EMFIS EM Stocks Review: Asien korrigiert
Veröffentlicht: 28.11.2006 um 13:09 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
An den asiatischen Aktienmärkten setzte heute eine Korrektur ein, die bei einigen Einzelwerten teils sehr herb ausfiel. Auch in den USA waren die führenden Indizes am Vorabend deutlich nach unten gegangen.
Die OECD hatte zuvor ihre Wachstumsschätzung 2007 für die größte Volkswirtschaft der Welt auf 2,4 Prozent nach unten gesetzt. Im Mai hatte die Organisation noch eine Zuwachsrate von 3,1 Prozent prognostiziert. Als Wachstumsbremse machte die OECD insbesondere den schwachen Immobilienmarkt aus, der sich über mehrere Quartale hinweg als Wachstumsbremse auswirken werde.
Daneben hatte gestern die Erlösprognose des weltgrößten Einzelhandelskonzern Wal-Mart belastet. Dieser geht für den November beim flächenbereinigten Umsatz sogar von einem Rückgang aus. In Japan sind die Einzelhandelsumsätze im Oktober ebenfalls gefallen, während Volkswirte mit einer geringfügigen Erholung gerechnet hatten. Zu allem Überfluss hatte der Dollar weiter abgegeben, während die Rohölnotierungen am Vorabend wieder über die 60-Dollar-Marke geklettert waren.
Vergleichsweise gut behaupten konnte sich der japanische Nikkei 225, der lediglich 0,19 Prozent auf 15.855 Punkte abgab. Hier schienen die schwachen volkswirtschaftlichen Daten bereits größtenteils erwartet worden zu sein. Gefragt waren unter anderem Bankaktien, nachdem Zentralbank-Gouverneur Fukui weitere Leitzinserhöhungen als „unvermeidlich“ bezeichnet hatte. Dies brachte etwa Mitsubishi UFJ um 1,4 Prozent nach oben. Im Mobilfunksektor stiegen Softbank um 2,38 Prozent und KDDI um 0,9 Prozent. Unter den Export- und Technologietiteln verloren dagegen Toshiba 0,97 Prozent und Toyota Motor 0,73 Prozent.
Etwas deutlicher wurde der Markt in Taiwan in Mitleidenschaft gezogen. Hier verlor der TAIEX 0,71 Prozent auf 7444 Zähler. In erster Linie wurden die Titel aus dem Halbleiter- und IT-Sektor abgegeben, die den Index gestern noch auf ein neues 6-Jahres-Hoch gebracht hatten. United Microelectronics, die gestern um knapp 7 Prozent nach oben gezogen waren, verloren 2,59 Prozent. Die Papiere von Acer gaben 3,72 Prozent ab, Quanta Computer verbilligten sich um 2,25 Prozent. Auch die Aktie des Chip-Spezialisten Advanced Semiconductor, der von der Private-Equity-Gesellschaft Carlyle übernommen wird, gaben nach dem gestrigen Kurssprung 0,66 Prozent ab.
In Korea verlor der Kospi 0,96 Prozent auf 1411 Punkte und kam damit so stark unter Druck wie seit dem nordkoreanischen Atomwaffenversuch nicht mehr. Wichtigster Verlierer war die Aktie von Samsung Electronics, die um 1,87 Prozent nach unten ging. Die Anleger befürchteten, dass die US-Elektronikhändler angesichts schwacher November-Umsätze im Weihnachtsgeschäft zu hohen Preisrabatten greifen könnten. Die Aktie des Flachbildschirm-Hersteller LG.Philips LCD fiel um 1,05 Prozent. Korean Air verloren angesichts höherer Ölpreise 2,34 Prozent. Dagegen konnten Hyundai Motor nach der eher schwachen Kursentwicklung der vergangenen Wochen ein Plus von 0,43 Prozent behaupten.
In Hongkong machte sich angesichts der US-Daten eine beträchtliche Nervosität breit, die den Hang Seng Index um satte 2,94 Prozent nach unten - und damit unter die 19.000-Punkte-Linie – drückte. Es war das erste Mal seit den Anschlägen vom 11. September 2001, dass Hongkongs Leitindex um mehr als 500 Zähler nach unten gerutscht ist. Nach der vielbeachteten Bauland-Auktion der Stadtregierung, die im Grunde als Erfolg gewertet wurde, brachen insbesondere die zuletzt stark gefragten Immobilientitel ein. Cheung Kong verloren 5,08 Prozent, Sino Land 3,93 Prozent und Sun Hung Kai Properties 3,98 Prozent. Mit den übrigen Blue Chips wurde allerdings kaum sanfter umgegangen. So verbilligten sich China Mobile um satte 4,16 Prozent. PetroChina rutschten trotz höherer Ölpreise um 4,63 Prozent ab. Die Titel der China Construction Bank fielen um 6,42 Prozent.
Gerhard Heinrich
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