Energieinfrastruktur, Beschuss

Energieinfrastruktur unter Beschuss: Sabotage auf Hochspannungsmasten bei Garching

30.05.2026 - 16:09:27 | boerse-global.de

Nach Brandanschlägen auf Hochspannungsmasten bei Garching investiert Bayernwerk massiv in Sicherheit und Netzausbau.

Energieinfrastruktur unter Beschuss: Sabotage auf Hochspannungsmasten bei Garching - Foto: über boerse-global.de
Energieinfrastruktur unter Beschuss: Sabotage auf Hochspannungsmasten bei Garching - Foto: über boerse-global.de

Nach einer Serie gezielter Angriffe auf die Energieversorgung haben bayerische Netzbetreiber und Behörden umfassende Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Besonders brisant: Die Brandanschläge auf Hochspannungsmasten nahe Garching, bei denen Mitte der Woche rund 15.000 Haushalte zeitweise ohne Strom waren.

Ermittlungen wegen politisch motivierter Sabotage

In der Nacht zum 25. Mai 2026 hatten Unbekannte zwei Hochspannungsmasten bei Garching in Brand gesetzt. Die Folge war ein 45-minütiger Stromausfall in den Gemeinden Ismaning, Aschheim, Finsing, Neuching und Moosinning. Der Netzbetreiber Bayernwerk konnte die Versorgung schnell umleiten – dennoch stuft Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Vorfall als Sabotageakt ein.

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Die Zentrale Stelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus hat die Ermittlungen übernommen. Die Behörden gehen von einem politischen Hintergrund aus. Bayernwerk hat umgehend reagiert: Die beschädigten Masten wurden mit Zäunen gesichert und werden nun per Video überwacht. Zudem hat der Betreiber die zerstörten Netzabschnitte provisorisch überbrückt.

Massive Investitionen in die Netzstabilität

Bayernwerk-Chef Egon Leo Westphal kündigte an, den Schutz der gesamten Netzinfrastruktur zu verstärken. Das ist dringend nötig: Allein in der Oberpfalz investiert das Unternehmen derzeit 280 Millionen Euro in den Netzausbau. Neue Kabel, digitale Ortsnetzstationen und moderne Umspannwerke sollen die Kapazität und Zuverlässigkeit erhöhen.

Doch nicht nur Sabotage bereitet Sorgen. Auch Kupferdiebstähle nehmen zu: Zwischen dem 26. und 29. Mai wurden Solarparks in Altdorf bei Nürnberg und Uffenheim heimgesucht. Die Täter stahlen kilometerlange Kupferkabel. Der Schaden in Uffenheim: rund 10.000 Euro für das Diebesgut, aber ein hoher sechsstelliger Betrag an Folgeschäden. In Martinsheim belaufen sich die Gesamtschäden sogar auf über 350.000 Euro. Die Kriminalpolizeien in Würzburg, Ansbach und Schwabach ermitteln.

Photovoltaik-Brand und neue Schutzforschung

Auch technische Defekte bleiben eine Gefahr: Am 29. Mai brach auf dem Dach der Rotkreuz-Rettungswache in Fürth ein Feuer aus. Die Ursache lag im Bereich der Photovoltaikanlage. Der Schaden liegt im niedrigen sechsstelligen Bereich, verletzt wurde niemand.

Forscher arbeiten unterdessen an neuen Schutzmethoden. Das Projekt CyberStress der TU Darmstadt und E-netz Südhessen hat eine Art Stresstest für Stromnetze entwickelt – ähnlich wie im Bankensektor. Ein Demonstrator in einer Umspannstation erkennt per Algorithmus in Echtzeit Anomalien, etwa manipulierte Ladevorgänge von E-Autos. Die Empfehlungen zur Abwehr von Cyberangriffen liegen der Bundesnetzagentur bereits vor.

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Kommunen rüsten sich für den Ernstfall

Auf lokaler Ebene wappnen sich Gemeinden für längere Stromausfälle. Die Stadt Teublitz hat einen mobilen Diesel-Notstromgenerator mit 200 kVA angeschafft. Damit sollen die Wasserversorgung und das Krisenzentrum auch bei einem längeren Blackout funktionsfähig bleiben. Die Gesamtinvestition inklusive Carport und Elektroinstallation: über 100.000 Euro.

Die jüngsten Vorfälle zeigen: Die Bedrohungslage für die Energieinfrastruktur ist real – und die Betreiber müssen schneller und umfassender reagieren als je zuvor.

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