EMFIS EM Stocks Review: Asien
Veröffentlicht: 07.11.2006 um 13:31 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Nach den guten Vorgaben von der Wallstreet haben sich heute auch die asiatischen Aktienmärkte freundlich präsentiert. Aus den USA waren zuvor etliche neue Übernahmeofferten gemeldet worden. So will sich etwa der Chiphersteller Nvidia den Konkurrenten PortalPlayer einverleiben und Abbott Laboratories hat 3,7 Milliarden Dollar für Kos Pharmaceuticals geboten. Zudem sollen der saudische Prinz Alwaleed bin Talal und Bill Gates an der Übernahme der Hotelkette „Four Seasons“ interessiert sein und dafür angeblich 3,7 Milliarden Dollar auf den Tisch legen wollen.
Von der neuerlichen Goldgräber-Stimmung in den USA konnten die asiatischen Börsen allerdings nicht gleichermaßen profitieren. Während sich etwa die Leitindizes in Korea, Taiwan und Singapur weiter nach oben entwickelten, blieben die Zugewinne in Japan recht mäßig. Auch in Hongkong lief die Rallye der vergangenen Wochen in der zweiten Handelshälfte allmählich aus. Dort hatten sich schließlich doch noch einige Anleger zu Gewinnmitnahmen entschlossen, wie dies von kritischen Beobachtern schon seit einigen Tagen erwartet wurde.
Der japanische Nikkei 225 legte dementsprechend lediglich 0,18 Prozent auf 16.393 Punkte zu; der Topix gab sogar marginale 0,03 Prozent auf 1616 Zähler ab. Hier blieben die Marktteilnehmer insbesondere angesichts der Daten zu den Maschinenbau-Auftragseingängen, die für den Freitag erwartet werden, zurückhaltend. Gut behaupten konnte sich allerdings der Autosektor. Hier stiegen Toyota Motor vor Zahlen um 1,0 Prozent, Suzuki Motor legten um weitere 3,24 Prozent zu. Die Titel von Takeda Pharmaceutical stiegen nach dem gestrigen Zahlenwerk lediglich um 0,1 Prozent.
In Taiwan vollzog man hingegen willig die Vorgaben aus den Vereinigten Staaten nach. Dies brachte den TAIEX um 0,9 Prozent nach oben auf 7184 Punkte. Auch die politische Krise um den allgemein als korrupt geltenden Präsidenten Chen wurde wieder etwas entspannter gesehen. Vor allem Aktien aus dem Finanzsektor, um den es zuletzt einige Übernahmespekulationen gegeben hat, waren gefragt. Hier stiegen etwa Cathay Financial um 1,71 Prozent. Die Papiere des Halbleiterkonzerns United Microelectronics gewannen im Vorfeld der Oktober-Umsatzdaten 1,66 Prozent hinzu; die Titel des größeren Konkurrenten Taiwan Semiconductor legten dagegen lediglich um 0,17 Prozent zu. Hon Hai Precision zogen um weitere 1,52 Prozent an.
Der südkoreanische Kospi zog um 0,6 Prozent auf 1387 Zähler an. Gefragt waren unter anderem die Titel des Stahlriesen Posco, der einen milliardenschweren Großauftrag aus Nigeria vermelden konnte. Die Aktie verbuchte einen Aufschlag von 2,59 Prozent. KT Corp legten nach besser als erwarteten Quartalszahlen 2,3 Prozent zu. Korea Zinc sprangen um 7 Prozent nach oben, nachdem der Rohstoff in London ein neues Allzeit-Hoch erreicht hatte. Auch bei den zuletzt gemiedenen Standardwerten fand eine gewisse Erholung statt. So stiegen Hyundai Motor um 0,55 Prozent, Samsung Electronics verbesserten sich um 0,66 Prozent. In Hongkong schloss der Hang Seng Index mit einem Aufschlag von lediglich 2,76 Punkten bei 18.939 Stellen. Das Niveau von 19.000 Zählern, das heute erstmals überschritten worden ist, konnte nicht gehalten werden. Händler glauben, dass zahlreiche Anleger angesichts dieser psychologisch bedeutsamen Marke nervös geworden sind und sich für Gewinnmitnahmen entschlossen haben. Unter Druck standen in erster Linie die Titel des Marktschwergewichts China Mobile, die zuletzt massiv gestiegen waren. Dies gingen heute um 2,47 Prozent nach unten. China Unicom verloren 1,79 Prozent. Die freigewordenen Gelder wurden offensichtlich in die Aktien von Festnetzbetreibern gesteckt, die zuletzt zurückgeblieben waren. Hier sprangen etwa China Telecom um 6,75 Prozent nach oben; China Netcom stiegen um 6,71 Prozent.
Gerhard Heinrich
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