim ersten Tankrabatt im Frühjahr wurden laut Kartellamt rund 80 Prozent der Vergünstigungen weitergegeben. Aktuell hat das Amt zudem Verfahren gegen zwölf Raffinerie-Unternehmen eingeleitet, um Informationen zu Einkaufspreisen, Margen und Produktionskosten zu erhalten. Zwei Unternehmen, die sich diesen Auskünften entziehen wollten, unterlagen vor Gericht.

Expertenstimmen und wirtschaftliche Einordnung

Die Wirksamkeit der Maßnahme wird unter Experten kontrovers diskutiert. Tomaso Duso von der Monopolkommission kritisierte, dass erneut hohe Summen ohne gezielte Entlastung für geringe Einkommen ausgegeben würden. Er vertritt die Ansicht, man habe aus der letzten Senkung nichts gelernt. DIW-Präsident Marcel Fratzscher hätte eine Energiepreispauschale für wirksamer gehalten, was die Bundesregierung jedoch ablehnte.

Demgegenüber bezeichnete Manuel Frondel vom RWI den Tankrabatt als pragmatische und faire Lösung. Christian Laberer vom ADAC erwartet, dass die Preise sukzessive weiter zurückgehen werden, befürchtet jedoch mögliche Mitnahmeeffekte durch die Konzerne. Erhebungen des ifo-Instituts zum ersten Rabatt im Mai hatten gezeigt, dass die Preise in den ersten drei Tagen nur verzögert sanken.

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Für die Verbraucher bedeutet die dreimonatige Senkung eine konkrete Ersparnis. Ein Durchschnittsauto mit einer monatlichen Fahrleistung von 900 Kilometern spart über den Zeitraum von drei Monaten etwa 32 bis 36 Euro. Berufspendler in Baden-Württemberg können laut Berechnungen mit rund 30 Euro Ersparnis pro Person rechnen.

Die weitere Preisentwicklung bleibt jedoch unsicher. Experten verweisen auf die Knappheit bei Benzin und Diesel durch globale Konflikte im Nahen Osten sowie zwischen Russland und der Ukraine. Zudem könnten fehlende Raffineriekapazitäten am Weltmarkt und logistische Probleme wie Niedrigwasser am Rhein die Preise beeinflussen. Eine abschließende Bilanz der Steuersenkung wird für Anfang 2027 erwartet.

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