Energieausweise: Neue A-bis-G-Skala ab sofort, Bußgelder bis 10.000 Euro
10.06.2026 - 20:38:43 | boerse-global.de
Parallel dazu gelten ab sofort schärfere Regeln für Energieausweise.
Die erste Lesung des Gesetzes ist für den 12. Juni angesetzt. Das Kabinett hatte den Entwurf im Mai beschlossen. Kern der Reform: eine EU-weit einheitliche Effizienzskala von A bis G für Energieausweise. Die bisherige Skala, die teilweise bis zur Klasse H reichte, entfällt.
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Neue Pflichten für Eigentümer
Der Energieausweis bleibt bei Verkauf, Vermietung oder Neubau Pflicht. Auch bei umfassenden Sanierungen ist er zwingend erforderlich. Eigentümer müssen das Dokument bereits zur Besichtigung vorlegen können.
In Immobilienanzeigen sind künftig Pflichtangaben nötig: Art des Ausweises, Endenergiebedarf oder -verbrauch, die wesentlichen Energieträger und das Baujahr. Bestehende Ausweise behalten ihre Gültigkeit von zehn Jahren. Neue Dokumente enthalten modernisierte Sanierungsempfehlungen und werden zentral gespeichert.
Für Österreich gelten ab Mitte 2026 zusätzliche Regeln: Eine physische oder virtuelle Vor-Ort-Besichtigung wird Pflicht.
Kosten und Strafen
Die Preise für einen Energieausweis variieren stark. Der verbrauchsbasierte Ausweis, der auf den letzten drei Heizkostenabrechnungen fußt, kostet ab rund 100 Euro. Der detailliertere Bedarfsausweis liegt zwischen 300 und 500 Euro, in Einzelfällen bis zu 700 Euro.
Wer gegen die Vorlagepflicht verstößt oder falsche Angaben macht, muss mit Bußgeldern rechnen. Das Gesetz sieht Strafen von bis zu 10.000 Euro vor.
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Streit um Heizungsquote
Bei den parlamentarischen Beratungen zeichnet sich Diskussion über gasförmige Brennstoffe ab. Der Entwurf sieht vor: Neue Gas- und Ölheizungen müssen ab 2029 mindestens zehn Prozent grüne Gase nutzen. Bis 2040 steigt der Anteil auf 60 Prozent.
Wirtschaftsverbände fordern Nachbesserungen. Sie verlangen einen standardisierten Vollkostenvergleich vor Heizungsinvestitionen und eine engere Kopplung der Förderung an die CO2-Preis-Einnahmen.
Parallel treibt die Regierung die steuerliche Förderung voran. Für Sanierungen an selbstgenutztem Wohneigentum gibt es bis Ende 2029 einen Steuerbonus von 20 Prozent – vorausgesetzt, die Immobilie ist mindestens zehn Jahre alt.
Wärmepumpe dominiert Neubau
Die Bedeutung energetischer Standards zeigt ein Blick auf die Baustatistik. 2025 wurden 58.900 Wohngebäude fertiggestellt. 73,6 Prozent davon heizen mit einer Wärmepumpe. 2015 lag der Anteil noch bei 31,4 Prozent.
Besonders hoch ist die Quote bei Ein- und Zweifamilienhäusern: 78 Prozent. Erdgas verliert im Neubau kontinuierlich und erreichte 2025 nur noch 10,5 Prozent. Im Gebäudebestand dominieren fossile Brennstoffe dagegen weiterhin mit über 50 Prozent.
