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EMFIS.com - Global Markets Strategy

Veröffentlicht am: 20.06.2008 um 14:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Nervosität beherrscht augenblicklich die Märkte weltweit. Belastender Faktor ist die Inflation. Dadurch entsteht auch für den Aktienmarkt ein neues Bild. Denn steigende Inflation ist primär mit Verknappung der Liquidität bekämpfbar. Ein Mittel zur Liquiditätsverknappung sind Zinserhöhungen. Einige Emerging Markets wie Brasilien und Indonesien haben erste Zinsschritte wahr gemacht. Auch die EZB denkt ungewöhnlich offen über Zinsschritte nach. Nicht zuletzt das Sorgenkind der Weltwirtschaft – die USA – wird sich über Zinserhöhungen Gedanken machen. Morgan Stanley spricht bereits davon, dass die FED spätestens im 4. Quartal den Leitzins um 25 Basispunkte anheben wird.

Aktienmärkte

Die Triebfeder für den Aktienmarkt ist die Konjunktur. Besteht hohes volkswirtschaftliches Wachstumspotenzial, können auch Unternehmen / Aktien davon profitieren. Die Börse richtet sich nach der Zukunft. Die Augen werden trotz der Aufholjagd aus China auf die USA gelenkt. Die USA sind schließlich nach wie vor die stärkste Volkswirtschaft der Welt. Von einem anhaltenden Wachstumsrückgang oder gar einer Rezession wäre somit die gesamte Welt betroffen. Und damit auch der Aktienmarkt. Die Finanzkrise ist jetzt erstmals von den Banken selbst nicht als abgeschlossen erklärt. Goldman Sachs sieht die Wirkungen der Finanzkrise noch bis in 2009 anhalten. Wir (EMFIS.com) haben voreilige Euphorien zur Bekämpfung der Subprime-Krise häufig in Frage gestellt.

USA: An der psychologischen Marke von 12.000 Punkten könnte sich eine Trendwende bis zum März-Tief entwickeln. Sollte diese Unterstützung nach unten durchbrechen, könnte es zu einer Verkaufswelle kommen. Ab diesem Zeitpunkt raten wir zu massiven Short-Engagements. – Hält die 12.000 Punktemarke könnte man Long-Positionen mit engen Stopps bei 12.000 Punkten eingehen.

Hongkong: Von der weltweiten Stimmung beeinflusst ist der Hongkonger Aktienmarkt stark abgetaucht. Die Bewertungen sind auf ein mittlerweile attraktives Niveau gefallen. Langfristigen Investoren raten wir bereits zum Positionsaufbau. Insbesondere der Energiesektor könnte vor einer Preisliberalisierung stehen, die Umsatz und Gewinn der Unternehmen antreibt. Ansonsten bietet der aktuell nervöse Markt schnelle kurzfristige Trades. CFDs bieten sich hier besonders an. (EMFIS-Brokerage.com bietet seit Montag HK-CFD-Handel an). Die Volatilität sollte dennoch mit relativ engen Stopps abgesichert werden. „Paid-Trades“ – d.h. Long und Short auf verschiedene Sektoren – könnten sich bei den Branchen Energieversorger LONG vs. Elektronikexport SHORT bezahlt machen. Langfristig könnte sich der Hongkong Markt vom Westen abkoppeln, da der asiatische Binnenmarkt zunehmend unabhängiger wird.

Japan: Stabil über 14.000 Punkten gehalten, könnte der Nikkei beim Unterschreiten des Dow Jones bei der Unterstützung vom Monat März erheblich nachgeben. Die psychologische und charttechnische Marke von 14.000 Punkten würde ein SHORT-Signal auslösen. Darüber hinaus hat der Tankan-Bericht die schlechteste Stimmung seit fünf Jahren aufgewiesen. Betroffen wären insbesondere die Exportwerte aus Automobil und Elektronik. Softbank könnte durch das I-Phone positive Meldungen veröffentlichen, was hier bei überverkaufter Aktie tolle Rebound-Chancen ermöglichen könnte.



Rohstoffe

Die Agrarrohstoffe sind momentan nicht mehr zu halten. Auch Energie bleibt auf hohem Niveau. Beide sind Inflationstreiber, weil sie den Warenkorb direkt betreffen. Eine Entspannung auf der Nachfrageseite (d.h. also Konjunktur) könnte hier Erholung bringen. Das könnte auch die Spekulanten zur Vernunft bringen. Beim Ölpreis ist ein extrem steiler Anstieg festzustellen. Solche Charts kennen wir auch von den Aktienmärkten, wenn sie in eine Übertreibung geraten.

Energie / Öl: Sicherlich treibt auch künftig der Nachfrageüberhang den Kurs. Doch ein Großteil ist von Spekulanten getrieben. Gewinnmitnahmen bei der aktuellen Übertreibung sind möglich. Allerdings wäre die psychologische Marke von 150 US Dollar ein weiteres LONG-Signal. Wir raten aktuell – entgegen dem Markt – vorsichtig mit engen Stopps auf SHORT zu wechseln. Sicherlich ein Spiel mit dem Feuer. Aber bei einer Trendwende könnte der Ölpreis schnell wieder in Richtung 100 US Dollar laufen, um neuen Schwung zu holen.

Edelmetalle: Gold und Silber haben sich etwas entspannt. Während andere Rohstoffe auf Rekordniveaus laufen, blieben Edelmetalle eher zurück. Doch die Inflationsangst könnte die Türen für Investoren öffnen. Wir erwarten einen Anstieg auf über 1.000 US Dollar in diesem Jahr. Analysten von Schroders Invesment haben auf einer Konferenz in China das Kursziel für Gold bei 5.000 US Dollar je Unze genannt. Wir denken eher kurzfristig und raten LONG.

(Dies ist ein Auszug aus dem exklusiven Research von www.EMFIS-Brokerage.de)

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Handel!

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