EMFIS EM Stocks Review: Asien fällt
Veröffentlicht: 13.11.2006 um 13:35 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Die asiatischen Aktienmärkte gingen zum Wochenbeginn relativ gleichförmig nach unten. Zwar hatte der amerikanische Markt am Freitag noch einmal geringfügige Aufschläge vorgegeben. Angesichts deutlich gefallener Rohstoffnotierungen sind diese aber wirkungslos verpufft. Viele Investoren sehen die jüngste Schwäche von Metallen wie Kupfer und Zink als Indiz dafür an, dass sich das globale Wachstum in den kommenden Quartalen spürbar verlangsamen könnte.
In Japan lasteten zudem Sorgen über die Entwicklung der Inlandskonjunktur auf dem Markt. Die Daten zu den Auftragseingängen im Maschinenbausektor waren am Freitag verheerend ausgefallen; für morgen wird die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts erwartet. Im Gleichklang mit anderen Handelsplätzen gingen vor allem die Rohstoff-Aktien in die Knie. Hier rutschten Mitsubishi um 2,53 Prozent und Mitsui um 2,32 Prozent ab. Im Autosektor verloren aufgrund des gestiegenen Yen Nissan Motor 1,6 Prozent und Suzuki Motor 2,2 Prozent. Sony konnten sich hingegen nach dem Marktauftritt der PlayStation 3 um 0,4 Prozent verbessern.
In Taiwan verlor der TAIEX 0,84 Prozent auf 7136 Punkte. Hier standen vor allem der Halbleiter-Bereich und die Finanztitel unter Druck. Am Freitag hatte der weltgrößte Chip-Auftragshersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing gemeldet, dass seine Umsätze im Oktober kaum noch gestiegen sind. Der Ausblick der Chipschmiede konnte die Marktteilnehmer ebenfalls nicht begeistern. Die Aktie gab daraufhin 1,32 Prozent ab, die Titel des kleineren Konkurrenten verloren 1,08 Prozent. Cathay Financial Holdings verbilligten sich um 0,75 Prozent. Pressemeldungen zufolge dürfen die heimischen Banken offenbar nur dann in China Niederlassungen eröffnen, wenn zuvor ein entsprechendes Bankenabkommen zwischen Taiwan und dem Festland unterzeichnet worden ist.
Im Gegensatz dazu konnte sich in Seoul der Kospi mit einem Anstieg um 0,07 Prozent auf 1396 Zähler relativ gut behaupten. Hier belebten Gerüchte, dass die koreanische Zentralbank wieder damit begonnen hat, Won auf den Markt zu werfen. Zumindest war dessen Außenwert heute signifikant nach unten gegangen. Die Investoren aus Übersee bleiben allerdings weiter auf der Verkäuferseite. Im Gegensatz etwa zu Taiwan blieben die Titel aus dem Elektronik- und Chipsektor gefragt. So verbesserten sich etwa Samsung Electronics um 1,59 Prozent. Die Titel des Autokonzerns Hyundai Motor gewannen 0,41 Prozent hinzu. Deutlich unter Druck gerieten dagegen Papiere von Konzernen mit umfangreichen Schiffsbauaktivitäten. So rutschten etwa Samsung Heavy Industries um 4,98 Prozent nach unten. Zuvor hatte der Branchendienst „Lloyd´s List“ in einer Studie dargelegt, dass die Preise für große Transportschiffe ihr zyklisches Hoch erreicht haben dürften.
Hongkongs Hang Seng Index gab vergleichsweise maßvolle 0,12 Prozent auf 18.868 Stellen ab. Dabei zogen insbesondere die Titel der großen Immobilienkonzerne den Markt nach unten. Henderson Land rutschten um 6,3 Prozent ab, nachdem die Gesellschaft neue Titel im Umfang von 5,5 Milliarden HK$ bei institutionellen Investoren untergebracht hat. Das Unternehmen will mit dem Erlös neue Grundstückskäufe in China finanzieren. Cheung Kong verloren 1,29 Prozent, Sun Hung Kai Properties gingen um 1,27 Prozent nach unten. Dagegen blieben die Anleger den China-Banken treu und hebelten etwa China Construction Bank um 3,28 Prozent und China Merchants Bank um 3,39 Prozent nach oben. PCCW stiegen um 0,4 Prozent. Zuvor war gemeldet worden, dass Telefonica und der Multi-Milliardär Li Ka-Shin (Cheung Kong, Hutchinson) jeweils Anteile an dem Telekommunikationsunternehmen erwerben wollen.
Gerhard Heinrich
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