Elterngeldreform, Kürzere

Elterngeldreform: Kürzere Bezugsdauer, höhere monatliche Zahlungen

04.06.2026 - 21:34:56 | boerse-global.de

Familienministerin Prien plant kürzere Elterngeld-Bezugsdauer bei höheren Monatsbeträgen. Die Reform steht unter Sparzwang und löst interne CDU-Kritik aus.

Elterngeld-Reform 2026: Kürzere Bezugsdauer, höhere Zahlungen
Elterngeldreform - A happy young family with a baby in a bright, modern home, symbolizing financial support and family well-being. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni 2026 einen Vorschlag zur Neuordnung des deutschen Elterngeldes vorgelegt. Die Idee: Die maximale Bezugsdauer verkürzen, dafür die monatlichen Zahlungen erhöhen.

Hintergrund ist ein Sparzwang von 500 Millionen Euro, den das Ministerium im Bundeshaushalt 2027 stemmen muss. Derzeit erhalten Eltern bis zu 14 Monate lang 65 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens – zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich.

Väter sollen länger in Elternzeit gehen

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Ein zentraler Punkt der Reform betrifft die Rolle der Väter. Bislang müssen beide Elternteile mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen, um die vollen 14 Monate zu erhalten. Künftig sollen Väter mehr als zwei Monate übernehmen müssen, um bestimmte Leistungen nicht zu verlieren.

Prien hatte sich bereits Ende Mai für höhere Elterngeldbeträge starkgemacht – und das trotz des Drucks, die Ausgaben zu senken. Die Debatte dreht sich nun um die Frage, wie sich Haushaltskonsolidierung und eine spürbare finanzielle Entlastung für Familien vereinbaren lassen.

Bundesagentur für Arbeit klafft ein Milliardenloch

Die geplanten Änderungen stehen im Schatten einer sich zuspitzenden Haushaltslage. Anfang Juni wurde bekannt, dass die Bundesagentur für Arbeit ein massives Finanzierungsproblem hat. Statt der ursprünglich geplanten vier Milliarden Euro benötigt sie 2026 rund 8,4 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt – mehr als doppelt so viel.

Interne Daten zeigen: Die Ausgaben für Arbeitslosengeld sind zwischen Januar und April 2026 um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und liegen bei 10,2 Milliarden Euro. Für 2027 wird ein weiteres Defizit von 5,2 Milliarden Euro erwartet, bis 2030 könnte sich der Fehlbetrag auf 23,4 Milliarden Euro summieren.

Widerstand in den eigenen Reihen

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Die geplanten Kürzungen stoßen innerhalb der CDU auf Kritik. Am 3. Juni sprach sich CDU-Bundesvorstandsmitglied Wiebke Winter gegen Einschnitte beim Elterngeld aus. Sie wies auf ein Missverhältnis hin: 350 Millionen Euro für Elternleistungen stünden 120 Milliarden Euro für Rentenerhöhungen gegenüber. Winter forderte zudem die Umsetzung einer vereinbarten BAföG-Erhöhung – konkret die Anhebung des Wohnzuschlags von 380 auf 440 Euro.

Einen eigenen Vorschlag präsentierte am selben Tag Johannes Winkel, Chef der Jungen Union. Er schlug einen Tauschhandel vor: Die geplante Rentenerhöhung von 4,24 Prozent auf drei Prozent begrenzen – und die freiwerdenden Mittel für Elterngeld und BAföG nutzen.

Die Bundesregierung hat sich den 30. Juni 2026 als Frist gesetzt, um ein Reformpaket für diese Sozialleistungen zu schnüren. Parallel dazu verfolgt Berlin die UN-Wahl am 3. Juni 2026 um einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat für die Periode 2027/28 – Deutschland konkurriert dort mit Österreich und Portugal.

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